Schweiz Movers und Shakers im Wallis

Er sitzt an der Bar, schnauzbärtig, den Cowboyhut in der Stirn. Art Furrer, Hausherr der "Art Furrer Hotels", füllt die Gläser mit Fendant. Auf der Riederalp hat die Skisaison begonnen, draußen spucken Schneekanonen weißen Flaum auf die Pisten, im Ofen backen Pizzen, alles nimmt seinen gewohnten Lauf. Doch plötzlich merkt Furrer auf. Es liegt was in der Luft. Ein paar Gäste paffen Zigaretten!

"Die wissen alle, dass das Rauchen in Walliser Bars verboten ist", schimpft er. Noch ignorieren manche Wirte das Verbot, das erst seit einigen Monaten gilt. Doch ihm ist es ernst. Einer klaren Linie folgte Furrer schon immer. Das hat er von seinem Vater, einem Tagelöhner und Wilderer im Bergdorf Greich. "Die Leute unten im Tal sind nicht besser als wir, sie haben nur mehr Wasser und darum mehr Ertrag", erklärte der damals dem kleinen Arthur. Da wusste der Sohn, dass es keinen Grund gibt, sich klein zu machen.

Er kam auf das Kolleg Spiritus Sanctus in Brig, ließ sich sagen, wie man in den Himmel kommt, was erlaubt ist und was nicht, und ging danach zur Armee, wo er zum Offizier aufstieg. Wilderer, Gottesdiener, Krieger - Furrer streckt drei Finger in die Luft: "Als ich 1959 das Flugzeug nach Amerika bestieg, war ich ausgebildet wie ein Terrorist."

Was aber zieht einen jungen Walliser nach Übersee? Nichts. Er wird dorthin vertrieben. Denn Arthur Furrer ist nicht nur ein strammer "Gebirgskatholik", er ist auch ein Ketzer. Er machte sich daran, die neue Sportart Skiakrobatik zu entwickeln. Das gefiel dem Schweizer Skilehrerverband gar nicht. Für den war klar, dass auf Pisten stets der Talski zu belasten war. Der Gleichgewichtskünstler Furrer dagegen fragte: Warum soll jemand, der lieber den Bergski belastet, nicht den Bergski belasten? Dafür wird er aus dem Skilehrerverband ausgeschlossen.

Beleidigt, mittellos und ohne ein Wort Englisch strandet Furrer in Amerika. Um im protestantischfreikirchlichen Klima zu bestehen, modifiziert er seinen Gebirgskatholizismus und öffnet die Himmelspforte auch für Nicht-Katholiken. Jetzt steht seinem Aufstieg nichts mehr im Weg. 14 Jahre bleibt er in den USA, aus Arthur wird "Art": Skilehrer von Leonard Bernstein und dem Kennedy- Clan, er unterrichtet "Playboy"-Bunnies und wird Filmpartner der Ski-Legenden Jean-Claude Killy und Willy Bogner, Gast in TV-Shows mit Millionen Zuschauern.

Als Furrer 1973 aus Heimweh ins Wallis zurückkehrt, hat er genug Geld, um die halbe Riederalp zu kaufen. Er spielt mit Grundstücken Monopoly, bis er zwei Drittel der Hotelbetten besitzt. Daneben gründet er Skischulen, besteigt mit seiner Frau alle 48 Viertausender der Schweiz und führt einen doppelt beinamputierten Deutschen aufs Breithorn. In "Verstehen Sie Spaß?" spielt er einen Skischüler mit ebenjenem Cowboyhut, den er danach nie mehr abnimmt.

Der Hut ziert die Bettwäsche seiner Hotels, macht Furrer zur Marke. Und beglaubigt seinen Status als Hofnarr: Wer einen so wunderbar ironischen Fetisch erfindet, darf das Maul aufreißen, seine "terroristischen" Reflexe an Politikern trainieren, gegen Tourismus- und Umweltverbände wettern. Selbst wenn er strikt darauf pocht, dass das neue Rauchverbot für seine Bar gilt, sind ihm die Gäste nicht böse und drücken gehorsamst die Zigaretten aus.

