Fidschi

Wissenswertes über Fidschi

Natur und Klima:

Der Inselstaat im Südpazifik erstreckt sich über eine Meeresfläche von mehreren Hunderttausend Quadratkilometern. Die rund 330 Inseln und Atolle formieren sich - mit Ausnahme der nördlich gelegenen Insel Rotuma - hufeisenförmig um die Korosee. Mehr als 80 Prozent der Landfläche entfallen auf die beiden Hauptinseln Viti Levu und Vanua Levu. Sie sind wie alle größeren Inseln vulkanischen Ursprungs und gebirgig; die höchste Erhebung bildet der Tomanivi (1324 Meter) auf Viti Levu. Die kleineren Inseln verdanken ihre Entstehung meist dem Wirken riffbauender Korallen und reichen nur wenige Meter aus dem Wasser.

Die Inseln liegen im Bereich des ständig wehenden Südostpassats, der nicht nur ergiebige Niederschläge, sondern im Gefolge tropischer Zyklone auch verheerende Stürme bringt. Während der Regenzeit von November bis April erhalten die dem Wind zugewandten Seiten Niederschlagsmengen bis 5000 mm, die im Windschatten liegenden nur 1500-2000 mm. Die Temperaturen unterliegen nur geringen Schwankungen und erreichen im Jahresdurchschnitt 25 Grad.

Dichter tropischer Regenwald bedeckt die ständig feuchten Südostseiten der Inseln, während auf den trockenen Westseiten savannenartiges Grasland vorherrscht, das nur von einzelnen Baumgruppen durchsetzt ist.

Bevölkerung:

Über die Hälfte der Bewohner sind melanesische, überwiegend christliche Fidschi-Insulaner. Etwa 38 Prozent der Bevölkerung sind Nachkommen angeworbener Plantagenarbeiter aus Indien. Als Hindus halten die Inder an den Traditionen ihrer alten Heimat fest und stellen mehrheitlich die wirtschaftlich einflussreiche städtische Bevölkerung, während die Melanesier noch weitgehend in die traditionellen hierarchischen Dorfgemeinschaften eingebunden sind. Rotuma hat eine ausschließlich polynesische Bevölkerung.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1997 ist Fidschi eine parlamentarische Republik. Das Staatsoberhaupt, der Präsident, wird vom Großen Häuptlingsrat für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist zulässig. Die Exekutive liegt in den Händen der vom Premierminister geführten Regierung. Das Zweikammerparlament besteht aus Repräsentantenhaus und Senat. Die 32 Senatoren werden ernannt, die 71 Abgeordneten des Repräsentantenhauses gewählt. Für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind Quoten festgelegt. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre.

Wichtige Parteien sind die United Fiji Party/Soqosoqo Duavata ni Lewenivanua (SDL), die die Interessen der Melanesier vertritt, und die Fiji Labour Party (FLP), die vorwiegend von der indischstämmigen Bevölkerung gewählt wird.

Wirtschaft und Verkehr:

Fidschi gehört zu den wirtschaftlich leistungsfähigsten Staaten Ozeaniens, leidet aber unter den inneren Unruhen, die vor allem der Tourismuswirtschaft schwere Einbußen beschert haben. Ein wichtiges wirtschaftliches Standbein ist auch die Landwirtschaft, insbesondere der Zuckerrohranbau. Die Wälder liefern wertvolle Edelhölzer, zudem gewinnt Fidschi Golderze für den Export. Neben der Nahrungsmittelindustrie sind die Textilindustrie und die Holz verarbeitende Industrie sowie die Fischwirtschaft von Bedeutung.

Fidschi ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im Südpazifikverkehr. Der Ausbau des Luftverkehrs war Voraussetzung für die Entwicklung des internationalen Tourismus.

 

Geschichte

Britische Kolonie:

 

Vermutlich wurden die Hauptinseln vor etwa 3500 Jahren von Südostasien aus besiedelt. Der erste Europäer, der den Archipel entdeckte, war 1643 der Niederländer Abel Tasman. Im 19. Jahrhundert begann die Missionierung. Als Folge innerer Machtkämpfe suchte der melanesische Clanführer Ratu Seru Cakobau Hilfe bei Großbritannien, das die Inseln schließlich 1874 zur Kolonie erklärte. Zur Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen warb die Kolonialverwaltung Inder an, woraus sich der bis heute anhaltende ethnische Konflikt entwickelte.

Unabhängigkeit und innere Krisen:

1970 wurde Fidschi in die Unabhängigkeit entlassen, verblieb aber als parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Die Regierung bildete die Conservative Alliance Party, eine Interessenvertretung der Melanesier, unter Premierminister Ratu Sir Kamisese Mara.

Als nach den Wahlen 1987 eine überwiegend aus indischstämmigen Mitgliedern bestehende Regierung gebildet wurde, kam es zum Putsch rechtsnationaler Fidschianer unter Führung von Sitiveni Rabuka und zu blutigen Zusammenstößen zwischen den Volksgruppen. Mehr als 70.000 Inder verließen das Land. Fidschi erklärte sich zur unabhängigen Republik und wurde aus dem Commonwealth ausgeschlossen. Erst nach Verabschiedung einer neuen Verfassung, die die politische Benachteiligung der Inder abschwächte, kehrte Fidschi 1997 wieder ins Commonwealth zurück.

1999 wurde der indischstämmige Mahendra Chaudhry von der FLP Premierminister. Nach einem Putsch militanter melanesischer Nationalisten übernahm das Militär 2000 kurzfristig die Macht. Im gleichen Jahr wurde Ratu Josefa Iloilo neuer Präsident und Laisenia Qarase neuer Premierminister. Die von ihm geführte SDL konnte die Wahlen 2001 und 2006 für sich entscheiden. Im Dezember 2006 übernahm die Armeeführung die Macht im Lande. Sie gab sie im Januar 2007 zwar wieder an den Präsidenten zurück, Armeechef Frank Bainimarama ließ sich aber als Premierminister einsetzen und behielt damit die Exekutivgewalt in der Hand. 2009 erklärte der Oberste Gerichthof die Einsetzung Bainiramas für nicht verfassungsgemäß. Daraufhin hob Präsident Iloilo die Verfassung auf, entließ die Richter und setzte Bainimarama erneut als Regierungschef ein.

 


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