Deutschland Auf dem Donauradweg zu den Reben radeln

Blick auf die Steinerne Brücke in Regensburg.

Von der Quelle bis zum Schwarzen Meer kann man der Donau auf dem Rad bequem flussabwärts folgen, allein in Deutschland verläuft der Donauradweg 619 Kilometer am Wasser entlang. Der Streckenabschnitt des Donauradwegs ab Regensburg führt entlang der Ausläufer des Bayerischen Waldes hin zu der fruchtbaren, breiten Ebene des Gäubodens. Es ist eine ausgesprochen radelfreundliche Strecke mit wenig Steigungen, reichlich Gastronomie und ebenso vielen Übernachtungsmöglichkeiten. Und bestens geeignet für Anfänger.

Die Tour beginnt auf der Steinernen Brücke in Regensburg, dann geht es raus aus dem Stadtverkehr, die Donau flussabwärts und hinein ins Grüne bis zu den Weindörfern Bach a.d. Donau und Kruckenberg, in denen ein paar gemütliche Weinstuben zur Rast einladen. Für einen Tagesausflug mit Rückkehr nach Regensburg eignet sich das Anbaugebiet des Baierweins bestens. Bei der Tourist-Information im Alten Rathaus gibt es ein Büchlein zum "Baierwein" und die Karte "Radeln im Regensburger Land". Mieträder können Sie bei "Rent a Bike" am Bahnhof ausleihen. Die Länge der Weinradeltour beträgt hin und zurück knapp 50 Kilometer. Die offizielle "Weinroute" führt von Kruckenberg noch weiter - bis nach Wörth a. d. Donau. Wer früh startet, hat die Möglichkeit, mit dem Schiff von Bach zurück nach Regensburg zu fahren.

Der Baierwein war Volksgetränk

Kaum zu glauben: Das heutige Bierland rund um Regensburg war einst eine reine Weingegend, der Baierwein ein Volksgetränk und die Stadt das Zentrum des altbairischen Weinanbaus. Wahrscheinlich seit Römerzeiten, nachweisbar ab dem 7. Jahrhundert, stand das Donau-Nordufer voll mit Reben. Als 1271 in einer Urkunde erstmals der Begriff "Baierwein" verwendet wird, ist dieser bereits landesweit das Hauptgetränk. Die meisten Ländereien verpachtete vermutlich Kloster St. Emmeram an Winzer, die größte Ausdehnung dürften die Rebflächen im 15./16. Jahrhundert mit 2000 bis 3000 Hektar erreicht haben.

Weinzölle und sonstige Abgaben brachten dem Staatshaushalt gute Einnahmen. In einer Chronik wird ein Rezept genannt, wie man mit dem Wein (vorzüglichen!) Maurermörtel anrühren kann. Allerdings war unter denen, die ihn tranken, der Baierwein wenig angesehen, man verhöhnte ihn als "Sauerampfer". Ab 1600 ging es mit dem Weinbau bergab. Schuld waren die Klimaverschlechterung, der Dreißigjährige Krieg, aber auch die Verbesserung der Verkehrswege - man kam jetzt einfacher an qualitativ besseren Wein als den von heimischen Reben.

1970 gab es gerade noch einen Hektar Rebfläche an der bayerischen Donau. Mittlerweile hat der in kleinen Mengen und nur von Nebenerwerb-Winzern produzierte Regensburger Landwein einen hervorragenden Ruf. Der Regensburger Arzt Hanns Rieß gilt als Pionier des naturbelassenen Landweins. Die gesamte Anbaufläche beträgt heute rund vier Hektar (von den deutschen Weinbaugebieten ist nur das Stargarder Land in Mecklenburg noch kleiner), im Stadtteil Regensburg-Winzer wird der Wein in Flaschen verkauft, die Weine in Bach und Kruckenberg werden meist nur in den Winzerstuben ausgeschenkt. Sehenswert ist das Baierwein-Museum in Bach a. d. Donau.