Mit 73 Jahren ist Art Furrer etwas milder geworden. Seine Firma müsse nicht weiter wachsen, er wolle "kein Krebstumor" sein. Er wolle Dinge weitergeben, etwa die Erfahrung von 43 Jahren Ehe. "Die Amis nennen das langweilig, ich aber spüre, wie sich im Kaffeesatz meines Lebens etwas setzt, was für junge Leute interessant sein könnte." Er möchte aus dem Kaffeesatz zehn Punkte herauskratzen und in ein Buch fassen. Zehn Ratschläge für ein Walliser Leben nach Furrers Art - man wird sie sich bei Fendant und Pizza weiterreichen.

Der leise Rebell

Manchmal macht ihre Heimatliebe die Walliser blind. Sie vergessen dann, dass Berglandschaften Schonung brauchen. Hässliche Autobahnen, stinkenden Schwerverkehr oder überdimensionierte Olympische Winterspiele würden sie begrüßen - gäbe es Andreas Weissen nicht, den Mann mit der warnenden Stimme. Weissen, ein sanfter Mann Anfang 50, ist der bekannteste Heimatschützer im Wallis. Man hört seine Stimme talauf, talab - nicht erst, seit er in Radio und Fernsehen walliserdeutsche Sagen erzählt.

Schon als Gymnasiast in Brig war er auffällig. Damals, sagt er, trug er ein Geißband um den Hals, mit dem man die Ziegen eigentlich anbindet, und störte ständig den Unterricht. Einen Schritt neben dem Mainstream bewegt er sich heute noch, wobei er seine Wirkungsfelder alle paar Jahre wechselt. Er studierte Journalistik, ging in die Politik. Zuerst lieh er seine Stimme der Dritten Welt, dann dem WWF, dann dem Naturschutz, dann der Kleingastronomie, aber stets blieb er Teil des Systems, das er bearbeitete, ein "Funktionär",wie er sagt, während seine Augen schelmisch blitzen.

Weissen weiß, dass Rettungsaktionen im Wallis nur von innen heraus gelingen. Deshalb hat er sich sogar als Sektionschef beim Militär beworben - er, der die Armee eigentlich abschaffen wollte. Polizeivorstand von Brig war er hingegen tatsächlich ein paar Jahre lang, mit dem Ergebnis, dass die Briger Innenstadt heute weitgehend autofrei ist. Im Moment leitet Weissen das Netzwerk Schweizer Pärke, organisiert das Festival "Berg, Buch, Brig" und kümmert sich als Vorstandspräsident der Genossenschaft Pro Binntal um die Restaurierung eines 125-jährigen Hotels.

Im Briger Kulturleben ist er verankert wie das Matterhorn in Zermatt. Einmal, sagt er, sei er fünf Jahre weg gewesen, als WWF-Mitarbeiter in Zürich. Dazu muss man wissen: Nur zwei Tage und eine Nacht war Weissen jede Woche in Zürich. Nach Arbeitsschluss bestieg er jeweils so schnell wie möglich den Zug zurück ins Wallis. Dass er gegen politisch bereits abgesegnete Autobahnpläne kämpfte, hat ihm ein paar Morddrohungen eingetragen. Das vierspurige Prestigeprojekt hätte das Oberwallis mit Pfeilern verschandelt und sogar ein Schulhaus überrollt. Am Ende aber kam es fast so, wie Weissen es mit seinen Leserbriefen, symbolischen Landbesetzungen und seinen anderen Protestaktionen gefordert hatte: Von den alten Streckenentwürfen wurde so gut wie nichts realisiert, und was gebaut wurde, war schmaler als geplant.

