Rio de Janeiro Sicher reisen am Zuckerhut

Rio de Janeiro ist eine Stadt der Extreme. Jedes Jahr zieht der Karneval Tausende Besucher aus der ganzen Welt an. Gleichzeitig herrscht ein erbarmungsloser Drogenkampf in den Favelas, den Armenvierteln an den Hängen der Zwölf-Millionen-Metropole. Allein von Januar bis April sind im vergangenen Jahr nach amtlicher Bilanz 75 Zivilisten erschossen worden. Um Rio-Gäste zu schützen, wurde eine Touristenpolizei eingerichtet, die in den Urlaubsgegenden patrouillieren.

Reisende sollten die Favelas meiden. In den Slums besteht akute Gefahr für Leib und Leben - die Mordrate lag im Jahr 2005 nach Angaben des Justizministeriums bei mehr als 150 Opfern. Damit gehört Brasilien weltweit zu den Ländern, wo die meisten Morde und Tötungsdelikte begangen werden. Das lateinamerikanische Land ist auf Platz 15, auf Platz 1 liegt der Irak.

Darüber hinaus ist Vorsicht vor allem in den weniger belebten Straßen der Innenstadt, an Stränden sowie auf Zubringerautobahnen zum Flughafen und an Busbahnhöfen angebracht, warnt das Auswärtige Amt. Hier kann es zu Überfällen kommen, bei denen man es tunlichst unterlassen sollte, sich zu wehren. Touristen wird angeraten, einen Geldbetrag von maximal 50 Euro mit sich zu führen, dem sie dem Räuber sofort aushändigen können.

Grundsätzlich gilt: Die von Touristen stark frequentierten Stadtteile - wie das Zentrum, Copacapana, Ipanema und Barra da Tijuca - sind polizeilich gut überwacht. Überall dort, wo dichtes Gedränge herrscht, nutzen Taschendiebe ihre Gelegenheit. Vor allem an Stadtstränden müssen Urlauber aufpassen. Auch während des Karnevals warnen Behörden vor den Langfingern. Zwar heißt es auf der , dass aufgrund "verbesserten Polizeischutzes" die Zahl der Verbrechen während des Volksfestes zurückgegangen sei. Nichtsdestotrotz sollten folgende Regeln beachtet werden:

Ausländische Frauen, die ohne Begleitung unterwegs sind, fallen auf - insbesondere wenn sie hellhäutig und blond sind. Dessen sollten sie sich bewusst sein und den brasilianischen Männern beizeiten ihre Grenzen aufzeigen. Frauen sollten auch bedenken, dass "Oben ohne"-Baden als Erregung öffentlichen Ärgernisses gilt. Zieht eine Touristin dennoch ihr Bikini-Oberteil aus, muss sie mit einer Festnahme rechnen.

  • außerhalb des Hotels keine auffällige Kleidung tragen und keine Wertgegenstände, wie Uhren und Schmuck, zur Schau stellen
  • wichtige Dokumente, wie Reisepass, sowie Kreditkarten und Wertsachen im Hotelsafe deponieren
  • Unterwegs sollten Urlauber nur Kopien ihrer Papiere bei sich haben.
  • nur kleine Geldbeträge bei sich führen
  • nach einem Diebstahl oder Überfall bei der zuständigen Polizeidienststelle Anzeige erstatten - die Anzeige ist unter anderem wichtig für die Ausstellung von Ersatzdokumenten. Die Nummer der Touristenpolizei lautet: (21) 2332 2924. Die allgemeine Notrufnummer ist 119.
  • In Rio sollten Reisende am besten ein vorab bestelltes Taxi nehmen. Bereits am Flughafen können Taxis gebucht und bezahlt werden. Linienbusse werden häufig überfallen. Die brasilianische Botschaft rät, nur "ausgewiesene öffentliche Verkehrsmittel" zu nutzen.
  • Touristen sollten ihr Getränk in Discotheken und Kneipen grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt stehen lassen. Das Auswärtige Amt warnt: "Berüchtigt ist die Verabreichung von Getränken mit Schlaf- bzw. willensverändernden Mitteln", die Urlaubern ins Glas geschüttet werden. Ohnehin rät das Auswärtige Amt davon ab, Drogen zu konsumieren, da Drogendelikte in Brasilien streng geahndet werden.
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Autor:
Philine Gebhardt