Belize

Wissenswertes über Belize

Natur und Klima:

Das Land von der Größe Hessens ist der zweitkleinste Staat des amerikanischen Kontinents. In der nördlichen Landeshälfte erstreckt sich ein flaches, teilweise sumpfiges Küstentiefland. Im Nordwesten hat Belize Anteil an der Kalkhügellandschaft der Halbinsel Yucatán. Im südlichen Landesinneren erhebt sich mit den zerklüfteten Maya Mountains ein nördlicher Ausläufer der zentralamerikanischen Kordillere. An der lagunenreichen Küste wachsen Mangrovenwälder. 30 Kilometer vor der Küste erstrecken sich Hunderte kleine, aus Korallenriffen aufgebaute flache Inseln, die Cays.

Das tropisch-wechselfeuchte Klima steht unter dem Einfluss des Nordostpassats. Während im nördlichen Tiefland etwa 1300 mm Niederschlag fallen, sind es in den Maya Mountains fast 4500 mm. Von Februar bis Mai herrscht Trockenzeit. Hurrikane ziehen häufig über das Land, 1961 verwüstete "Hattie" die Stadt Belize.

Bevölkerung:

Das Land zählt zu den zentralamerikanischen Staaten mit der geringsten Bevölkerungsdichte, weist aber ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum auf. Elf Prozent der Einwohner sind Maya-Indianer, die vorwiegend im Landesinneren leben. Den Großteil der Bevölkerung stellen Mestizen, ein Drittel sind Schwarze und Kreolen. Daneben gibt es mit den Garífuna eine Gruppe schwarzer Kariben. Kleine Minderheiten bilden Araber, Chinesen und Inder. Die weiße Bevölkerungsminderheit setzt sich aus den Nachkommen von Einwanderern aus den USA und Großbritannien sowie deutschstämmigen Mennoniten zusammen.

Staat und Politik:

Nach der am 21. September 1981 in Kraft getretenen Verfassung ist Belize eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin, die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Die Regierung wird vom Premierminister geführt. Repräsentantenhaus und Senat bilden die Legislative. Die 29 Abgeordneten werden alle fünf Jahre direkt gewählt, die acht Senatoren werden ernannt. Derzeitige Regierungspartei ist die wirtschaftsliberale United Democratic Party, wichtigste Oppositionspartei die sozialdemokratische People's United Party (PUP).

Wirtschaft:

Zwar ist die Wirtschaft in den vergangenen Jahren stark gewachsen, die hohe Staatsverschuldung von 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts schränkt die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit jedoch stark ein. Noch immer lebt rund ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Die überwiegend in ausländischem Besitz befindlichen Plantagen dienen dem Anbau von Zuckerrohr, Zitrusfrüchten und Bananen für den Export. Im tropischen Regenwald werden Edelhölzer geschlagen, insbesondere Mahagoni. Reichhaltige Fischbestände bilden die Grundlage für eine gut entwickelte Küstenfischerei. Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft liefern über die Hälfte der Exporterlöse. Die schwach entwickelte Industrie beschränkt sich auf die Herstellung von Textilien und die Holz- und Nahrungsmittelverarbeitung.

Dringend benötigte Devisen bringen jedes Jahr etwa 200.000 Touristen (vor allem aus den USA) ins Land. Bei Tauchern und Surfern ist die Riffküste sehr beliebt, Kulturinteressierte besuchen die Maya-Ruinen bei Orange Walk. Bedeutsam ist auch der Kreuzfahrttourismus. Der weitere Ausbau des Tourismussektors wird durch das Fehlen großer Hotelkomplexe und eine unzureichende Infrastruktur behindert.

Geschichte:

Kolonialzeit:

Das Gebiet gehörte bis zum 9. Jahrhundert zum Reich der Maya. 1638 nahmen englische Holzfäller das Land, das formal zum spanischen Vizekönigreich Neuspanien gehörte, in ihren Besitz. Ihre Siedlungen erkannte Spanien im Pariser Frieden von 1763 an. 1862 wurde das Land als Britisch-Honduras britische Kronkolonie, 1884 bekam es einen eigenen Gouverneur. 1964 erhielt Britisch-Honduras innere Autonomie; erster Regierungschef wurde George Cadle Price von der PUP. 1973 wurde die Kronkolonie in Belize umbenannt.

Der unabhängige Staat:

Nachdem Guatemala auf seine Besitzansprüche verzichtet hatte, entließ Großbritannien die Kolonie 1981 in die Unabhängigkeit. In den ersten Parlamentswahlen nach der Unabhängigkeit 1984 siegte die UDP überlegen; Premierminister wurde Manuel Esquivel. Fünf Jahre später übernahm erneut Price das Amt des Regierungschefs, 1993 musste er es wiederum Esquivel und der UDP überlassen.

Entlassungen im öffentlichen Dienst und Preissteigerungen führten 1998 zu einem überwältigenden Wahlsieg der PUP. Neuer Premier wurde Said W. Musa. Seine Wiederwahl 2003 verdankte er vor allem umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen sowie der Schaffung von Wohnraum und Arbeitsplätzen. Dies trieb jedoch die Staatsverschuldung in die Höhe, so dass sich die Regierung 2004 gezwungen sah, ein Sparprogramm aufzulegen. Nach dem Wahlsieg der UDP 2008 wurde Dean Oliver Barrow Regierungschef.

 


Dieser Text ist dem Angebot entnommen.
(C) Wissenmedia GmbH