Natur erleben Die Top Ten Nationalparks in Kanada

Die kanadischen Nationalparks Banff und Jasper genießen große Bekanntheit. Doch es gibt noch mehr Naturparks, die spektakulär und gut zugänglich sind. Wir zeigen Ihnen, welche Nationalparks Kanadas Sie sich nicht entgehen lassen sollten. In unserer Auswahl finden Sie einige Perlen mit Geheimtipp-Faktor. Ein Beispiel: der Ivvavik Nationalpark.

Banff Nationalpark, Lake Moraine

1. BANFF NATIONAL PARK

Banff National Park; Lake Louise

Lake Louise, Banff National Park

In den kanadischen Rocky Mountains finden Reisende den ältesten Nationalpark Kanadas, den Banff National Park, in der Provinz Alberta. Der kanadische Park wurde bereits im Jahr 1885 gegründet. Gigantisch hohe Berge, tiefe Schluchten, türkise Seen, spektakuläre Wasserfälle und weite Wälder, die zum Erkunden der Tierwelt einladen: Bergsteiger, Wanderer und Tierfreunde kommen hier voll auf Ihre Kosten – in einer beeindruckenden Postkartenkulisse. Im Banff National Park leben einige spannende Tierarten; Wölfe, Grizzlybären, Wapitis, Schwarzbären oder auch Kojoten sind hier zu finden. Die Vogelfreunde unter den Kanada-Urlaubern können mehr als 250 Vogelarten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Die Top Highlights: Lake Louise, ein prominenter Bergsee, oder Icefields Parkway, ein etwa 230 Kilometer langer Highway, der von Banff bis Jasper und mitten durch die Rocky Mountains führt. Weitere Informationen zum Banff National Park finden Sie hier.

In dieser Bilderstrecke erhalten Sie weitere Eindrücke vom Banff National Park.

2. ALGONQUIN PROVINCIAL PARK 

ALGONQUIN PROVINCIAL PARK
Im Süden Ontarios und rund 300 Kilometer nördlich von Toronto befindet sich der Algonquin Provincial Park. Der Nationalpark ist der größte dieser kanadischen Provinz. Wer das Kanufahren liebt, wird hier besonders glücklich. Im Provincial Park gibt es über 1500 Kilometer an Kanurouten, die teilweise miteinander verbunden sind. Aber auch das Campen oder das Wandern sind möglich. Es gibt Trails für Anfänger (z.B. Hardwood Lookout Trail oder Beaver Pond Trail) sowie für geübte Wanderer. Unsere Empfehlung: Angelroute einpacken oder ausleihen. Neben Laub- und Nadelwäldern, Sümpfen und schroffen Felsformationen finden Reisende hier auch mehr als 2456 einsame Seen, in deren Idylle es sich ungestört angeln lässt. Elche, Biber, Wölfe und Schwarzbären sind hier beheimatet. Das Algonquin Logging Museum widmet sich der Geschichte der Holzindustrie und ist ebenfalls einen Besuch wert. Weitere Informationen unter: www.algonquinpark.on.ca

3. WOOD BUFFALO NATIONALPARK

Wilde Bisons im Wood National Park, Kanada
Über 10.000 wilde Bisons und 200 seltene Schreikraniche sind im Wood Buffalo Nationalpark (Alberta) beheimatet. Mit einer Fläche von 44.807 Quadratkilometern (ca. einem Siebtel der Größe Deutschlands) handelt es sich um den größten kanadischen Nationalpark. Der Park wurde von der UNESCO in das Weltnaturerbe aufgenommen – nicht zuletzt aufgrund des Süßwasserdeltas und der in freier Natur lebenden Bisons. Die Wildnis lässt sich gut mit dem privaten Wohnmobil erkunden. Besucher können im Wood Buffalo Nationalpark ganzjährig wandern und im Winter auf Skiern oder in Schneeschuhen die Winterlandschaft genießen. Sehenswert sind nicht nur die frei umherziehenden Bisons, sondern auch die Elche, Luchse, Schwarz- und Braunbären sowie Schneeschuhhasen oder Schneegänse. Einen besonderen Anblick bieten auch die sogenannten "Drunken Forests". Die Karstlandschaft ist durch schiefe Bäume und unterirdische Flüsse geprägt. Hier erhalten Sie weiterführende Informationen zum Nationalpark.

