Marokko Surfen in Taghazout

Fragt man einen Surfer, wo die besten Wellen zu finden sind, dann heißt es oft in Bali, Australien oder auf Hawaii. Ich entschied mich bewusst für einen ganz anderen Surf-Spot: Marokko. Ein Land mit einer gelungenen Mischung aus Kultur, Sonne, Strand und fast perfekten Wellen.

Nur wenige Flugstunden später heißt es statt Dauergrau und Regen Sonnenschein und Flip-Flop-Wetter. Vor dem Flughafen von Agadir wartet eine Horde Taxifahrer darauf, Touristen in ihre charmant, geschmückten Autos zu locken. Manche Wagen sind kreativ verspielt mit Vorhängen und Kissen dekoriert - so wird aus einem alten Mercedes noch ein gemütliches, fahrendes Wohnzimmer. Mein Ziel: Taghazout, ein Fischerdorf im Süden des Landes. Der Ort gilt als Geheimtipp für Surfer. Er liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Agadir und hat sich im Laufe der Zeit unter Wellenreitern herumgesprochen. Geschäfte, Restaurants, Cafés, Massage-Buden und Internet-Cafés zieren die Gassen. Am Hafen kann man den Fischern zusehen, wie sie in ihren leuchtend blauen Booten den frischen Fang für die Märkte an Land bringen.

Abenstimmung in Taghazout.
Alena Zielinski
Abenstimmung in Taghazout.
Mein neues Zuhause auf Zeit heißt Maranga Surf & Travel. Das Camp ist nur ein paar Minuten vom Meer entfernt und mit der wohl entspanntesten Dachterrasse, die ich seit langem gesehen habe - mit bestem Blick auf das rege Treiben auf der Straße und das Meer. Von hier aus kann man bewundern, wie der rote Feuerball jeden Abend aufs Neue langsam in den Fluten untergeht. Ein gigantisches Schauspiel - das es kostenlos noch dazu gibt.

Zu späterer Stunde wird die Dachterasse zum Treffpunkt. Gäste aus aller Welt philosophieren über das Wellenreiten, klagen über ihren Muskelkater oder die lädierten Schienbeine und holen sich Tipps, wo womöglich die noch besseren Wellen regieren. Mit Glück zaubert manchmal ein Gast seine Gitarre heraus: Ein wenig Lagerfeuerromantik am nordwestlichen Zipfel Afrikas - bis es alle am nächsten Tag mit ihren Brettern wieder aufs Wasser zieht. 

INFOS

Marokko bietet ideale Surfspots, malerische Landschaften, menschenleere Strände, dazu Wohlfühl-Wetter und freundliche Mitmenschen. Im Winter kann man sich allerdings nur mit Neopren-Anzug in das Wasser wagen. Taghazout ist für Anfänger und Profis geeignet. Die Lebenskosten sind vergleichsweise gering: Für drei Euro bekommt man eine gute Mahlzeit, eine Kanne Minztee kostet rund 90 Cent. 

Surfbretter
Alena Zielinski
Surfspots

  • "Panorama": Hier laufen die Wellen regelmäßig ein und sind für Anfänger gut zu fahren - ein idealer Spot zum Üben. Für Fortgeschrittene ist dieser Ort vielleicht etwas zu ruhig mit zu kleinen Wellen.
  • Mit dem Auto ist man in wenigen Minuten bei den Spots "Killers", "Hash Point" und "Mystery". Fortgeschrittene und Profis haben hier ihren Spaß. Die Wellen laufen auf Riffe auf. Ein Fußschutz ist deshalb empfehlenswert.
  • "Banana-Point" ist etwa vier Kilometer lang und gut für Anfänger geignet, die sich erstmal nur an Weißwasser heranwagen. Er bietet viele kleine Spaß-Wellen.
  • Das "Banana-Reef" ist für Anfänger sowie Fortgeschrittene geeignet. Der Spot liegt auf einer kleinen Felsplatte etwas südlich vom "Banana Point".
Autor:
Alena Zielinski