Nauru

Wissenswertes über Nauru

Natur und Klima:

Die vollständig von einem Korallenriff umgebene Insel wird von einem Sandstrand gesäumt, an den sich ein bis zu 300 Meter breiter fruchtbarer Landstreifen anschließt. Den Kern der Insel bildet ein bis auf 60 Meter aufragendes Plateau aus Korallenkalk, das einst von einer mächtigen Phosphatschicht bedeckt war. Deren Abbau hat eine kahle, kraterartige Landschaft hinterlassen. Im Südwesten des Plateaus liegt die Buada-Lagune; Flüsse gibt es nicht. Die Niederschläge (bis 2000 mm) fallen vor allem im Winter und versickern schnell im porösen Untergrund. Die Temperaturen liegen relativ konstant bei 27 Grad.

Bevölkerung:

Nur 62 Prozent der Bevölkerung sind Nauruer; der Rest sind Beschäftigte in der Phosphatindustrie, die von den anderen Inseln Ozeaniens stammen.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1968 ist Nauru eine parlamentarische Republik innerhalb des Commonwealth. Der vom Parlament (Gesetzgebender Rat mit 18 für drei Jahre gewählten Abgeordneten) auf drei Jahre gewählte Präsident ist zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef.

Wirtschaft:

Der Wohlstand Naurus basierte auf dem Export des hochwertigen Phosphats. Da die Vorkommen begrenzt sind, wurde der Abbau seit den neunziger Jahren stark gedrosselt. Versuche, zum Beispiel durch Auslandsinvestitionen und den Aufbau einer Fluggesellschaft neue Wirtschaftsbereiche zu erschließen, schlugen fehl und führten den Inselstaat in den Bankrott. Künftig sollen mit australischer Hilfe die Fischerei ausgebaut und durch Renaturierung landwirtschaftliche Anbauflächen geschaffen werden. Bislang müssen Lebensmittel ebenso wie Konsumgüter oder Trinkwasser importiert werden.

Geschichte:

Das Atoll im Pazifischen Ozean wurde 1798 von dem Briten John Fearn entdeckt. 1888 wurde es Teil des deutschen Kolonialreiches. 1914 besetzte Australien Nauru und verwaltete es ab 1920 als Völkerbundmandat. Während des Zweiten Weltkriegs eroberte Japan die Insel, die 1947 als Uno-Treuhandgebiet wieder Australien unterstellt wurde. 1968 erhielt Nauru die Unabhängigkeit.

Wegen des Raubbaus an den Phosphatvorkommen verklagte Nauru 1989 die ehemalige Mandatsmacht Australien beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag auf Schadensersatz. 1993 schlossen die beiden Staaten einen außergerichtlichen Vergleich. Seit Mitte der neunziger Jahre kam es aufgrund von innenpolitischen Instabilitäten zu häufigen Wechseln im Präsidentenamt, das seit 2007 von Marcus Stephen bekleidet wird.


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