Bahamas

Wissenswertes über die Bahamas

Natur und Klima:

Der den Großen Antillen vorgelagerte Archipel besteht aus rund 700 Inseln und Tausenden Riffen (Cays), die sich in einem Bogen von der Ostküste Floridas bis zur Insel Hispaniola erstrecken. Sie sind aus Korallenkalk und verfestigtem Kalksand aufgebaut und sitzen den aus großer Tiefe emporragenden untermeerischen Gebirgen auf, überragen den Meeresspiegel aber nur um wenige Meter. Weite Teile der Inseln sind verkarstet. Vorherrschende Vegetation ist die Savanne; nur auf den nordwestlichen Inseln gibt es Kiefernwälder. An den Küsten wachsen Palmen, an flachen Buchten auch Mangroven.

Passatwinde im Sommer und der warme Golfstrom im Winter sorgen für ein mildes subtropisches und mäßig feuchtes Klima.

Bevölkerung:

Lediglich die 30 größten Inseln sind bewohnt; mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben auf New Providence mit der Hauptstadt Nassau. Die Mehrheit der jungen Bevölkerung sind Nachfahren der von den Engländern aus Afrika eingeführten Sklaven.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1973 sind die Bahamas eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin, vertreten durch einen einheimischen Generalgouverneur. Der Premierminister als Chef der Exekutive ist der Vertreter der Mehrheitspartei (momentan das Free National Movement, FNM) im Abgeordnetenhaus (40 Mitglieder, Wahl alle fünf Jahre). Die Progressive Liberal Party (PLP) bildet die Opposition. Die zweite Parlamentskammer, der Senat, hat 16 ernannte Mitglieder.

Wirtschaft:

Seit den fünfziger Jahren hat sich der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig entwickelt. Steuervorteile ließen die Bahamas außerdem zu einem internationalen Finanzzentrum werden. Da fruchtbare Böden und Rohstoffe weitgehend fehlen, müssen Nahrungsmittel und Energie größtenteils importiert werden. Eine gewisse Rolle spielt lediglich der Fischfang. In Nassau und Freeport wurden exportorientierte Großbetriebe angesiedelt (unter anderem eine Erdölraffinerie). Die Handelsflotte ("Billigflagge") gehört zu den größten der Welt.

Geschichte:

1492 entdeckte Kolumbus die Bahamas und nahm sie für die spanische Krone in Besitz. Nachdem die indianischen Ureinwohner verschleppt worden waren, dienten die Inseln karibischen Piraten als Unterschlupf. Im 17. Jahrhundert landeten britische Siedler auf den Bahamas; 1729 wurden die Inseln britische Kronkolonie. Erst 1964 erlangten sie die vollständige innere Autonomie und wurden schließlich 1973 in die Unabhängigkeit entlassen. Das politische Leben dominierte in den ersten Jahrzehnten die PLP, die Interessenvertretung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit.

Wirtschaftliche Probleme seit Beginn der neunziger Jahre führten zum Erstarken des oppositionellen FNM, der 1992 bis 2002 mit Hubert A. Ingraham den Premierminister stellte. Nachdem seit 2002 wieder die PLP regierte, wurde 2007 erneut Ingraham (FNM) Regierungschef.


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