Seine Erfolge erreicht Weissen, ohne dass seine Stimme jemals laut wird. Wenn er redet, klingt jedes Wort wohlgesetzt, gerade von seinen größten Erfolgen erzählt er in besonders ruhigem Ton. Ja, Weissen war federführend bei der "Alpeninitiative", die 1994 gegen den Willen der Politik vom Schweizer Volk angenommen wurde; seither beschränkt die Verfassung den Transitverkehr durch die Alpen. Und nein, Olympische Spiele haben im Wallis nie stattgefunden. Das ist zwar nicht direkt Weissens Verdienst, aber doch sein eindringlich geäußerter Wunsch. Als einziger Walliser hatte er es gewagt, seine Stimme gegen Olympia zu erheben.

Wie macht er das nur, dass die Leute ihm immer zuhören? "Man muss sich Bilder vorstellen. Gut stehen. Gut atmen. Und Pausen aushalten", sagt er. Im Extremfall, das wissen Besucher seiner Kulturveranstaltungen, schafft Weissen das sogar sieben Stunden am Stück. So lange braucht er, um sein ganzes Repertoire an Walliser Sagen vorzutragen.

Soul auf Schweizer Art

Wer abseits des großen Rummels im Oberwallis lebt, träumt sich gelegentlich ins Zentrum. Im November 2007 bestieg die 18-jährige Handelsmittelschülerin Stefanie Heinzmann aus Eyholz den Zug nach Köln. Sie wollte die Stadt kennenlernen. Außerdem würde sie etwas singen, in einer Casting-Show des TV-Entertainers Stefan Raab. Fragt man Heinzmann heute, was die kleine Bildungsreise in ihrem Leben verändert habe, sagt sie: "Alles!"

Heinzmann gewann die Casting-Show und wurde zum Popstar. Statt vom Musiklehrer kommt das Lob heute von Udo Lindenberg, statt Dorfdiscos erobert sie Hitparaden. 900 Heinzmann-Videos sind auf Youtube gespeichert. Journalisten stehen Schlange. Die Fanpost erreicht sie korbweise. Auch wenn sie den Rummel um ihre Person herunterspielt ("Alles im Rahmen. Ich bin ja nicht Madonna!"), so ist die Bäckerei bei Eyholz doch einer der letzten Orte im deutschen Kulturraum, wo sie noch ungestört Cola trinken und deftigen Käsekuchen essen kann.

Da sitzt sie also neben Claudio, ihrem Bruder und Manager, und isst. Niemand dreht sich nach ihr um: Die stolzen Walliser verkneifen es sich. Stefanie entschuldigt sich wegen des Käsegeruchs. Die gute Kinderstube hat sie sich ebenso bewahrt wie den alten Schülerinnen-Look: weite Jeans, Halstuch, Hornbrille, Lippenpiercing. "Beim ersten Foto-Shooting wollte mich die Stylistin in einen violetten Minirock stecken. Das passte mir gar nicht", sagt sie. Sie habe dann enge Röhrenjeans getragen, "ein Kompromiss".

Die Berliner Zeitung schrieb, die Schweizerin sei "für Marketingleute schwer formbar". Nun ist mangelnde Formbarkeit für ein singendes "Heidi" aus der Schweiz auch kein schlechtes Marketingkonzept. Dennoch ist es erstaunlich, wie wenig sich Heinzmann durch das Interesse an ihrer Person den Kopf verdrehen lässt. Die neue Brille etwa, die ein deutscher Designer für sie maßgeschneidert hat, bleibt zwecks Schonung meist zu Hause. Wenn Stefanie nicht gerade durch Europa tourt, wohnt sie im Elternhaus in Eyholz, und selbst in Berlin vergeudet sie ihre Kräfte nicht ans Partyleben. Falls sie dort etwas verpasst hat, dann "die Dalí- Ausstellung am Potsdamer Platz".

Und doch lebt Stefanie in einer anderen Sphäre. Man merkt es daran, dass Bruder Claudio ständig für sie telefoniert. Das war 2005 noch nicht nötig, als sie mit der Band BigFish ihre ersten Auftritte hatte, auch nicht, als 2007 "Chumm ins Wallis" zum größten Walliser Hit gewählt wurde. Es ist aber selbstverständlich, seit Stefanie in Berlin die Alben "Masterplan" und "Roots To Grow" aufgenommen, Doppel-Platin und den Echo-Award gewonnen und mit Lionel Richie Duett gesungen hat. Eine, die so etwas erreicht, geht auch nicht länger zur Schule, sondern hält von der Plattenfirma organisierte Autogrammstunden ab. Um die Wahrheit zu sagen: Stefanie würde jetzt nicht in dieser Walliser Bäckerei sitzen und Käsekuchen essen, wenn nicht ein Betriebsunfall passiert wäre.

