Costa Rica

Wissenswertes über Costa Rica

Natur und Klima:

Von Nordwesten nach Südosten durchziehen das Land mehrere Gebirgsketten der Zentralamerikanischen Kordillere mit teils noch aktiven Vulkanen. Das auf 1100 bis 1500 Meter Höhe gelegene Becken des Valle Central bildet den Wirtschafts- und Siedlungsschwerpunkt des Landes. An der Karibikküste liegt ein immerfeuchtes Schwemmland, das überwiegend von tropischem Regenwald eingenommen wird. Trockenwald bedeckt das hügelige Küstenland am Pazifik. Dank seiner landschaftlichen Vielfalt weisen Flora und Fauna Costa Ricas eine außerordentliche Artenvielfalt auf. Etwa ein Drittel der Staatsfläche steht unter Naturschutz.

Das Land wird häufig von Vulkanausbrüchen und Erdbeben heimgesucht. Auch Hurrikane streifen gelegentlich das Land.

An der Karibikküste herrscht ein tropisches Klima mit ganzjährigen Regenfällen, an der Pazifikküste ein wechselfeuchten Klima mit einer winterlichen Trockenzeit. Im subtropischen Klima des Valle Central schwanken die Temperaturen ganzjährig um 20 Grad, im Gebirge sinken sie mit zunehmender Höhe.

Bevölkerung:

Costa Rica weist in Lateinamerika den höchsten Anteil von Weißen auf. Die afrikanischen, asiatischen und indianischen Bevölkerungsgruppen bilden kleine Minderheiten.

Die Hälfte der Einwohner lebt in der zentralen Ebene, die allerdings nur fünf Prozent der Staatsfläche einnimmt. Das relativ hohe Bevölkerungswachstum ist auf die starke Einwanderung aus dem Nachbarland Nicaragua zurückzuführen. Seiner erfolgreichen Gesundheitspolitik verdankt Costa Rica eine der geringsten Säuglingssterblichkeiten Lateinamerikas.

Staat und Politik:

Costa Rica ist laut Verfassung von 1949 eine präsidiale Republik, deren Präsident vom Volk für eine einmalige Amtszeit von vier Jahren gewählt wird. Dem Parlament, der Gesetzgebenden Versammlung (Asamblea Legislativa), gehören 57 Abgeordnete an, deren Wahl ebenfalls alle vier Jahre erfolgt. Die konservative Christlich Soziale Einheitspartei (PUSC) stellt die Regierung. Weitere wichtige Parteien sind die sozialdemokratische Partei der nationalen Befreiung (PLN) und die linksliberale Partei der Bürgeraktion (PAC).

Wirtschaft und Verkehr:

Costa Rica konnte seine einseitige Abhängigkeit vom Kaffee- und Bananenexport überwinden. Durch die Einrichtung von Freihandelszonen, in denen ausländische Hightech-Firmen sowie chemische und metallverarbeitende Industrien angesiedelt sind, und den zunehmenden Tourismus wurde die Wirtschaft auf eine breitere Basis gestellt.

Im Agrarsektor überwiegen neben den Bananen- und Kaffeeplantagen kleine und mittelgroße Familienbetriebe, die zum Teil nur für den Eigenbedarf arbeiten.

Das Land verfügt nur über wenige Rohstoffe, einige Lagerstätten wie die großen Bauxitvorkommen im Valle Central sind noch nicht erschlossen. An der Pazifikküste wird Meersalz gewonnen. Die einheimische Industrie konzentriert sich auf die Herstellung von Textilien und Nahrungsmitteln. Wichtigste Devisenquelle ist der Tourismus.

Costa Rica hat das dichteste Straßennetz Zentralamerikas, die Eisenbahn spielt nur eine untergeordnete Rolle und dient vor allem der Anbindung der Häfen an das Landesinnere.

Geschichte:

Spanische Kolonialherrschaft und Unabhängigkeit:

Kolumbus entdeckte die "reiche Küste" - wahrscheinlich so genannt wegen vermuteter Goldvorkommen - im Jahr 1502. Als eigenständiges Gouvernement war Costa Rica während der spanischen Kolonialherrschaft dem Generalkapitanat von Guatemala angegliedert. 1823 bis 1838 bildete Costa Rica zusammen mit mehreren Nachbarstaaten die Vereinigten Provinzen von Zentralamerika. 1838 erklärte es seine Souveränität, 1848 wurde die endgültige staatliche Unabhängigkeit erreicht.

Erste und Zweite Republik:

Die 1871 angenommene Verfassung blieb bis 1949 in Kraft. Die wirtschaftliche und politische Entwicklung begründetete ein im lateinamerikanischen Vergleich stabiles demokratische Gemeinwesen. Dabei verstärkte sich der ökonomische Einfluss der USA.

Auseinandersetzungen über die Präsidentschaftswahlen mündeten 1948 in einen Bürgerkrieg. JoséFigueres Ferrer (Präsident 1953-1958, 1970-1974) konnte die demokratische Ordnung wiederherstellen. 1949 wurde eine neue präsidiale Verfassung verabschiedet (Zweite Republik). Sozialdemokratische und konservative Regierungen lösten sich in der Folgezeit an der Spitze des Landes ab. 1978/79 unterstützte Costa Rica die Sandinisten in Nicaragua beim Sturz der Somoza-Diktatur.

Große außenpolitische Verdienste erwarb sich Oscar Arias Sánchez (PLN) während seiner Präsidentschaft (1986-1990) durch einen Friedensplan für Zentralamerika. Seit 1998 regierte die konservative christdemokratische PUSC mit den Präsidenten Miguel Angel Rodríguez Echeverría (1998-2002) und Abel Pacheco das Land. Die Präsidentschaftswahlen 2006 gewann erneut Sánchez.

 


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