Papua-Neuguinea

Wissenswertes über Papua-Neuguinea

Natur und Klima:

Papua-Neuguinea besteht neben dem Ostteil der Insel Neuguinea aus mehr als 600 Inseln - darunter der Bismarck-Archipel sowie die Salomoneninseln Buka und Bougainville. Die Inseln sind überwiegend gebirgig mit zum Teil noch tätigen Vulkanen. Neuguinea wird in seiner gesamten Länge von einem Zentralgebirge durchzogen, das mit seinen schneebedeckten, teilweise erloschenen Vulkanen im Ostteil Höhen bis zu 4519 Meter erreicht. Zwischen den Bergketten liegen ausgedehnte Hochtäler. Beiderseits des Gebirges schließen sich versumpfte Tiefländer an, die im Norden vom Sepik und im Süden vom Fly River durchflossen werden.

An den Schwemmlandküsten wachsen vielfach Mangrovenwälder, ansonsten dominiert tropischer Regenwald, der oberhalb von tausend Metern in Berg- und Nebelwald übergeht. Wälder bedecken etwa 65 Prozent des Landes. Sie sind die Heimat einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt; dazu gehört auch der Paradiesvogel, das Wappentier des Landes.

Die unmittelbar südlich des Äquators liegende Insel gehört überwiegend der immerfeuchten Tropenzone an. Die im Jahresverlauf nur wenig schwankende Durchschnittstemperatur beträgt im Tiefland 27 Grad, im Bergland von 15 bis 20 Grad. Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen zwischen 1200 mm im Südosten und 6000 mm in den Gebirgen.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Papua und ist in etwa 750 Ethnien mit fast ebenso vielen eigenständigen Sprachen und Kulturen zersplittert. Die meisten Papua leben in Dörfern mit wenigen Hundert Einwohnern; in den Städten gibt es indonesische und chinesische Minderheiten. Rund 90 Prozent der Einwohner gelten als Christen; tatsächlich aber sind Riten der traditionellen Religionen noch weit verbreitet.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1975 ist Papua-Neuguinea eine parlamentarische Monarchie innerhalb des Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin, vertreten durch den vom Nationalparlament gewählten Generalgouverneur. Die Exekutive liegt beim Premierminister, die Legislative beim Nationalparlament mit 109 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Regierungspartei ist die National Alliance Party (NAP), stärkste Oppositionspartei die Papua New Guinea Party (PNG).

Wirtschaft und Verkehr:

Trotz wertvoller Bodenschätze ist Papua-Neuguinea in seinen Grundzügen ein agrarisch geprägtes Entwicklungsland. Die Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen, politische Instabilität, Missmanagement und Korruption haben einen dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung bislang verhindert. Von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind mehr als die Hälfte der Bewohner betroffen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, die hauptsächlich der Selbstversorgung dient. Plantagen liefern Kaffee, Kopra, Kakao und Palmöl für den Export. Die Ausbeutung der Bodenschätze liegt weitgehend in den Händen ausländischer Unternehmen. Rohöl stellt rund 70 Prozent des Gesamtexportwertes. Daneben gehören Gold, Kupfer und Edelhölzer zu den wichtigsten Ausfuhrgütern.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird durch die natürlichen Gegebenheiten und die mangelhafte Infrastruktur gehemmt. Weite Gebiete des Landes sind für den Verkehr noch völlig unerschlossen. Da es keine Eisenbahn und nur wenige ausgebaute Straßen gibt, wird der Fernverkehr überwiegend per Flugzeug abgewickelt.

Geschichte:

Koloniale Epoche:

Neuguinea wurde vor mindestens 40.000 Jahren über eine damals bestehende Landbrücke von Südostasien aus in mehreren Einwanderungswellen besiedelt. Im frühen 16. Jahrhundert entdeckten portugiesische Seefahrer die Insel. Im 17. Jahrhundert machten die Niederlande Besitzansprüche geltend und annektierten 1828 den Westteil. Der Ostteil wurde 1884 zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich aufgeteilt. 1906 übernahm Australien das britische Gebiet; der deutsche Teil kam 1921 als Völkerbundmandat ebenfalls an Australien. Nach zwischenzeitlicher japanischer Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurden 1949 beide Gebiete zu Papua und Neuguinea zusammengeschlossen und als Uno-Treuhandgebiet Australien unterstellt. Nachdem 1963 der ehemals niederländische Westteil Neuguineas an Indonesien fiel, erhielt Papua-Neuguinea 1964 zunächst beschränkte Selbstverwaltung.

Unabhängigkeit und innere Krisen:

1975 wurde das Land in die Unabhängigkeit entlassen. Michael Somare bestimmte als Premierminister (1975 bis 1980 und 1982 bis 1985) zunächst die politische Entwicklung. Der junge Staat wurde immer wieder von ethnischen Konflikten, sozialen Unruhen und separatistischen Bestrebungen erschüttert. Auf der Insel Bougainville eskalierten die Auseinandersetzungen und weiteten sich ab 1988 zu einem blutigen Konflikt zwischen der sezessionistischen Revolutionsbewegung Bougainville Revolutionary Army (BRA) und der Zentralregierung aus.

Dieser Konflikt destabilisierte die Innenpolitik des Landes und führte in den neunziger Jahren zu häufigen Wechseln im Amt des Regierungschefs. 2002 konnten die Auseinandersetzungen, die mehr als 15.000 Opfer gefordert hatten, mit einem Friedensabkommen beendet werden. Nach den von Gewalt überschatteten Parlamentswahlen im selben Jahr wurde Michael Somare erneut Regierungschef. Er bemühte sich, auch mit australischer Hilfe, um die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie um eine innenpolitische Stabilisierung. 2005 konnte ein autonomes Parlament für Bougainville gewählt werden. Die Parlamentswahlen 2007 gewann wieder die von Somare geführte NAP. Damit blieb Somare weiterhin Premierminister.

 


Dieser Text ist dem Angebot entnommen.
(C) Wissenmedia GmbH