Es begann auf der letzten Konzerttour mit einer Erkältung. Stefanie sang weiter. Auf ihren Stimmbändern sammelte sich Wasser. Sie sang weiter. Die Stimmbänder wurden hart. Sie sang weiter. Als sie zu heiser war, um weiter zu singen, hatten sich Knötchen gebildet. Sie musste sich beim besten Stimmband- Spezialisten Deutschlands unters Messer legen und pausiert jetzt, damit sie in ein paar Monaten die verschobene Deutschland-Tournee nachholen kann. Mit dem Zug wird sie dann nur noch bis Zürich fahren, von da fliegt sie weiter. Economy Class.

Der Exot im Dorf

Pioniere beginnen als einsame Kämpfer. Zum Glück hatte Roland Eberle seine Ricky. Wenn das Wirtspaar des Bio-Hotels "Balance" mit Gästen draußen Yoga machte, konnte der Bauer, der nebenan im Gras die Sense schwang, sich das Grinsen nicht verkneifen. Was für eine verrückte Gesellschaft! Nicht mal Fleisch aßen die. Deutschschweizer natürlich. Sektierer womöglich.

Damals, Ende der achtziger Jahre, hielt sich Eberle aus dem Dorfleben im französischsprachigen Les Granges heraus. Man grüßte sich knapp. Auf die Dorfbewohner wirkte er harmlos. Einer, der den Fehler machte, ein verlotterndes Gasthaus am Dorfrand zu kaufen, mit 70 Betten und nur einem Bad - der durfte ruhig vor sich hinwursteln. Doch Eberle besaß eine gute Hand. In der väterlichen Bäckerei hatte er das Zupacken gelernt, an der Uni St. Gallen das Wirtschaften. Das Steckenpferd, das ihn zum Öko-Pionier im Wallis machte, war das der Ex-Freundin.

Dank ihr hat er die makrobiotische Küche für sich entdeckt, mit biologisch angebautem Getreide und Gemüse, dazu Philosophisches aus Asien. Japanische Schriftzeichen und Buddha-Gemälde schmücken sein Hotel, dazu ab und an auch mal ein Sinnspruch von Goethe: "Es wird einem nichts erlaubt. Man muss es nur sich selber erlauben." Eberle erlaubte sich einiges. Zuerst brach er im Gasthaus ziemlich viele Wände heraus. Dann verzwanzigfachte er die Zahl der Badezimmer. Schließlich wagte er den Versuch mit dem Bio-Pool. Eine Walliser Premiere: Das Wasser ist ohne Chlor sauber, es kommt aus einem Biotop. Die Betten sind nicht verschraubt, die Biofaser-Bettwäsche trocknet im Freien und den Strom produziert Eberle zur Hälfte selbst.

Auf die Sterne vom Hotelierverband hat er verzichtet: "Ich fand bedenklich, dass ein synthetischer Teppich besser bewertet wird als ein hundertjähriger Holzboden. " An die Prüfer des Bio-Hotel-Verbandes hingegen erinnert er sich lieber, erzählt gern die Geschichte vom Bio-Meerrettich auf der Karte, die Kontrolleure hatten nach dem Kaufbeleg gefragt. Was Eberle da sagte? Na, so einiges wachse bei ihm halt im Garten! Kaum zwanzig Meter legen Eisenkraut und Andenbeere vom Beet bis zum Teller zurück. Für kulinarische Ignoranz hat Eberle kein Verständnis. "Beim Auto schaut man doch auch, was man hineinlässt!"

