Schweiz Durch die Berge und zurück

GoldenPass Classic-Zug auf der Strecke Montreux-Zweisimmen.

Golden Pass und immer wieder Golden Pass - die Touristenroute zwischen Montreux und Zürich wird so gut vermarktet, dass manch unbedarfter Besucher denken könnte, schöne Aussichten gäbe es nur auf ihren Strecken. Dabei ist auch die Fahrt von Lausanne nach Montreux sehr attraktiv - zumindest wenn man in der S-Bahn sitzt. Die fährt direkt am Ufer des Genfer Sees entlang und zuckelt eine halbe Stunde lang zwischen Reben und Wasser durch die Winzerdörfer des Lavaux.

Unsere S-Bahn fährt um 09.01 Uhr in Lausanne ab. So erleben wir die Morgenstimmung, das erwachende Lavaux und haben in Montreux genügend Zeit zum Umsteigen auf die Golden-Pass-Linie. Der moderne Panoramazug, für den man besser Plätze reserviert, fährt dort um 9.45 Uhr. Wer lieber in einem "Pullman Express" aus den 1930er Jahren fahren möchte, muss sich bis 13.45 Uhr gedulden, kann dafür auch einen kleinen Imbiss dazubuchen (Reservierung obligatorisch). Der Zug klettert den Hang hinauf, schaukelt im Zickzack durch Waldstücke weg vom Genfer See und hinein in einen Tunnel. An dessen Ende setzt das Klicken der Fotoapparate ein: Nun schlängeln sich die Schienen durch das Pays d'Enhaut in den Waadtländer Voralpen, eine Bergwelt wie aus dem Bilderbuch - inklusive Chalets, Kühen und kantiger Felsgipfel.

Nach knapp zwei Stunden ist das Berner Oberland erreicht, und die Lokomotive fährt in Zweisimmen ein. Wir nehmen um 12.01 Uhr den nächsten Regionalexpress nach Bern. Etwas über eine Stunde dauert die schöne Reise von der Alpenwelt hinunter zum Thuner See und weiter durch ländliches Gebiet in die Hauptstadt der Schweiz. Bern ist eine Stadt zum Flanieren: vom Bahnhof zum Bundeshaus, weiter durch die Laubengänge zum Zeitglockenturm ("Zytglogge") und in den ältesten Teil der Stadt. Wie das Lavaux gehört auch die Berner Altstadt zum Weltkulturerbe. Ganz unten warten die Braunbären. Sie tollen sich nicht wie früher nur in einem tiefen Graben, sondern auch in einem weitläufigen Gehege. Vielleicht reicht die Zeit noch für einen Abstecher ins bahnhofsnahe Kunstmuseum zu Paul Klee und Ferdinand Hodler. Nach Lausanne kommt man problemlos zurück, die Züge verkehren im Halbstundentakt.

Wer es lieber etwas kleiner mag, steigt in Bern nur um und dafür, auf halbem Weg zurück, im schönen mittelalterlichen Städtchen Fribourg aus. Zu Fuß ist in einer Viertelstunde die gotische Kathedrale erreicht, hier geht es hinunter in die zauberhafte Unterstadt. Über zwei Brücken erreichen wir eine Standseilbahn von 1899. Verlässlich bringt sie bis 19 Uhr Passanten hinauf in die Oberstadt - mit dem Abwasser der Bewohner als Zuggewicht.

Information: Fahrpläne für die vorgeschlagene Strecke können auf www.sbb.ch abgerufen werden. Natürlich benutzen auch normale Regionalzüge die Strecke, die Fenster sind hier nur etwas kleiner. Informationen zum Golden Pass gibt es unter www.goldenpass.ch.