Reise-Ratgeber Die 7 typischen Reise-Fallen

Ausgerechnet der Urlaub sorgt immer wieder auch für Ärger – ob bei der Planung oder direkt am Traumziel. Ein Psychologe weiß, wie wir den Ferien-Fallen entkommen. So tappen Sie nicht rein!

Reisefallen

1. Die Zielfindung

Die Falle: Er sagt: „Ich will Action.“, sie sagt: „Ich will Wellness.“, die Kinder sagen: „Wir wollen den ganzen Tag Matschburgen bauen!“ - Wenn jeder woandershin möchte – wie soll eine Familie je das richtige Urlaubsziel finden?!

Die Lösung: Keinen Kompromiss suchen: Darf jeder aus der Familie der Reihe nach einmal das (grobe) Urlaubsziel bestimmen, ist das offener, fairer und stressfreier, als wochenlang nach der Eier legenden Wollmilchsau zu fahnden. Steht der Ort einmal fest, findet meist jeder Aktivitäten, die zu seinen Interessen passen.

2. Große Erwartungen

Die Falle: Da freut man sich auf Erholung im schönsten Hotel Griechenlands. Darauf, Spannendes zu erleben und endlich auch mal Zeit zu zweit haben – und dann? Stressen die Kinder, wird direkt am Resort gebaut, und das Wetter ist auch noch mies. Wie schafft man es, die Ferien nicht mit Erwartungen zu überfrachten, die kein Urlaub je erfüllen kann?

Die Lösung: Mehrere Urlaube planen! Es ist wie bei der Partnersuche: Wer das Perfekte will, wird mit Anlauf unglücklich. Nehmen Sie deshalb den Druck aus der Urlaubsplanung: Machen Sie lieber öfter ein paar Tage frei – statt sich wochenlang den einen Urlaub auszumalen und sich darauf zu fokussieren. Wer die Sehnsucht nach Erholung und freien Tagen übers Jahr hinweg immer wieder erfüllt, steckt kleine Enttäuschungen am Ziel leichter weg.

3. Die Stille

Die Falle: Wochenlang träumt man vom Romantik-Dinner am Strand – und wenn's so weit ist, hat man sich nichts zu erzählen. Sobald Alltagspflichten wegfallen, fällt das Reden oft schwer – dabei wollte man doch wichtige Fragen klären. Was tun?

Die Lösung: Die Stille genießen: Warum muss man zum Reden in den Urlaub fahren? Wer sich diese Frage stellt, hat die Lösung schnell: Stehen wichtige Gespräche an, sollte die niemand auf die Ferien verschieben! Es ist völlig okay, bei einem Dinner in spektakulärer Umgebung sprachlos zu sein. Dann das Gefühl zu haben, quatschen zu müssen, nimmt die Möglichkeit, einfach den Moment zu genießen – dabei besteht genau darin oft das Urlaubsglück. Wer trotzdem plauschen will: Wetter, Essen und Natur sind gute Einstiege.

4. Die Feriengrippe

Die Falle: Bis kurz vor der Abreise ist Hektik – und dann, kaum am Ziel, klappt man krank zusammen. Wie lässt sich vorbeugen?

Die Lösung: Planen Sie einen Puffer ein. Von 100 Prozent Belastung plötzlich auf Entspannung schalten – das erhöht unser Feriengrippe-Risiko. Besser: die ersten beiden Urlaubstage zum Einstimmen nutzen – und dann erst in die Ferien fahren. 

5. Die Mini-Streits

Die Falle: Klimaanlage an oder aus? Frühes Frühstück oder bis zwölf Uhr mittags im Bett rumhängen? Gerade über Kleinigkeiten gerät man im Urlaub schnell aneinander. Wie wird's wieder harmonisch?

Die Lösung: Mini-Streits entstehen, weil der eine mit vermeintlich unnormalem Verhalten nervt. Sich nichts zu verbieten oder beleidigt zu sein, ist das Mittel der Wahl: Denn im Urlaub darf jeder tun, wonach ihm ist.

6. Die Nähe

Die Falle: Im Alltag hat jeder seine Rolle, man sieht sich eher zu selten als zu häufig – und dann ist man plötzlich ständig zusammen und sehnt sich bald nach Zeit für sich. Was tun, um den Urlaub als gemeinsames Projekt genießen zu können?

Die Lösung: Die ungewohnte Zeit zu zweit wertet unser Gehirn als „nicht normal“. Es kommt zur Reizüberflutung. Machen Sie deshalb unbedingt auch mal einen Solo-Ausflug: Das entspannt und Sie haben abends etwas zu erzählen.

7. Heimfahrt-Blues

Die Falle: Der Urlaub vorbei, auf der Rückfahrt Stau, und alles, was daheim wartet, sind Berge von Wäsche – und Post. Was verlängert das Urlaubsgefühl am wirkungsvollsten?

Die Lösung: Sonntags heimfahren, montags ins Büro: Schalten wir aus dem Urlaubs- direkt in den Arbeitsmodus, ist die Entspannung dahin. Besser: zwei Tage fürs Ankommen einplanen. Auch wenn Sie dafür Zeit am Ferienort hergeben müssen. Wer weiß, dass er nach der – vermutlich zähen – Heimfahrt die Koffer in die Ecke stellen, sich aufs Sofa legen und sagen kann: „Auspacken machen wir morgen“, freut sich mehr auf zu Hause – und bewahrt die Erholung länger.

Unser Experte: Dr. Axel Kowalski ist Psychologe und Neurofeedback-Therapeut. Mehr Infos unter www.neurofit-akademie.de