Roadtrips Autorouten durch Kanada

Zum Atlantik? Zum Pazifik? Oder doch lieber in die Rocky Mountains? Drei Autorouten durch Kanada, zu den Grenzen dieses grenzenlos vielseitigen Landes. 

Roadtrips durch Kanada, Prärie und Rockies

Autorouten im Überblick

  1. New Brunswick & Prince Edward Island
  2. Sunshine Coast & Vancouver Island
  3. Prärie & Rockies

New Brunswick & Prince Edward Island: Das schönste Ende des Kontinents

Autorouten durch Kanada, New Brunswick und Prince Edward Island

  • Länge: 800 Kilometer
  • Dauer: 7 Tage
  • Perfekt für: Nordseefreunde, Frankophile
  • Souvenir: Muscheln vom Strand bei Greenwich

Viele Kanadier verschmähen New Brunswick als "drive-thru province": schnell durch, weiter an die Küste. Wir sagen: Nehmen Sie sich Zeit für New Brunswick, der Atlantikstaat ist ideal für einen Roadtrip zur Seele der Ostküste – und übrigens die einzige Provinz Kanadas, in der Englisch und Französisch gleichermaßen gesprochen werden. Beginnen Sie die Tour in der Hauptstadt Fredericton, und stoßen Sie im beliebten Lunar Rogue Pub (625 King Street) schon mal auf die Autofahrt an. Am nächsten Morgen geht es dann los Richtung Osten, aber nicht auf dem Trans-Canada-Highway, sondern auf dem kleineren Highway 105, der parallel zum St. John’s River verläuft. Der Fluss war lange Hauptverkehrsader, als die Wirtschaft der Provinz im 19. Jahrhundert dank des Holzhandels boomte. Im Nordosten wartet das idyllische Tal des Miramichi River mit seinen berühmten Lachsgründen.

Die Legenden der Akadier, jener ersten französischen Siedler, sind hier noch lebendig – besonders im Freilichtmuseum Village Historique Acadien im Örtchen Bertrand (5 Rue du Pont) nahe Caraquet. Von hier fährt man die Küste entlang nach Süden und über die 13 Kilometer lange Confederation Bridge in die Nachbarprovinz Prince Edward Island. In Charlottetown sollten Sie, sobald die Restaurierungen beendet sind, das Province House besuchen, in dem Kanada seinen Anfang nahm. Die letzte Etappe führt nach Greenwich im Prince Edward Island National Park, wo vier Wanderwege durch die Dünen und zum Atlantik führen. 

Sunshine Coast & Vancouver Island: Auf der Sonnenseite

Autorouten durch Kanada, Sunshine Coast und Vancouver Island

  • Länge: 635 Kilometer
  • Dauer: 6-10 Tage
  • Perfekt für: Wassersportler, Wanderer, Kulturinteressierte
  • Souvenir: Die weichen Wollpullis von "Pollen Sweaters" im Hafen von Lund bringen einen fantastisch durch den Winter

Diese Route durch Kanada hat ein gutes Karma, das verspricht schon das kleine Good Karma Café am Fähranleger von Horseshoe Bay im Norden von Vancouver: Holen Sie sich hier einen Becher Kaffee, gucken Sie auf den Gute-Laune-Spruch an der Wand und nehmen Sie mit der Autofähre Kurs auf Langdale. Die rötlichen, sonnenverwöhnten Arbutus-Bäume säumen hier auf weiten Strecken die Küstenstraße, dazwischen liegen nette, kleine Fischerdörfer. Kurz vor der zweiten Fährfahrt (Earl’s Cove – Saltery Bay) an der Sunshine Coast ist etwa das kleine Egmont ein schöner Ort zum Rasten. Es lohnt sich, zwei Nächte zu bleiben und einen Tagesausflug ins Princess Louisa Inlet zu unternehmen: Die schmale, sechs Kilometer lange Bucht zeigt ein Bilderbuch-Kanada mit blitzblauem Wasser, schneebedeckten Küstenbergen und Wasserfällen. Der 139 Kilometer lange Sunshine Coast Highway endet am Hafen des beschaulichen Lund, von dem fast täglich Boots- oder Kajakausflüge in den wild zerklüfteten Desolation Sound starten (Touren finden Sie hier).

Nach der Fährfahrt von der Sunshine Coast nach Vancouver Island (Powell River – Comox) führt der Highway 19A direkt an der Küste entlang nach Campbell River. Die Stadt ist eine Art Basiscamp für den Urlaub in der Wildnis: etwa im waldigen, bergigen Strathcona Provincial Park oder auf dem nahen Quadra Island. Schon hier kündigen Werbeplakate die nächste Station an: Whalewatching in der 200 Kilometer entfernten Bucht Telegraph Cove, wo sich viele Orcas blicken lassen (Touren finden Sie hier). 

Wer sich für Kultur interessiert, sollte vom nahen Port McNeill nach Alert Bay auf Cormorant Island übersetzen: Sieben Kwakiutl-Stämme pflegen hier ihre Traditionen, zu sehen ist etwa, mit fast 53 Metern, der höchste Totempfahl der Welt. Nördlich von Port Hardy endet die Tour – zumindest mit dem Auto. Zu Fuß geht es nun durch den Cape Scott Provincial Park an der Nordspitze von Vancouver Island: So stürmisch die Küste hier oft ist, so eben und moosgefedert ist der 18 Kilometer lange Cape Scott Trail, auf dem sich unterwegs viele einfache, aber wunderschöne Zeltplätze finden lassen.

Prärie & Rockies: Best of Canada

Roadtrips durch Kanada, Prärie und Rockies

  • Länge: 1000 Kilometer
  • Dauer: 10-12 Tage
  • Perfekt für: die erste Kanadareise, Gipfelstürmer, Pferdenarren
  • Souvenir: Cowboyhut aus Calgary

Farmhäuser, Windmühlen, unendliche Weite – von Calgary geht es auf dem Cowboy Trail Richtung Süden. Bei Lundbreck zweigt ein Weg ab zur Sierra West Guestranch. Bei Ginny und Randy Donahue lebt man wie ein Cowboy und hilft beim Viehtrieb, die Dreitausender immer im Blick. Am Ende des Trail dann der erste National Park: Waterton Lakes. Hoch über dem Upper Waterton Lake thront das ehrwürdige "Prince of Wales Hotel" von 1927, und in einem Gehege am Parkausgang kann man mächtige Büffel bestaunen, bevor man sich wieder Richtung Norden aufmacht – in die Rocky Mountains. Banff ist der berühmteste Nationalpark (Foto), aber lange nicht der Einzige. Von Waterton Lakes folgt man dem Highway 93 bis zum Icefields Parkway: Die 232 Kilometer lange Teilstrecke gilt als eine der schönsten Autorouten der Welt. Auf halber Strecke am Columbia-Eisfeld kann man den Athabasca-Gletscher in Spezialfahrzeugen erkunden. Im Jasper National Park am Ende des Parkway lassen sich tagsüber Bären beobachten – und nachts die Milchstraße, wenn über der Jasper Park Lodge die Sterne funkeln.

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