Mikronesien

Wissenswertes über Mikronesien

Natur und Klima:

Das Staatsgebiet besteht aus den drei Inselgruppen Yap, Chuuk (früher Truk) und Pohnpei, die jeweils nach ihren gleichnamigen und flächenmäßig größten Hauptinseln benannt sind, sowie der Insel Kosrae. Die meisten Inseln sind unbewohnte, nur wenige Meter über den Meeresspiegel ragende Korallenatolle. Die größeren Inseln sind vulkanischen Ursprungs und erreichen auf Pohnpei mit 791 Metern die größte Höhe Mikronesiens. Die überwiegend stark zerklüfteten und von zahlreichen Flüssen und Wasserfällen durchzogenen Gebirgsinseln werden von üppigem, immergrünem Regenwald überzogen. An ihren Küsten finden sich oft undurchdringliche Mangrovenwälder. Auf den kargen Kalkböden der Koralleninseln gedeihen hingegen Kokos- und Pandanuspalmen.

Tropisch warm und regenreich:

Unter dem Einfluss des Nordostpassats herrscht tropisches Klima mit relativ konstanten Temperaturen von 26 bis 28 Grad. Die Niederschläge erreichen durchschnittlich 4000 mm im Jahr, doch fallen die Mengen auf den einzelnen Inseln sehr unterschiedlich aus. Generell nehmen die Niederschläge von Osten nach Westen ab. Gefahr droht vor allem den westlich gelegenen Inselgruppen durch tropische Wirbelstürme.

Bevölkerung:

Die überwiegend mikronesische Bevölkerung unterscheidet sich je nach Inselgruppe stark in ihren Bräuchen und Sprachen. Auf den Chuuk-Inseln sind melanesische und indonesische, auf der Hauptstadtinsel Pohnpei polynesische Einflüsse spürbar. Während sich hier jedoch inzwischen ein US-amerikanisch beeinflusster Lebensstil durchgesetzt hat, blieben vor allem auf Yap noch viele Traditionen erhalten. Insgesamt ist das Leben noch sehr dörflich geprägt, nicht einmal jeder vierte Inselbewohner lebt in städtischen Siedlungen.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1979 ist Mikronesien eine präsidiale Bundesrepublik. Der Staatspräsident, der zugleich Regierungschef ist, wird auf vier Jahre vom Kongress, dem Parlament, gewählt. Dessen 14 Abgeordnete werden direkt vom Volk gewählt. Dabei stellt jeder Bundesstaat einen Abgeordneten (Amtszeit vier Jahre), die übrigen zehn Mandate (Amtszeit zwei Jahre) werden nach der Bevölkerungszahl der Teilstaaten vergeben. Die vier Teilstaaten haben jeweils eine eigene Verfassung, einen gewählten Gouverneur und ein Parlament. Es besteht ein Assoziierungsvertrag (Compact of Free Association) mit den USA, die für die Außen- und Sicherheitspolitik verantwortlich sind.

Wirtschaft:

Traditionelle Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und die Fischerei. Geerntet werden Kokosnüsse, Pfeffer, Bananen und Süßkartoffeln; ferner wird Schweinezucht betrieben. Doch reicht die Produktion zur Eigenversorgung nicht aus. Neben Lebensmitteln müssen industrielle Fertigwaren und Brennstoffe eingeführt werden. Die negative Handelsbilanz wird durch finanzielle Zuwendungen aus den USA und durch die Vergabe von Fischereilizenzen teilweise ausgeglichen. Eine wichtige Devisenquelle ist auch der Fremdenverkehr, vor allem aus Japan und den USA, der mit der Anbindung an den internationalen Luftverkehr in der jüngsten Vergangenheit an Bedeutung gewonnen hat.

Geschichte:

Europäische Einflussnahme und wechselnde Besitzansprüche:

Bereits lange vor Christi Geburt wurde das Gebiet von Melanesiern besiedelt. Im 16. Jahrhundert erreichten spanische und portugiesische Seefahrer Mikronesien, das von der spanischen Krone in Besitz genommen wurde. Wegen der abgeschiedenen Lage nahm Spanien in der Folgezeit aber kaum Einfluss. Es beschränkte sich im Wesentlichen auf Missionsarbeit und auf die Sicherung der Seewege. Erst im Zeitalter des Imperialismus Ende des 19. Jahrhunderts wuchs das strategische Interesse an der Region. Nach ihrer Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg verkauften die Spanier 1899 die Inseln an das Deutsche Reich. Die deutsche Vorherrschaft endete bereits 1914 mit der Besetzung durch die Japaner.

1920 erhielt Japan vom Völkerbund ein Mandat zur Verwaltung des Landes. In der Zwischenkriegszeit kamen mehr als 7000 japanische Siedler auf die Inseln, die die traditionelle Wirtschaftsstruktur nachhaltig veränderten. Im Zweiten Weltkrieg eroberten die USA Mikronesien. Seit 1947 gehörte es zum von den USA verwalteten Uno-Treuhandgebiet der pazifischen Inseln.

Unabhängigkeit:

Die Bevölkerung der vier Inselgruppen sprach sich 1978 in einem Referendum für die Bildung der Föderierten Staaten von Mikronesien aus. 1979 wurde eine bundesstaatlich-präsidiale Verfassung verabschiedet. Ein weiteres Referendum 1983 ergab eine Mehrheit für die Vereinbarung einer freien Assoziierung der Inseln mit den USA. Der Compact of Free Association trat 1986 in Kraft. 1990 endete die Treuhandverwaltung und 1991 trat Mikronesien der Uno bei. Der modifizierte Assoziierungsvertrag mit den USA verlängerte sich 2004 um 20 Jahre. 2007 wurde Emanuel Mori Staats- und Regierungschef.


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