Big Apple Die grüne Seite New Yorks entdecken

Der East und Hudson River, der Central-Park und eine stillgelegte Güterzugtrasse als High Line Park: New York hat viele naturnahe Rückszugsorte, die Sie entdecken können. Aber auch in Sachen Übernachtung und Kulinarik kann New York grün sein.
Die Skyline von Manhattan mit dem Central Park im Vordergrund.

Wer die Natur in Amerika sucht, wird nicht gerade nach New York fliegen. Mit der Schönheit der amerikanischen Nationalparks kann die Weltstadt selbstverständlch nicht konkurrieren. Andererseits gehört New York aber auch nicht zu den Metropolen, die unter einer Smogglocke zu ersticken drohen: Das Fehlen von Schornsteinindustrien und die Brisen vom nahen Meer sorgen dafür, dass sich die New Yorker weit öfter an einem strahlend blauen Himmel freuen können als etwa die Münchner.

New York grün erleben

Central Park

Der Central Park im Herzen Manhattans ist nur einer - und bei Weitem nicht der größte - der vielen Parks, die zusammen ein Siebtel der Stadt bedecken. 22 km Ozeanstrand, vier zoologische und vier botanische Gärten gehören gleichfalls dazu. Doch haben die meisten Besucher nicht die Zeit, von der "grünen" Seite New Yorks mehr als nur flüchtig Notiz zu nehmen.

Brooklyn Botanic Garden

Für diejenigen, die bei ihren Wanderungen durch das Häusermeer den Kontakt mit Mutter Natur nicht gänzlich missen mögen, empfehlen wir einen Abstecher zum Brooklyn Botanic Garden, dem japanischsten der vier botanischen Gärten gleich neben dem Brooklyn Museum - besonders attraktiv zur Zeit der Kirschblüte im April.

High Line Park 

Natur trifft Architektur: Was früher als Güterzuglinie diente, ist heute ein 2,33 km langer Park, der im Sommer mit seiner Blütenpracht Touristen aus aller Welt anlockt und im Winter ein ruhiges Plätzchen für Winterfeste und Einheimische darbietet. Er beginnt in der West 34th Street, zwischen der 10th Avenue und 12th Avenue und geht bis zur Gansevoort Street im Meatpacking District.  

Naturnah Übernachten

70 Park Avenue Hotel

Ein Hotel, in dem Sie sich wie in der freien Natur fühlen, gibt es in Manhattan nicht. Dieses klassisch möblierte Haus unweit der Morgan Library tut immerhin sein Bestes, um die Natur zu schonen. Zu seinem "earth friendly house-keeping" gehören energiesparende Klima anlagen und Glühbirnen, gedrosselte Duschen, giftfreie Reinigungsmittel und im Restaurant Biokost. Recycling wird ganz groß geschrieben.

• Murray Hill • 70 Park Ave./38th St. • U-Bahn: Park Ave/33rd St. • Tel. 973-2400 • 205 Zimmer • €€ • www.iberostar.com/en/hotels/new-york/iberostar-70-park-avenue

Grüner Essen und Trinken

Blue Hill

Zur Zeit der Prohibition frönten hier Unverbesserliche dem verbotenen Alkohol. Heute ist das Kellerlokal der Vatikan der Slow-Food-Bewegung im Village. Die meisten Ingredienzen baut der Chef, Dan Barber, auf seiner Farm in Westchester County nördlich von New York selbst an. "This Morning's Farm Egg", eines der Vorgerichte, serviert mit Pfifferlingen, Mais und Tomatenconfit, legt die Annahme nahe, dass das Ei am gleichen Tag gelegt wurde. Das "Pastured Chicken in the Style of Summer Pot au Feu" ist nicht etwa in einem Käfig groß geworden, bevor es im Kochtopf landete, sondern auf der grünen Wiese. Auch das "grass fed"-Lamm durfte sich auf der Wiese austoben, bevor es den Weg allen Fleisches ging.

• Greenwich Village • 75 Washington Place (zwischen Washington Square und Sixth Ave.) • U-Bahn: Washington Square • Tel. 539-1776 • nur Dinner Mo-Sa bis 23, So bis 22 Uhr • €€€ • www.bluehillfarm.com/dine/new-york

Blossom

Gemütlichkeit bei Kerzenschein und Kaminfeuer bietet dieses Townhouse im trendigen Galerieviertel. Die Küche ist nicht nur vegetarisch, sondern "vegan", d.h. auch Tierprodukte wie Milch, Eier und Honig werden hier verschmäht. Außerdem ist sie koscher und verwendet nur organische Produkte. Dass die pflanzlichen Imitate von Kalbsschnitzeln und anderen Fleischgerichten Gourmet-Ansprüchen genügen, haben Auszeichnungen wiederholt bestätigt.

