Barbados

Wissenswertes über Barbados

Natur und Klima:

Mehr als drei Viertel der Karibikinsel werden von einem flachen Plateau verkarsteter Korallenkalke eingenommen, nur im Norden findet sich Hügelland. Während im Westen die Insel in Terrassen allmählich ansteigt, ist die Ostküste steil und bildet bis über 200 Meter hohe Kliffs. Fast überall wird die Küstenlinie von Korallenriffen begleitet. Die ursprüngliche Vegetation der Insel ist bis auf einen kleinen Rest regengrünen Trockenwaldes vernichtet.

Das tropisch-ozeanische Klima wird durch den Nordostpassat beeinflusst und weist nur geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen auf. Die meisten Niederschläge (1000 bis 2000 mm) fallen in der Hurrikansaison von Juni bis November.

Bevölkerung:

Barbados gehört zu den am dichtesten besiedelten Inseln der Karibik, die meisten Bewohner leben im Ballungsgebiet der Hauptstadt Bridgetown. Das Sozial- und Bildungssystem ist am britischen Vorbild orientiert.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1966 ist Barbados eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin, die durch einen einheimischen Generalgouverneur vertreten wird. Premierminister als Chef der Exekutive ist der Vertreter der Mehrheitspartei im Repräsentantenhaus (30 Sitze; Wahl alle fünf Jahre). Die zweite Parlamentskammer, der Senat, hat 21 ernannte Mitglieder. Die Barbados Labour Party (BLP) und die Democratic Labour Party (DLP) sind die führenden Parteien des Landes.

Wirtschaft:

Der Wohlstand der Insel beruhte bis in die jüngste Vergangenheit auf dem Export von Zucker, Rum und Melasse. Zwar nehmen die Zuckerrohrplantagen noch den Großteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein, doch werden heute auch Mais, Maniok, Gemüse unter anderem angebaut. An Bedeutung gewinnen der Tourismus, die Finanzwirtschaft sowie das produzierende Gewerbe in staatlich geförderten Industrieparks. Eine Erdölraffinerie verarbeitet sowohl eigenes wie auch importiertes Rohöl.

Geschichte:

Kurz nach der Entdeckung durch die Europäer Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die indianische Urbevölkerung nach Haiti verschleppt, so dass die ab 1625 eintreffenden Engländer eine unbewohnte Insel vorfanden. 1652 wurde Barbados britische Kronkolonie, in der sich eine auf Zuckerrohr basierende Plantagen- und Sklavenwirtschaft herausbildete, deren Niedergang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Eine Auswanderungswelle erfasste das kleine Land.

Nach sozialen Unruhen unter der schwarzen Bevölkerung wurden ab 1937 Reformen in Angriff genommen. 1966 erlangte Barbados die Unabhängigkeit. Regierungschef ist seit 2008 David Thompson von der sozialdemokratischen DLP, die die letzten Wahlen (15. Januar 2008) gewinnen konnte, nachdem sie sich seit 1994 mit der Oppositionsrolle begnügen musste.

 


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