München Wellness an der Isar

Blue Spa Bayerischer Hof: Wellness der absoluten Spitzenklasse

Gegen Abend, kurz bevor die Sonne untergeht, ist es hier oben über den Dächern der Innenstadt am schönsten. Wenn gleißendes Licht die benachbarten Türme und Giebel strahlen lässt, vergisst man am Pool des Blue Spa des Bayerischen Hofes ganz schnell, dass der umtriebige Marienplatz gleich um die Ecke und ein stressiger Tag hinter einem liegt. Hier herrscht Ruhe, vollkommene Ruhe mitten in München. Hier, in 25 Metern Höhe, kann man sich auf perfekte Art und Weise dem Müßiggang hingeben. Und einfach nur den Blick schweifen lassen.

Vielleicht kühlt ein Glas Weißwein im Sommer, erfrischt eine Tasse frischgebrühten grünen Tees oder man steigt zum Relaxen gleich in den großzügigen Pool (6,5 mal 14,5 Meter), der bei schönem Wetter offen, bei Kälte und Regen durch ein Glasdach geschützt ist. Wer nicht als Hotelgast oder Jahreskartenbesitzer kommt, sondern als externer Tagesgast das luxuriöse Spa besucht, sollte unbedingt mehr Zeit mitbringen als die paar Stunden nach Feierabend - und außer Blick und Pool das ganze, umfangreiche Angebot nutzen.

Vielleicht erst die Muskeln stählen im verspiegelten Fitnessraum? Oder sich direkt den Händen des ausgebildeten Massagepersonals anvertrauen? An kälteren Tagen sind als Warm-up mehrere Gänge in der Saunalandschaft ein guter Tipp. In der gemischten finnischen Sauna werden stündlich andere Aufgüsse bereitet, die Biosauna mit Farbtherapie ist Frauen vorbehalten und zum Abschluss lassen sich belebende Düfte im Aromadampfbad inhalieren. Der Saunabesuch ist übrigens im Eintritt enthalten, wer allerdings sein Entspannungsprogramm aus dem Kosmetik-, Anwendungs- und Massagemenü zusammenstellt, der schwelgt im totalen Luxus - und das kostet auch entsprechend.

Weit umfangreicher als die Cocktailkarte, aber mindestens so exotisch klingt das Angebot: So kann man einzelne Yogasessions buchen, bei den Makko-Ho-Übungen seinen Körper dehnen, in Meditationskursen den Alltag überwinden oder bei ayurvedischen Ölmassagen schlicht die Zeit vergessen. Aber auch eine klassische Thai-, die hawaiische Lomi-Lomi- oder eine Hot-Stone-Massage mit erwärmten Lavasteinen können extrem wohltuend sein.

Nachdem die Wellness-Konkurrenz in der Münchner Luxushotellerie mit der Eröffnung von Sir Rocco Fortes Haus "The Charles" (Lenbachplatz) und der Renovierung des Spas im Hotel Vier Jahreszeiten (Maximilianstraße) spürbar aufgerüstet hatte, wurde auch im Bayerischen Hof das Programm noch einmal erweitert: Schwangerschafts-, Baby- oder eine Tiefenbindegewebsmassage gehören mittlerweile ebenso zum Standard wie Shiatsu-Kurse für Paare. So nimmt das von der französischen Architektin Andrée Putman entworfene Blue Spa trotz beachtlicher Konkurrenz weiter eine echte Spitzenposition ein - und das nicht nur wegen der sensationellen Aussicht vom Dach.

Prinzregentenbad: Die öffentliche Alternative

Wer braucht eigentlich sogenannte Wellnesstempel in München? Wo man doch im Sommer - nackt - am Flaucher liegen kann. Sich bei Sonne in den Kiesbuchten der renaturierten Isar räkeln oder im Eisbach durch den Englischen Garten treiben lassen kann; was wegen der Strömung natürlich verboten ist, an heißen Tagen aber kaum jemanden abhält.

