Guyana

Wissenswertes über Guyana

Natur und Klima:

Das Bergland von Guyana im Landesinneren besteht aus einem Sockel, dem jüngere, zu Tafeln geschnittene Sandsteinschichten aufliegen. Zahlreiche Flüsse stürzen über die Ränder der Sandsteintafeln in die Tiefe, zum Beispiel über die 226 Meter hohen Kaieteurfälle. Nach Norden geht das Gebirge in eine sanftwellige Rumpffläche über. Die 70 Kilometer breite sumpfige Küstenebene ist Hauptsiedlungsgebiet und wirtschaftlicher Kernraum. Deiche und Schleusen schützen große Teile der bis zu fünf Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Küste vor Überschwemmungen.

Das feuchtheiße Klima bringt dem Land in zwei Regenzeiten 1500 bis 3000 mm Niederschläge pro Jahr. Die Temperaturen schwanken zwischen 24 und 28 Grad. Drei Viertel des Landes werden von tropischem Regenwald bedeckt, der im Südwesten in Feuchtsavanne übergeht. An der Küste wachsen Sumpfwälder. Naturkatastrophen, insbesondere Überschwemmungen, richten häufig große Schäden an.

Bevölkerung:

Die Hälfte der Bevölkerung ist indischer Abstammung, den Rest stellen vor allem Schwarze, dann Mulatten und Mestizen sowie kleine Gruppen von Europäern und Chinesen. Zurückgezogen im Landesinneren leben noch einige Indianerstämme. Schwarze und Mulatten leben hauptsächlich in den Städten und Bergbauzentren, die Inder in den Plantagengebieten der Küste. Nach jahrelanger starker Auswanderung steigt die Bevölkerungszahl in jüngster Zeit wieder leicht an.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1980 ist Guyana eine präsidiale Republik im Commonwealth. Präsident wird der Kandidat der bei den Parlamentswahlen erfolgreichsten Partei. Er ernennt den Premierminister wie auch den Oppositionsführer. Von den 65 im Parlament vertretenen Abgeordneten werden 40 alle fünf Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, 25 Sitze werden in Regionalwahlen ermittelt. Regierungspartei ist die People's Progressive Party (PPP), die Opposition wird vom People's National Congress (PNC) geführt.

Wirtschaft und Verkehr:

Aufgrund der großen Armut und der hohen Auslandsverschuldung steht das Land auf der Liste der Länder, die für einen internationalen Schuldenerlass vorgesehen sind. Der nur kleine Binnenmarkt erschwert den Aufbau einer eigenen Industrie.

Die traditionelle Landwirtschaft fußt auf dem Anbau von Reis. Dieser wird auch exportiert, ebenso wie die Plantagenprodukte Zuckerrohr, Kaffee und Kakao. Darüber hinaus gewinnt die Ausfuhr von Shrimps an Bedeutung. Im tropischen Regenwald werden Edelhölzer geschlagen.

Große Gewinne wirft der Bauxit- und Goldbergbau ab. Außerdem werden Diamanten und Mangan abgebaut. Die kaum entwickelte Industrie beschränkt sich auf die Verarbeitung der Bergbau- und Agrarprodukte. Mit jährlich 120.000 Urlaubern gewinnt der Tourismus an Bedeutung, der Schwerpunkt liegt auf dem Öko- und Abenteuertourismus.

Straßen gibt es nur an der Küste und in den Bergbaugebieten, der größte Teil des Landesinneren ist nur über die Luft oder auf Wasserwegen erreichbar. Insgesamt gibt es etwa 50 Start- und Landeplätze, den wichtigsten Flughafen hat Georgetown.

Geschichte:

Britische Kolonialherrschaft:

Die 1499 von Spanien entdeckte Nordostküste Südamerikas war seit Ende des 16. Jahrhunderts zwischen England, Frankreich und den Niederlanden umstritten. 1816 teilten die drei Mächte das Gebiet unter sich auf, das heutige Guyana fiel an Großbritannien (1831 Kolonie Britisch-Guayana). Nach der Abschaffung der Sklaverei 1834 ersetzten vor allem aus Indien stammende Arbeitskräfte die afrikanischen Plantagenarbeiter. Der ethnische Konflikt zwischen indoguyanischer und afroguyanischer Bevölkerung wurde zum Hauptproblem der Innenpolitik des Landes, das 1966 die Unabhängigkeit erlangte.

Souveränität:

Der Afroguyaner Forbes Burnham (PNC), erster Premierminister des unabhängigen Staates, verfolgte einen sozialistischen Kurs und löste das Land 1970 von der britischen Krone (Kooperative Republik Guyana), Guyana verblieb aber im Commonwealth. Burnham wurde nach Einführung des präsidialen Regierungssystems 1980 Staatspräsident. Unter seiner autoritären Herrschaft verteidigten die Afroguyaner ihre politische Dominanz.

Sein Nachfolger Hugh Desmond Hoyte (1985-1992), ebenfalls vom PNC, verbesserte die Beziehungen zu den westlichen Industriestaaten. Die Parlamentswahlen seit 1992 gewann die PPP. Neuer Staatspräsident wurde zunächst der Parteigründer und Indoguyaner Cheddi Jagan . Nach seinem Tod 1997 übernahm seine Frau Janet Jagan das Präsidentenamt. Sie wurde 1999 von Bharrat Jagdeo abgelöst. Das Verhältnis zwischen PNC und PPP blieb gespannt.


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