Paris Die große Luxushotelketten Asiens

Vier große Betreiber aus dem asiatischen Raum werden in Kürze und dann sukzessive bis 2012 an exponierten Stellen der französischen Hauptstadt große Luxushotels in Betrieb nehmen. Damit steht Paris wie keine andere europäische Metropole im Fokus eines Paradigmenwechsels: Nobelherbergen sind nicht länger eine Angelegenheit westlicher, einschlägig bekannter Hotellerie-Konzerne.

Den Anfang an der Seine macht die in Singapur beheimatete Nobelkette Raffles International, mit ihrem ersten Engagement in Europa - und einem äußerst prestigereichen Objekt dazu: dem grundsanierten Traditionshaus Nur wenige Minuten vom berühmten Triumphbogen und der Avenue des Champs-Élysées entfernt, wurde die Schließung des Nobelhotels zwecks Komplett-Renovierung 2008 auf einer medienwirksamen "Zerstörungs-Abschiedsparty" besiegelt: Promi-Gäste wie der englische Schauspieler Jude Law und der US-Rapper Kanye West schwangen persönlich den Vorschlaghammer, dazu gab es reichlich Schampus und Chic.

Zwei Jahre, mehr als 100 Millionen Euro und ein geschicktes Händchen von Frankreichs Design-Ikone Philippe Starck später soll das "Le Royal Monceau" am 1. August 2010 wiedereröffnet werden. Zu den Besonderheiten des Hauses zählen dann ein Butler-Service für die 150 Zimmer und Suiten, hauseigene Fashion-Berater und Art-Referenten, nicht zuletzt verfügt das Hotel - als einziges der ganzen Stadt - künftig über ein eigenes Kino.

Ebenfalls noch in diesem Sommer seine Pforten in Paris öffnen soll das erste europäische . Zur 1971 mit einem Luxushotel in Singapur das Tageslicht erblickenden, expansiven Unternehmung des malayischen Multimilliardärs Robert Kuok gehören Hotels und Resorts weltweit. 66 Häuser nennt der Konzern mit Sitz in Hongkong sein Eigen - bis dato ausschließlich im asiatischen Raum, im Mittleren Osten und Nordamerika: Nun wird mit dem Haus im eleganten 16. Arrondissement ein erstes Prestigeobjekt in Europa hinzu kommen, in den nächsten Jahren sollen Eröffnungen in Wien (2011), London, Istanbul (jeweils 2012) sowie Moskau (2013) folgen.

Und wie Raffles, so hat sich auch die Shangri-La-Kette in Paris ein ganz besonderes Gebäude mit großer Tradition ausgesucht: das 1896 errichtete Haus von Prinz Roland Bonaparte, einem Großneffen Napoleon Bonapartes wird die Europa-Premiere des Unternehmens beherbergen. Die Restaurationsarbeiten werden derzeit unter der Ägide des bekannten Architekten Richard Martinet durchgeführt, für das üppige Interieur zeichnet Designkoryphäe Pierre-Yves Rochon verantworlich.

Genau 29 Zimmer und Suiten mehr als das Shangri-La, nämlich 138, wird ein weiteres Spitzenhotel haben, das Ende 2010 in Paris eröffnen soll: Die mit Häusern in unter anderem Barcelona und Genf bereits einschlägige Europa-Erfahrung besitzende (Hongkong) arbeitet seit 2007 an der Renovierung eines 1930er-Art-Déco-Gebäudes in der edlen Rue Saint Honoré.

Wo sonst in Luxus-Boutiquen und Nobel-Restaurants die Pariser Schickeria lustwandelt, wird - nur einen Katzensprung vom Place Vendôme entfernt - das neue Hotel seine Pforten öffnen. Ein edel gestalteter Innenhof bildet den Kern des Shangri-La-Hauses, auch auf die exklusiven Restaurants, Cocktail-Lounges und Bars des Hotels wird ein besonderes Augenmerk gelegt. Als Projektmanager konnte der renommierte französische Designer Jean-Michel Wilmotte verpflichtet werden.

Ein wenig länger, bis 2012, müssen sich Paris-Reisende bis zur Eröffnung des in der französischen Hauptstadt gedulden: Im 1908 errichteten Gebäude des ehemaligen Hotel Majestic in der Avenue Kléber, direkt um die Ecke des Triumphbogens, wird die Gruppe "The Hongkong and Shanghai Hotels, Limited" (HSH) ein Haus mit 200 Zimmern und Suiten eröffnen. Wo bis vor kurzem ein Kommunikationszentrum des französischen Außenministeriums logierte, wird nun mit viel Tatkraft und gut 100 Millionen Euro Investment ein Luxushaus hergerichtet, das, so hoffen die Betreiber, schon bald "ein Wahrzeichen unter den europäischen Hotels" sein wird. Bleibt abzuwarten.

Autor:
Nico Cramer