Wer es nicht ganz so natürlich liebt, aber auch kein Vermögen ausgeben will und speziell in den Wintermonaten sein persönliches Wellness-Ritual weitertreiben möchte, dem seien die öffentlichen Bäder empfohlen. München hat eine Vielzahl neuer oder renovierter Stadtbäder anzubieten: mit beheiztem Außenbad (Dante-Bad), schönem Jugendstilbad (Müllersches Volksbad) - oder man begibt sich gleich ins Prinzregentenbad im Stadtteil Bogenhausen.

Vor der Generalsanierung war das "Prinze" lediglich ein Freibad und im Winter eine Eislaufbahn. Seit der Neueröffnung im Dezember 2003 verfügt es über die mit 1300 Quadratmetern größte Saunalandschaft Münchens, inklusive Whirlpool, Sanarium, Dampfbad, Tauchbecken sowie einer Dachterrasse, die besonders bei leichtem Schneefall eine Klasse für sich ist. Allenfalls die Ruheecken sind, wenn das "Prinze" gut gefüllt ist, ein wenig knapp bemessen.

Die finnische Sauna (95 Grad) gehört zu den Hauptattraktionen im ersten Stock. Zur vollen Stunde bereitet der Bademeister jeweils neue Aufgüsse, besonders beliebt sind die sehr schweißtreibenden Salz- oder auch die lieblichen Honigaufgüsse. Außerdem empfehlenswert: In der im Erdgeschoss liegenden "Massage-Oase" kann man aus verschiedenen Ayurveda- oder Shiatsu-Massagen wählen.

Aiyasha Spa: Traumhaft-exotischer Minimalismus für Ästheten

Gerade mal eine Türklinke vom Traditionsgasthaus "Zum Franziskaner" entfernt findet sich der Eingang zum Aiyasha Spa. Und sobald man oben aus dem Fahrstuhl herausgetreten ist, hat man die weiß-blaue Gemütlichkeit samt bierseliger München-Touristen sofort vergessen.

Vis à vis von Oper und Residenz, kann man sich auf 850 Quadratmetern Gesamtfläche für ein paar Stunden in exotische Gefilde zurückziehen und sich nach allen Regeln der Spa-Kunst verwöhnen lassen. Hier ist goldrichtig, wer im Spa ein wahrhaftiges, asiatisches Kleinod sucht - minimalistisch und sehr exklusiv.

Schon beim Eintreten empfängt den Besucher der entspannende Duft von Zitronengras aus den Duftlampen. Dunkle Hölzer, ausgewählte Antiquitäten und nicht zuletzt die goldglänzenden Buddhastatuen sorgen für eine warme Umgebung. Naturstein, ein Dampfbad, private Marmorbäder und das Angebot von rund 30 Behandlungen sowie eine feine Yoga-Lounge runden das Bild eines luxuriösen Hot Spots für ganzheitlich orientierte Ästheten ab.

Doch nicht nur optisch, auch inhaltlich sticht das Spa durch sein durchdachtes und sorgfältig abgestimmtes Programm hervor: Die Gründer sind die renommierten Münchner Dermatologen Dr. Duve, Dr. Schoppelrey und Dr. Niederdorfer. Duve selbst, der seine Ferien am liebsten im vielleicht luxuriösesten Spa der Welt, dem des Hotel Oriental in Bangkok, verbringt und seit mehr als 20 Jahren Asien-Kenner ist, hat sich mit der Münchner Einrichtung einen Traum verwirklicht.

Die ausgebildeten Therapeuten stammen aus Thailand oder Indonesien und sind bestens mit den fernöstlichen Massage- und Beauty-Ritualen (mit den exklusiven Linien von Panpuri, Sodashi und Comfort Zone) vertraut. Außer klassischen Massagen wie Thai oder Shiatsu bilden die Yogasessions das Herz des Aiyasha-Zentrums. Sie dauern 75 Minuten, können allein oder für bis zu maximal drei Personen gebucht werden.

Autor:
Eva Reik