• Chelsea • 187 9th Ave. (zwischen 21th und 22nd Street) • U-Bahn: 23rd St./ 8th Ave. • Tel. 627-1144 • Lunch Fr-So 12-15 Uhr, Dinner So-Do bis 21.30, Fr, Sa bis 22 Uhr • €€ • www.blossomnyc.com/

Cha Cha Matcha

Wer in New York schon mal auf den Straßen umher gelaufen ist, dem fällt auf, dass Einheimische so gut wie nie ohne ein Getränk in der Hand unterwegs sind. Dabei geht der Trend immer häufiger weg von sahnelastigen und zuckerhaltigen Koffeingetränken. Neu sind Superfood-Getränke aus beispielsweise Matcha. Das in pink und grün eingerichtete Cha Cha Matcha Café setzt den zu Pulver vermahlenen Grüntee mit antioxidantischer Wirkung so gut wie allem bei, was Sie sich vorstellen können: Neben Getränken wie Tees, Kaffee oder Wasser auch Speisen wie Eis, Müsli oder Gebäck. 

• Nolita • 373 Broome St • U-Bahn: Canal St/ Prince St • Tel.: 646-859-9484 • Mo - Sa 8 - 19 Uhr • € • www.chachamatcha.com/

by Chloe.

Die It-Adresse für fleischloses und veganes Essen, ist das Szene-Lokal by Chloe. Hinter dem Erfolgskonzept steht die Erfolgsfrau Chloe Coscarelli, die durch die amerikanische Fernsehshow "Cupcake Wars" bekannt wurde und sich - seit sie denken kann - auf pflanzlicher Basis ernährt. Ihre Erfolgsidee, vegane Burger und selbstgemachte Saucen der Fast-Food-Gesellschaft entgegen zu setzen, wurde 2014 in die Realtiät umgesetzt. Erst mit einer Filiale, nun mit insgesamt fünf. Das Interior der Restaurants punkten mit dem typisch New Yorker Charme und modernem schweiß/weiß Interior. Wer sich zuerst einen der leckeren veganen Burger in der Bleecker Street gönnt, kann dann - direkt neben an -  bei Sweets by Chloe in den Genuss von veganen Gebäck, Cupcakes und Kuchen kommen. 

• West Village • 185 Bleecker St • U-Bahn: West 4 Street Washington Sq Station • Mo - Fr: 11 - 23 Uhr, Sa & So: 10 - 23 Uhr • €€ • www.eatbychloe.com/

Einkaufen

Whole Foods Market

Für alle diejenigen, die beim Lebensmittel kaufen auf Nummer sicher gehen wollen: Der weltweit größte Betreiber der Biosupermarktkette "Whole Foods Market" verkauft ausschließlich natürliche Lebensmittel. Das heißt: Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Backwaren & Co. sind ohne künstliche Konservierungs-, Aroma-, Farb-, oder Süßstoffe versetzt. Einziges Manko: die Frische hat auch ihren Preis. Gegründet wurde die erste Filiale 1980 in Austin (Texas). Heute hat das Unternehmen 438 Filialen in ganz USA. 

Santa Maria Novella

Wie es sich gehört, hat sich die New Yorker Zweigstelle der Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella in Florenz, einer der ältesten Parfümerien der Welt, in SoHo, im historischen Cast Iron District, niedergelassen: Das Mutterhaus blickt auf sieben Jahrhunderte zurück. Die Atmosphäre erinnert an eine mittelalterliche Klosterapotheke, die Flakons und Tiegel wirken entschieden archaisch. Uralten Rezepten folgen auch die Tinkturen und Cremes, die hier feilgeboten werden. 34Der "Essig der sieben Diebe" (Aceto dei Sette Ladri) ist ein naher Verwandter des Riechsalzes, das man benötigte, als es noch zum guten Ton gehörte, dass Frauen bei passender Gelegenheit in Ohnmacht fielen. Die Rezeptur geht auf das 16. Jh. zurück. Auch bei den zeitgemäßen Produkten achtet das Haus darauf, dass sie aus organischen Essenzen zusammengesetzt sind: Das Sandelholz-Eau-de-toilette ist eine Mischung aus sizilianischen Orangen, tibetanischem Moschus, australischem Lavendel und brasilianischem Rosenholz. Bei der Seifenherstellung werden ebenfalls nur reine Essenzen verwendet. Jedes Stück Seife wird zudem nach wie vor auf traditionelle Art und Weise von Hand gepresst und verpackt. Diese Qualität hat natürlich ihren Preis - doch die große Fangemeinde bestätigt, dass er gerechtfertigt ist.

• SoHo • 285 Lafayette St. (zwischen East Houston und Prince St.) • U-Bahn: Prince St. • Tel. 925-0001 •

Sustainable NYC

Wer seinen grünen Freunden ein Geschenk aus New York mitbringen möchte, findet in diesem Laden garantiert das Richtige. Neben einschlägiger Literatur reicht die Auswahl umweltfreundlicher Produkte von Tees für Schwangere und Sonnenölen aus umweltfreundlichen Rohstoffen bis zu indonesischen Vasen aus wiederaufbereiteten Zeitungen und Arm bändern, die beim Joggen Wind- und Sonnenenergie speichern.

• East Village • 139 Ave. A/9th St. • U-Bahn: Astor Place • Tel. 254-5400 •

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Dieser Text von Jörg von Uthmann ist ein Auszug aus dem MERIANlive-Reiseführer "New York".