Malediven Progressive Entspannung und Wellness

In the end what matters most is
How well did you live
How well did you love
How well did you learn to let it go

So steht es in großen Lettern auf einem Banner geschrieben im Spa des Robinson Clubs auf den Malediven. Für den Inselstaat das perfekte, maßgeschneiderte Motto. Für Mona und mich eine Aufforderung da weiterzumachen, wo wir angefangen haben: mit einem täglichen, persönlichen Reiseblog. Heutiger Schwerpunkt: progressive Traumurlaubentspannung!

Als Text für ein Hörbuch würde das ungefähr so funktionieren: Herzlich willkommen! Schön, dass Sie sich die Zeit für eine Entspannungsübung nehmen. Gehen Sie nun ganz langsam die Treppe Ihres Bungalows ins Meer hinunter. Achten Sie darauf, dass Sie nicht ausrutschen. Geben Sie sich nun völlig entspannt dem Indischen Ozean hin. Das Meer wird Sie tragen. Bewegen Sie nun ganz langsam Ihre Arme, Ihre Beine und schwimmen Sie. Lassen Sie alle Anspannung fahren. Schwimmen sie immer weiter und weiter und weiter.

"Huhu, Sara, aufwachen", reißt mich Mona mit winkenden Armen aus meiner Entspannungsübung und steht bereits mit voller Schnorchelausrüstung vor mir. Bereit fürs Korallenriff, das nur 20 Meter von unseren Bungalows entfernt liegt. Eines der schönsten und intaktesten Riffe, wie uns von Charly, dem Clubmanager, beim letzten Dinner erzählt wurde. Ein absolutes Paradies für Unterwasserfreunde also. Für mich eine Zumutung. Also überlasse ich der wagemutigen Miss Schulze die Begegnung mit den, ach so süßen kleinen Riffhaien und begnüge mich mit dem "Findet Nemo"-Anfängerkurs.

Während ich mir dann beim Frühstück deutsche Markenbutter aufs Brötchen schmiere, schwärmt Mona von ihrer Erlebnisreise im Indischen Ozean. Und Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an - in diesem Club auch gerne auf dem Teller. Stachelmakrele in Minzsauce oder Rinderfilet auf Papayamus. Der indische Küchenchef Anand besteht auf Abwechslung und Eigenkreationen. Sich durch den ganzen Tag essen, das ist auf Fundumanua eine der leichtesten Übungen. Für uns ein schwerer Figur-Crash. Also hören wir auf mit der Völlerei und gehen über zum nächsten Tagesordnungspunkt: Wellness & Yoga.

Eingebettet zwischen Palmen und Mangroven finden wir das örtliche Wellfit-Spa. Reinigende Düfte von Lavendel bis Limonengras entspannen bereits beim Ankommen. Wir haben uns für eine balinesische Akupressur-Massage entschieden, die einen beruhigenden und heilenden Effekt haben soll. Die kleine, zierliche Balineserin packt kraftvoll zu und drückt Punkte an meinem Körper, die mich zum Aufschreien animieren.

Anschließend gab es zehn Minuten Streicheleinheiten auf Kopf und Stirn, dann wurde ich mit einem Gong zurückgeholt. Aus einer Welt aus Watte, in der ich mir doch gerade ein kleines Nest zum Schlafen eingerichtet hatte. "Schlafen kannst du, wenn du tot bist", entgegnet Mona meinem Gähnen streng. Und schon finde ich mich auf einer Yogamatte wieder. In einem wunderschönen Setting am Strand entspanne ich, wenn das überhaupt noch geht, meditierend im Sonnenuntergang.

Zurück finde ich beim Betreten meines Bungalows einen Brief mit dem Absender Robinson Club. Ich öffne ihn und darin steht auf einem Stück Papier geschrieben:

Liebe Sara,
im Abschied ist die Geburt der Erinnerung.
(Dt. Sprichwort)

Bitte stelle dein Gepäck bis 9:30 Uhr vor die Tür, so dass dein Transfer pünktlich um 10:00 Uhr erfolgen kann.

Charly Fleischhacker
Clubdirektor

Ich lächle nicht, ich muss einfach lauthals loslachen.

Autor:
Sara Hellmers