4. GWAII HAANAS NATIONALPARK

Gwaii Haanas National Park Reserve
Die Queen Charlotte Islands – auch Haida Gwaii genannt – sind eine Inselgruppe vor der Küste British Columbias, im pazifischen Nordwesten Kanadas. Sie werden aufgrund ihrer biologischen Vielfalt auch als „Kanadas Galapagos“ bezeichnet. Im Jahr 1988 wurde hier der Gwaii Haanas National Park gegründet. Eine Fahrt im hundertjährigen Schoner Maple Leaf durch den Archipel ist einzigartig. Weißkopfseeadler ziehen am Himmel ihre Kreise, Seelöwen spielen in den Wellen und bunte Seesterne und Seeanemonen sind durch die Wasseroberfläche erkennbar. Vor einer spektakulären Regenwaldkulisse sind außerdem Schwert-, Grau- und Buckelwale zu beobachten. Wichtig: Es gibt im Nationalpark keine Straßen. Kümmern Sie sich am besten vorher um eine Besichtigung per Boot oder Flugzeug. 

SGaang Gwaii, auch als Anthony Island bekannt, wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Warum? Es handelt sich um eine Bucht, in der Sie vom Kajak aus historische Totempfähle sehen können. Vor Ort gibt es außerdem ein Besucherzentrum, in dem Sie weitere Informationen zur Kultur der Haida erhalten können.

5. IVVAVIK NATIONALPARK

Wandern im Ivvavik Nationalpark
Im äußersten Nordwesteck des Yukon wartet der Ivvavik National Park, ein Juwel unter den Nationalparks. Denn hier tummeln sich noch nicht Abermillionen von Touristen, um die Natur zu bewundern. Nicht mehr als hundert Menschen im Jahr finden hierher. "Ivvavik" bedeutet 'Ort, an dem geboren wird'. Und was wird hier geboren? Karibus. Die Herde der Porcupine Karibus bringt im Nationalpark ihren Nachwuchs zur Welt, meist gegen Ende Mai. Der Ivvavik National Park liegt 300 Kilometer über dem Polarkreis – noch weiter nördlich kommen Besucher in Kanada nicht. Es handelt sich bei diesem Park um den ersten Kanadas, der im Anschluss an das Gebietsanspruchsabkommen zwischen Ureinwohnern und Regierung entstanden ist. Richtige Wege gibt es nicht, Wanderer treten in die Pfade der Karibus und genießen die unberührte Natur, bei der einem leicht der Atem wegbleibt. Tipp für Adrenalin-Junkies: Eine Rafting-Tour auf dem rasanten Firth River, der sich quer durch den Park schlängelt. 

6. THOUSAND ISLANDS NATIONALPARK

Thousand Islands National Park
Mit einer Größe von nur vier Quadratkilometern beschlagnahmt der Thousand Island Nationalpark den Titel des kleinsten kanadischen Nationalparks für sich. Er liegt im Südosten der Provinz Ontario, in der Region Thousand Islands am Sankt-Lorenz-Strom. Der Park umfasst rund 21 Granitinseln zwischen Kingston und Brockville. Bei den kleinen Inseln handelt es sich um die noch erhaltenen Reste aus pre-kambrischem Granit aus der Zeit, als der St. Lorenz Strom durch die Gletscher entstanden ist. Sie sind nur mit dem Boot zu erreichen. Auf einigen Inseln gibt es Campingplätze. Weitere Informationen finden Sie hier: Thousand Islands Nationalpark

7. PACIFIC RIM NATIONALPARK 

Pacific Rim National Park Reserve
Ein Paradies für Wanderer: Der Pacific Rim Nationalpark liegt an der Westküste von Vancouver Island und ist in drei Teile unterteilt: Long Beach, Broken Island und West Coast Trail. Zwischen diesen Teilen liegen jeweils Wasserflächen. Das Klima ist ganzjährig sehr mild und die Niederschlagsmengen sind hoch. Deshalb sind Flora und Fauna sehr vielseitig. Durch das sehr spezielle Klima ist ein dichter Regenwald – mit unter anderem bis zu 95 Meter hohen Sitka-Fichten – entstanden. Der kilometerlange Sandstrand Long Beach ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier gibt es auch zahlreiche Wanderrouten, die unauffällig in die Natur integriert wurden. 