Besser als jeder Hamburger ist ein Algenstrudel - biologisch, wie fast alles. Nur der Weichkäse nicht, den liefert die letzte Bäuerin im Ort, Eberle will sie unterstützen. Er und das Dorf sind sich also doch näher gekommen: "Die Anerkennung kam so richtig, als ich viel Geld in ein zweites, nicht biologisch geführtes Hotel investierte." Das Dorf war begeistert. Nur Eberle war es dann doch ein bisschen zu viel. Er verkaufte seinen Anteil am zweiten Hotel und kocht wieder mehr. Auch beim Yoga sieht man ihn ab und zu. Gute Nachbarn müssen sich ja nicht restlos verstehen.

Der Mäzen von Martigny

Der Skulpturenpark, über den Léonard Gianadda in Martigny gebietet, macht die Damen beim Flanieren vor Ehrfurcht ganz still. Hier steht ein Mobile von Tinguely. Da liegt ein Busen von César im Rasen. Dort küsst sich ein bronzenes Paar von Rodin. Gianadda hetzt dran vorbei und faltet seinen 193 Zentimeter langen Körper hinter ein Cafeteria-Tischchen. Alors, worum geht's? Ah, um ihn selbst? Eh bien, na gut! Er greift zum Handy und verschiebt den nächsten Termin um 15 Minuten.

Mit zwanzig hat er als Reporter die Welt bereist. In eindrücklichen Fotos hält er 1957 bei den Jugendweltfestspielen den Moskauer Alltag fest. Er fotografiert dort auch den ungarischen KP-Chef und Ministerpräsidenten János Kádár, der gegen seine Landsleute sowjetische Panzer angefordert hatte. Dumm, dass Kádár auf Gianaddas Bildern ein Schweizerkreuz am Revers trägt; das schafft dem Fotografen Feinde in der Heimat. Als ihm der Berufsverband die Aufnahme verweigert, legt er frustriert die Kamera weg.

Gianadda wird Bauingenieur, errichtet 1000 Wohnungen in Martigny. So wird er reich, doch vielen missfällt seine Rastlosigkeit, der Bürgermeister droht gar mit ästhetischen Auflagen. Eines Tages stößt er auf einem Baugrund auf Ruinen. Ein gallorömischer Tempel. Da stirbt sein Bruder Pierre bei einem Flugzeugunglück, und Gianadda denkt: Die Kunst will mich zurück! Er errichtet ihr an der antiken Weihestätte einen eigenen Tempel, die Fondation Pierre Gianadda. Sie wird 1978 eröffnet, nun muss Gianadda sie noch füllen.

Es fällt ihm leicht. Wo immer der Charmeur auftaucht, glänzen die Augen der Kuratoren. Er finanziert die Restaurierung der Chagall-Sammlung in der Tretjakow-Galerie und vermittelt dem New Yorker Metropolitan Museum russische Ikonen. Seine Freundin, die Star-Sopranistin Cecilia Bartoli, schickt er für ein Konzert nach Moskau. Dafür überlässt ihm das Puschkin-Museum für fünf Monate die Ausstellung "Von Courbet bis Picasso". Van Gogh, Manet, Renoir - große Werke machen Station in Martigny. Damit auch etwas bleibt, eröffnet Gianadda den Skulpturenpark, die Oldtimer- Sammlung, zeigt die Funde des gallorömischen Tempels.

Puristen belächeln den "Gemischtwarenladen". Der Mäzen zuckt mit den Achseln. "Man muss keine Prüfung ablegen, um bei mir eingelassen zu werden", sagt er. 700 Besucher überrennen ihn jeden Tag. Man verleiht ihm den Russischen Preis der Freundschaft, nimmt ihn in die französische Ehrenlegion auf. Nur von Martigny, sagt Gianadda, komme leider nichts. Gerade will der umtriebige Sohn seiner Stadt eine soziale Stiftung schenken. Zu seinen Gaben gehören schon eine marmorne Bahnhofpassage und kunstgeschmückte Verkehrskreisel. Dass Gianadda seine Geschenke gern im Befehlston verteilt, irritiert die Empfänger, doch der Wohltäter weiß: "Hinterher freuen sich immer alle."

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Martin Helg