Balearen Ibizas erstes Discohotel "Ushuaia Beach"

Auf Ibiza, wo typisch menschliche Angewohnheiten wie "tagsüber ist man wach und nachts schläft man" längst passé sind, macht ein Hotel mit eigenem Open-Air-Club im Innenhof durchaus Sinn. Im vergangenen Sommer eröffnete vor den Toren von Ibiza-Stadt an der Playa d’en Bossa deshalb das "Ushuaia Beach", das erste Discohotel der Insel. Seinem Slogan "The hotel, that pumps up the volume" wird es während der Sommermonate mehr als gerecht.

Hinter den Plattentellern stehen weltberühmte DJs wie David Guetta oder Luciano und sorgen dafür, dass der Puls im Technobeat schlägt - statt nachts auf Ruhemodus umzuschalten. Jeden Abend steigt von 20 bis 24 Uhr am Pool ein Spektakel mit bis zu 5000 Besuchern. Statt zu schlafen treibt es einen raus auf den Balkon, von wo aus man beobachten kann, wie die Farbe des Schwimmbeckens alle paar Sekunden wechselt, GoGo-Tänzerinnen ihre Hüften kreisen lassen und sich die "beautiful people", die schönen Menschen von Ibiza vor der Bühne drängeln.

House-Beats und frisch gepresste Säfte mit Red Bull

Am nächsten Morgen herrscht gepflegte Lethargie am Pool. Schönlinge mit aufgekrempelten Shorts schleppen Champagnerkelche zu ihren Liegen und Frauen in knappen Bikinis bewegen sich so, als würden sie Catwalk-Training machen. House-Beats und frisch gepresste Säfte mit Red Bull halten alle in einem Halbwach-Zustand und selbst im Pool dringt unter Wasser Musik aus Lautsprechern. Am Strand muss man weit aufs Meer hinaus schwimmen, um die wummernden Bässe nicht mehr zu hören.

Blickt man von dort aus zurück, wird einem klar: Wer Urlaub im "Ushuaia Beach" bucht, dem geht es nicht um Meeresrauschen und Entspannung, sondern um die ganz große Show. Der will nicht auf den Horizont und Sonnenuntergang blicken, sondern auf gemachte Brüste unter Netzkleidern und dunkelhäutige Muskelprotze mit orangefarbenen Haaren. Dem macht es nichts aus, dass alle paar Minuten, Flugzeuge im Landeanflug über das Hotel donnern, sondern der freut sich, Teil der "cool crowd" von Ibiza zu sein.

Dass das "Ushuaia" als ultrahip gilt, ist seinem Besitzer Yann Pissenem zu verdanken. Einem drahtigern Franzosen mit kurz geschorenem Haar, der sich vor der Eröffnung des Hotels mit seinem "Ushuaia Beachclub" bereits einen Namen gemacht hat. Zu seinen Partys unter freiem Himmel kamen oft bis zu 3000 Besucher - und die wichtigsten DJs der Insel. Wer die auf seiner Seite hat, der kann auf Ibiza nur gewinnen. Auch wenn sein Hotel den Spitznamen "9/11" trägt, weil die Flugzeuge so dicht über es hinweg fliegen. Um dieses Manko auszugleichen ist das "Ushuaia" um Einzigartigkeit bemüht. Es beherbergt mit dem "Minami" nicht nur eines der besten Sushi-Restaurants der Insel, sondern auch einen Spa namens "Eqllibrium", der 24 Stunden am Tag geöffnet hat, und ein Aufnahmestudio für DJs und Musiker.

Der Sinn für die Realität wird auf Ibiza halt gern ausgeschaltet

Ein Haarsalon
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Ein Haarsalon, in dem man sich noch mitten in der Nacht eine neue Frisur machen lassen kann.
Die Zimmer sind mit Designermobiliar im Sixties-Stil eingerichtet und verfügen ganz selbstverständlich über Erotic-Kits mit Vibrator und Sauerstoff-Flaschen, falls die Kräfte vom vielen Feiern mal nachlassen. Um die Exklusivität des Hotels noch zu unterstreichen, kosten Liegen im hauseignen Beachclub 180 Euro pro Tag - inklusive einer Flasche Champagner. Der Wunsch der Gäste, sich wie VIPs zu fühlen, erklärt auch, warum die "Partyboxen" mit Blick auf die Livebühne mit eigener Kellnerin und einem Kühschrank voller Champagner für 3000 Euro fast jede Nacht ausgebucht sind. Der Sinn für die Realität wird auf Ibiza halt gern ausgeschaltet. Trotzdem machen die Gäste im "The Hotel that never sleeps" auch mal die Augen zu. Mit Oropax in den Ohren, das auf jedem Zimmer neben Seife und Shampoo zur Grundausstattung gehört.

INFO

Das Ushuaia Ibiza Beach Hotel ist ab 150 Euro (inklusive Frühstück) pro Zimmer in der Nebensaison zu buchen. Ab Mitte Juni kostet ein Doppelzimmer mit Frühstück, Tax und Eintritt zu den Events ab 310 Euro pro Zimmer. Buchbar über: ushuaiabeachhotel.com

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Autor:
Aileen Tiedemann