8. AUYUITTUQ NATIONALPARK

Auyuittuq National Park
Die Cumberland-Halbinsel im Südosten der Baffin-Insel stellt das größte Eiland des kanadisch-arktischen Archipels dar. Hier ist der Auyuittuq Nationalpark lokalisiert, der mit einer Fläche von 20.500 Quadratkilometern der fünftgrößte Park Kanadas ist. Der Nationalpark ist ideal zum Skifahren, Klettern und Campen. Bitte beachten: Ein Auto brauchen Sie hier nicht.

Im Südosten stoßen Sie auf den Höhepunkt der ganzen Region: den Akshayuk-Pass. Diese Route ist beinahe 100 Kilometer lang und führt quer über die Halbinsel. Der Pass verbindet den Cumberland-Sund mit der Davisstraße. Hier herrschen sehr kalte und lange Winter. Deshalb sollten zumindest Fußwanderungen eher zwischen Mitte Juli und Ende August geplant werden, wenn eine Außentemperatur von meist rund 10 Grad besteht. In den eisfreien Zonen des Nationalparks findet man viele Pflanzenarten und weitere 110 höhere Blütenpflanzenarten. Außerdem sind hier zum Beispiel Hermeline, Wanderfalken, Kanadagänse, Polarfüchse und Wasser-Piepern beheimatet. Mit ein bisschen Glück können Nationalpark-Besucher diese in freier Wildbahn gut beobachten. 

9. YOHO NATIONALPARK

Yoho National Park

Lake Emerald, Yoho Nationalpark

Der Yoho Nationalpark liegt in der Provinz British Columbia, mitten in den Rocky Mountains. Er gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Mit einer Fläche von etwa 1300 Quadratkilometern zählt Yoho zu den eher kleineren Parks Kanadas. Von der Gemeinde Field ausgehend können geübte sowie ungeübte Wanderer unter vielen Routen wählen. Gipfelstürmer aufgepasst: Es sind sogar über 400 Kilometer Bergpfade vorhanden. Neben den beeindruckenden Felswänden gibt es auch Wasserfälle und Bergseen zu bestaunen, etwa den Emerald Lake. Der Yoho-Nationalpark ist der natürliche Lebensraum von Grizzlybären, Schwarzbären, Elchen, Kojoten oder Pumas. Eine geführte Wanderung kann sich lohnen. Mehr Informationen erhalten Sie hier

10. GRASSLANDS NATIONALPARK

Grasslands National Park
Ein endloses Meer aus Gras finden Kanada-Urlauber im Süden der Provinz Saskatchewan vor. Entlang der Grenze des US-Bundesstaats Montana befindet sich seit 1981 der Grasslands Nationalpark. Er ist vor allem durch seine weite Prärielandschaft geprägt. Bekannt ist dieser Ort besonders durch den amerikanischen Bison, der hier im Jahr 2006 neu angesiedelt wurde. Kanadas Präriebisons, die vom Aussterben bedroht waren, vermehren sich heute wieder und viele Besucher kommen, um die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Auch Schwarzwedelpräriehunde, Füchse, Antilopen und Kojoten sind hier zu Hause. Im Osten des Nationalparks wird das weite Meer aus Gras durch vereinzelte Hügel durchbrochen. Eine spannende Landschaft, die erkundet werden möchte. Weitere Informationen gibt es hier. 

Wir zeigen Ihnen, welche Nationalparks Kanadas Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Ein Beispiel: der Ivvavik Nationalpark im Territorium Yukon.

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Autor:
Michelle Ohl