Kanada Wilde Tiere in Kanada beobachten

In Kanada lassen sich Wildtiere wie Schwarzbären, Bisons und Eisbären aus nächster Nähe und in freier Wildbahn erleben. Wir geben Ihnen Tipps für ein einzigartiges Wildlife Watching-Erlebnis!

Eisbären in der Hudson Bay

Schwarzbären und Grizzlybären in Kanada

Schwarzbär in Kanada

Schwarzbären gelten als friedliche Bärenart

Zu den friedlicheren und kleineren Bären zählt der Amerikanische Schwarzbär oder Baribal. Anders als sein Name vermuten lässt, kann das Fell des Schwarzbären auch zimtfarben oder bläulich schimmern. Zwischen Frühling und Herbst bietet die Knight Inlet Lodge im Süden British Columbias geführte Touren zu den Bären in freier Wildbahn an. Mit dem Boot wird das Seengebiet Richtung Vancouver Island durchfahren, um den Schwarzbären und Grizzlies ganz nahe zu kommen. Wer sich besonders für Grizzlybären interessiert, dem sei der Khutzeymateen Provincial Park, BC, empfohlen: Hier lässt sich aus einem großen Angebot an Wildtier-Touren das Passende wählen, zum Beispiel ein Tagesausflug per Wasserflugzeug durch die Berge. 

Wölfe in Kanada

Wölfe sind schüchterne, in Rudeln lebende Tiere. Dennoch ist eine Begegnung mit diesen nachtaktiven Lebewesen möglich. Eine sehr beliebte Veranstaltung ist das öffentliche Wolfsheulen im Algonquin Provincial Park in Ontario, westlich von Ottawa. Dabei imitieren Naturforscher die Tiere so echt, dass die im Park ansässigen Wölfe tatsächlich antworten. Die dreistündige, wetterabhängige Veranstaltung lockt jedes Mal bis zu 2.000 Besucher an. Neben den Wölfen leben hier auch Elche, Weißwedelhirsche, Biber und Schwarzbären. Das Wolfsheulen findet im August und September statt, die Termine werden über die offizielle Homepage des Parks bekannt gegeben: www.algonquinpark.on.ca/visit/programs/wolf-howls.php.

Bisons in Kanada

Bisons in Kanada

Bisons am Straßenrand in British Columbia

Im 19. Jahrhundert standen Bisons aufgrund ihres begehrten Fells kurz vor der Ausrottung. Nur allmählich erholt sich die Population der größten nordamerikanischen Säugetiere wieder. Im Elk Island National Park in Atlanta, rund 50 Kilometer von Edmonton entfernt, leben heute ca. 700 kanadische Bisons, die in zwei Arten zu unterscheiden sind: Wood Bisons und Plains Bisons. Wood Bisons stammen aus nördlicheren Gebieten und zeichnen sich durch ein höheres Gewicht und einen größeren Körperumfang aus. Erfahrenen Wanderern bietet sich die Möglichkeit, den eindrucksvollen Tieren auf dem als schwer eingestuften, 16 Kilometer langen, Wood Bison Trail zu begegnen. Plains Bisons können während einer Wanderung durch Moor, Wald und Wiesen auf dem Hayburger Trail gesehen werden, der sich über 12 Kilometer durch den Nationalpark zieht. Wichtig zu wissen: Je höher der Schwanz eines Bisons zeigt, desto angriffslustiger ist das Tier.

Wildpferde in Kanada

Zu den seltenen Tieren ihrer Rasse gehören die Sable Island Ponys. Sie leben auf einer 42 km langen und nur knapp 2 km breiten Düneninsel im Nordatlantik, der sie ihren Namen verdanken: Sable Island. Erstmalig erwähnt werden die zutraulichen Inselponys in Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert. Auch heute noch leben sie wild im 2013 errichteten Nationalpark. Angst vor Menschen haben sie keine, vermutlich, da sie aufgrund ihrer Abgeschiedenheit keine schlechten Erfahrungen sammeln konnten. Seit 1961 stehen die Wildpferde unter kanadischem Schutz. Sie besitzen ein Stockmaß von 132 bis 142 cm und ernähren sich von Dünengräsern und Beeren. Mit einer Entfernung von ca. 300 km von Halifax ist Sable Island nur per Boot oder Kleinfliegermaschine zu erreichen. Besucher benötigen eine kostenpflichtige Erlaubnis der kanadischen Küstenwache, um die Insel zu betreten. 

Geisterbär / Kermodebär in Kanada

Kermodebär in Kanada

Der Kermodebär oder Geisterbär lebt unter anderem im Great Bear Rainforest

Kermodebären - oder auch Geisterbären - sind Schwarzbären, die aufgrund eines Genfehlers ein weißes oder cremefarbenes Fell besitzen. Sie leben im nördlichen Küstengebiet der Provinz British Columbia, genauer: im Great Bear RainforestBei diesem Regenwald handelt es sich um eines der letzten großen Gebiete unberührter Natur auf der Erde. Wer einen Geisterbär hautnah erleben will, der sollte sein Glück im September versuchen. Für diesen Zweck lassen sich geführte Ausflüge per Boot und Bus zu den Plätzen im Park buchen, an denen die Bären sich gerne blicken lassen. Great Bear Tours bietet zweimal täglich eine solche Tour an, gestartet wird in Port Hardy auf Vancouver Island. 

