Marshallinseln

Wissenswertes über die Marshallinseln

Natur und Klima:

Die Inselstaat besteht aus 34 Atollen mit zahlreichen kleinen Eilanden und Riffen, die in zwei parallel verlaufenden Linien aufgereiht sind. Das Hauptstadt-Atoll Majuro gehört zur östlichen Ratakgruppe, Kwajalein mit einer der größten Lagunen der Welt liegt in der westlichen Ralikgruppe. Die Eilande sind flache Koralleninseln mit kargen Böden; Kokos- und Pandanuspalmen sind typische Vertreter der artenarmen Vegetation. Das Klima ist tropisch mit ganzjährig hohen Temperaturen um 27 Grad und Niederschlägen bis 4000 mm; zuweilen ziehen Taifune über die Inseln.

Bevölkerung:

Zwei Drittel der überwiegend mikronesischen Bevölkerung leben auf Ebeye im Kwajalein-Atoll und Majuro. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage und der Überbevölkerung verlassen viele Marshall-Insulaner ihre Heimat und geben damit auch ihre - trotz vieler Fremdeinflüsse - weitgehend erhalten gebliebene Lebensart auf.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1979 (1990 revidiert) sind die Marshallinseln eine präsidiale Republik. Der für vier Jahre vom Parlament gewählte Präsident ist zugleich Regierungschef. Die Legislative liegt beim Parlament (Nitijela), das sich aus 33 für vier Jahre gewählten Abgeordneten zusammensetzt. Daneben besteht noch ein Rat mit zwölf Stammesfürsten (Council of Iroij) als Konsultativorgan.

Wirtschaft:

Die Wirtschaft hängt in hohem Maß von den Finanzhilfen der USA ab. Zu den wenigen eigenen Einnahmequellen gehört der Export von Kopra und Fisch. Mit chinesischer Unterstützung soll der Ausbau der eigenen Fischereiflotte und der Fischindustrie vorangetrieben werden. Der wichtigste Erwerbszweig ist der Dienstleistungssektor; Hauptarbeitgeber sind der Staat und die US-amerikanische Militärbasis auf Kwajalein.

Geschichte:

Die erste Besiedelung der Marshallinseln erfolgte bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. Im 16. Jahrhundert entdeckten die Spanier die Inselgruppe, die ab 1788 von dem britischen Kapitän JohnMarshall erforscht wurde. 1885/86 wurden die Marshallinseln Schutzgebiet des Deutschen Reiches. 1914 besetzten die Japaner die Inseln und übernahmen 1920 die Mandatsverwaltung. 1944 gelang es den USA, das Gebiet Japan in einer Reihe schwerer Gefechte zu entreißen. 1947 übernahmen die USA die Treuhandverwaltung.

1986 erhielt die Inselgruppe Selbstverwaltung im Rahmen eines Assoziierungsvertrages mit den USA (Compact of Free Association), die für die Sicherheitspolitik verantwortlich blieben. 1990 endete die Treuhandverwaltung und begann die Unabhängigkeit für die Marshallinseln, die 1991 Uno-Mitglied wurden. Das Parlament wählte 2000 Kessai H. Note zum Präsidenten. 2004 trat ein neues Abkommen mit den USA in Kraft. 2008 wurde Litokwa Tomeing in der Nachfolge Notes zum neuen Staatsoberhaupt gewählt.

 


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