Samoa

Wissenswertes über Samoa

Natur und Klima:

Außer den beiden Hauptinseln Savai'i und Upolu, die 99 Prozent der Landesfläche einnehmen, gehören die Inseln Manono und Apolima sowie fünf weitere unbewohnte Eilande zu Samoa. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und von Korallenriffen umgeben. Den Kern der Hauptinseln bilden zerklüftete Gebirge, die auf Savai'i bis 1857 Meter und auf Upolu 1079 Meter Höhe erreichen. Üppige tropische Vegetation und dichte Regenwälder, kurze, tief eingeschnittene Wasserläufe, imposante Wasserfälle und Kraterseen prägen das Landesinnere. An den Küsten mit den weiten Sandstränden und türkisfarbenen Lagunen gedeihen Palmen und Brotfruchtbäume.

Das Klima ist feuchttropisch ohne ausgeprägte Jahreszeiten und Temperaturen, die nur geringfügig um 27 Grad schwanken. Die Niederschlagsmengen auf den Hauptinseln variieren im Jahresdurchschnitt zwischen über 5000 mm im Süden und Osten und 2800 mm im Norden und Westen.

Am 29. September 2009 verwüstete ein Tsunami Samoa und Amerikanisch-Samoa, nachdem ein schweres Erdbeben den Südpazifik erschüttert hatte. Es gab mehr als hundert Tote. Mit rund 5000 Kilometern pro Stunde trafen die Wellen auf der Hauptinsel Upolu ein.

Bevölkerung:

Samoa wird zu rund 90 Prozent von einer einheitlichen polynesischen Bevölkerung mit eigener Sprache bewohnt. Fast drei Viertel leben auf der Hauptinsel Upolu, auf der sich mit der Hauptstadt Apia die einzige städtische Siedlung befindet. Am dichtesten besiedelt ist der schmale fruchtbare Küstensaum im Norden und Westen der Insel.

Die Dorfgemeinschaften halten an der traditionellen Lebensweise, dem "Fa'a Samoa", fest. Den Kern bildet die Großfamilie ("aiga"), ihr gewähltes Oberhaupt ist der "Matai". Die Funktion der einzelnen Familienmitglieder ist genau festgelegt und aufeinander abgestimmt. Individualbesitz ist weitgehend unbekannt, das traditionelle Wohnhaus ("fale") ist ein nach allen Seiten offener Pavillonbau mit Strohdach. Inzwischen versuchen mehr und mehr junge Insulaner, sich der strengen Familienhierarchie zu entziehen. Viele verlassen aufgrund der wirtschaftlichen Situation sogar für immer ihre Heimat. Mehr als 150.000 leben im Ausland, vorwiegend in Neuseeland und Australien.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1962, zuletzt 1991 revidiert, ist Samoa eine parlamentarische Monarchie innerhalb des Commonwealth. Das Staatsoberhaupt (O le Ao o le Malö) wird für fünf Jahre vom Parlament gewählt. Der 2007 gestorbene Amtsinhaber Malietoa Tanumafili II. war auf Lebenszeit ernannt. Legislativorgan ist das Einkammerparlament, das Fono, mit 49 auf fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Gewählt werden können nur die Matai, die Oberhäupter der Familienverbände. An der Spitze der Exekutive steht der vom Staatsoberhaupt auf Vorschlag des Parlaments berufene Premierminister. Regierungspartei ist die Human Rights Protection Party (HRPP), stärkste Kraft der Opposition die Samoan Democratic United Party (SDUP).

Wirtschaft und Verkehr:

Ohne eigene Bodenschätze ist Samoa vor allem auf seine Wälder und seine tropische Landwirtschaft angewiesen, die jedoch durch regelmäßig auftretende Wirbelstürme beeinträchtigt wird. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Fischfang. Die Industrie beschränkt sich auf die Verarbeitung von Agrarprodukten; im größten samoanischen Industriebetrieb werden Autoteile hergestellt. Ein Großteil der Staatseinnahmen stammt jedoch aus Entwicklungshilfe und den Überweisungen der im Ausland lebenden Samoaner, die rund 24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen und die negative Handelsbilanz ausgleichen. Die wirtschaftlichen Hoffnungen beruhen auf dem Tourismus. Schon heute kommen jährlich rund 90.000 Besucher nach Samoa, das über die Hauptstadt Apia an das internationale Flugverkehrsnetz angebunden ist.

Geschichte:

Kolonialzeit:

1722 entdeckte der niederländische Seefahrer Jacob Roggeveen als erster Europäer den von Polynesiern besiedelten Archipel. Dem Entdecker folgten 1830 britische Missionare, die die Bevölkerung christianisierten. Ende des 19. Jahrhunderts suchten Briten, Deutsche und US-Amerikaner ihre kolonialen Ansprüche auf die Inseln durchzusetzen. Nach der Berliner Samoa-Konferenz 1899 gab Großbritannien seine Ambitionen auf, Ostsamoa fiel an die USA, Westsamoa an das Deutsche Reich.

Im Ersten Weltkrieg besetzte Neuseeland Westsamoa und verwaltete es seit 1920 als Völkerbundsmandat, seit 1947 als Treuhandgebiet der Vereinten Nationen. Nachdem sich bereits in den zwanziger Jahren eine Widerstandsbewegung gegen die Fremdherrschaft organisiert hatte, sprach sich die Bevölkerung 1961 in einem von der Uno organisierten Referendum für die volle Souveränität aus.

Der unabhängige Staat:

Am 1. Januar 1962 erlangte Westsamoa als erster pazifischer Inselstaat überhaupt die Unabhängigkeit. 1970 trat das Land dem Commonwealth bei; 1976 wurde es Uno-Mitglied. Parlamentswahlen auf Basis des allgemeinen aktiven Wahlrechts fanden erstmals 1991 statt. 1997 wurde das Land von Westsamoa in Samoa umbenannt. Premierminister ist seit 1998 Tuilaepa Sailele Malielegaoi (HRPP), der nach den Siegen der HRPP bei den Parlamentswahlen 2001 und 2006 in seinem Amt bestätigt wurde.


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