Elche in Kanada

Bei Elchen handelt es sich um wassernahe Tiere. Besonders in Neufundland und im Norden British Columbias halten sie sich an Seeufern und in Nadelwäldern auf. Die Nähe zu Gewässern bietet den Elchen Abkühlung, denn die Tiere sind sehr hitzeempfindlich. Am Seegrund finden sie außerdem Pflanzen als Nahrung; als geübte Schwimmer und Taucher ist die feuchte Nahrungsbeschaffung ein Kinderspiel und eine willkommene Erfrischung. Im Frühling zieht es die Elche in den Algonquin Provincial Park in Ontario. Zur Beobachtung kann man sich auch zur Sommerzeit im Browne Lake Provincial Park (British Columbia) ein Kanu mieten und die Tiere aus der Entfernung beobachten. Im Winter ziehen die Elche in schneearme Wälder, z.B. in die Region Prince George weiter nördlich.

Weißkopfseeadler in Kanada

Selbst die besonderen Weisskofseeadler kann man in British Columbia beobachten

Weißkopfseeadler haben eine beachtliche Spannbreite

Der Weißkopfseeadler (engl.: Bald Eagle) brütet ausschließlich in Nordamerika. Mit einer Flügelspannweite von zwei Metern ist er der Größte der Greifvögel. Seinen deutschen Namen verdankt der ausgewachsene Adler seinem weißen Kopf auf dem ebenmäßigen Braun von Flügeln und Körper. Bis zu 70 Stundenkilometer kann er an Tempo beim Gleiten gewinnen, doppelt so schnell sogar im Sturzflug, sobald er Fischbeute im Wasser erspäht. Diese fängt er schließlich mit Krallen, deren Griff etwa zehnmal so fest ist wie der einer menschlichen Faust. In den USA galt das Nationaltier lange Zeit als bedrohte Spezies, weshalb der Kanadische Weißkopfseeadler zum Aufbau der Population genutzt wurde.
Zur besten Beobachtung der Himmelsherrscher empfiehlt sich der Brackendale Eagles Provincial Park im Küstengebirge nahe Vancouverzwischen Dezember und Januar. Am Bras d’Or Lake auf der Insel Cape Breton, Nova Scotia, brütet mit rund 200 Adlerpaaren die größte Anzahl der seltenen Tierart im östlichen Nordamerika.

Wale in Kanada

Orca in Kanada

Orca an der Küste vor Vancouver Island

Vor den Küsten Kanadas leben mehr als zwei Dutzend Arten von Walen und Tümmlern. Der Blauwal ist mit seinen rund 25 Metern Länge das größte Säugetier der Welt. Auf der Whale Route entlang der Küste Québecs kann man ihn besonders gut beobachten: Angeboten werden verschiedene Touren in Booten oder mit Kajaks. Die agilen Buckelwale sieht man das ganze Jahr über auf Vancouver Island aus den Fluten springen: z.B. im Norden bei Port McNeill. Hier locken nicht nur Kayak-Abenteuer, sondern auch Übernachtungen im Zelt in Küstennähe. Killerwale sind ebenfalls auf Vancouver Island aktiv: Orcas können aus sicherer Entfernung den Sommer hindurch bei Telegraph Cove nahe Port McNeill entdeckt werden. Die Bootstouren mit Unterwassermikrofonen ermöglichen es den Besuchern, Orcas und Delfinen beim „Sprechen" zuzuhören.

Karibus in Kanada

Karibu in Kanada

In Nordamerika zu Hause: Karibus

Kanadas Karibus halten sich in den meisten Provinzen des Landes auf, insbesondere auf den kargen Flächen der Tundra zwischen Baffin Island und Alaska. Die Tiere leben seit Jahrtausenden in den nördlichen Gebieten des Kontinents, im Laufe der Geschichte breiteten sie sich immer weiter in alle Himmelsrichtungen aus. In Europa sind Karibus als Rentiere bekannt. Im Unterschied zu Rentier-Weibchen haben Karibu-Weibchen allerdings ein Geweih. Perfekte Chancen auf eine Karibu-Sichtung haben Sie in der Lodge Arctic Haven am Ennadai-See in Nunavut im Norden des Landes.

Polarbären / Eisbären in Kanada

Eisbären in der Hudson Bay beobachten

Eisbären aus nächster Nähe kann man rund um Churchill beobachten

In den Regionen Nordkanadas ist die Population der bedrohten Bärenart weitgehend stabil. Mit einer maximalen Körperlänge von 3 Metern ist der Eisbär nicht nur der Größte unter den Bären, sondern auch das gefährlichste Raubtier der Arktis. Sie leben auf Eisschollen, auf denen sie sich halten können, indem sich ihr Gewicht von bis zu 680 kg gleichmäßig auf den Pfoten verteilt. Um Eisbären in Kanada beobachten zu können, ist Churchill in Manitoba ein großartiger Anlaufpunkt: Insbesondere zwischen Oktober und November kann man die weißen Bären an der Küste des Hudson Bay aus sicherer Entfernung betrachten.

Sie wollen noch mehr Tiere sehen? Wie wäre es mit einem Hundeschlittenrennen in Yukon

In Kanada lassen sich wilde Tiere wie Eisbären, Grizzlybären, Bisons und Elche in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Unsere Tipps zum Wildlife-Watching.

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Autor:
Frederike Witt, Sarah Schafer