Wettkampf
Die extremsten Sport-Events der Welt

Von Mirja Riggert

Ob in der marokkanischen Sahara bei über 50 Grad Celsius den Marathon des Sables laufen oder sich durch glitschigen Matsch kämpfen - die extremsten Sport-Events der Welt finden unter außerordentlichen Bedingungen statt und bringen die Teilnehmer an ihre Grenzen.

Mitten durchs Death Valley: der Ultramarathon in Kalifornien
Getty Images/Robyn Beck
Mitten durchs Death Valley: der Ultramarathon in Kalifornien

Geschwindigkeit ist alles bei der Crashed Ice Weltmeisterschaft.
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Geschwindigkeit ist alles bei der Crashed Ice Weltmeisterschaft.
Crashed Ice Weltmeisterschaft in Québec City, Kanada, 15.-17. März:

Schnelligkeit im Eisparcour: Vier Hockeyspieler schnallen sich Kufen unter die Füße und flitzen los. Bei der Crashed Ice-Tour, die in diesem Jahr im kanadischen Québec ihr krönendes Ende findet, laufen die Teilnehmer in voller Montur eine 400 Meter lange, abfallende Eisbahn hinunter, wobei sie Kurven und Hänge meistern müssen. Durch waghalsige Sprünge versuchen sie den Gegner abzuhängen. Es geht also um Geschwindigkeit, Körpereinsatz und Durchsetzungsvermögen - wer das während des Rennens am besten umsetzt, holt sich den Sieg.

Marathon des Sables, 6.-16. April, Marokko:

Der Marathon des Sables zählt zu den härtesten Läufen der Welt: Die 230 Kilometer lange Strecke durch die marokkanische Sahara wird jedes Mal neu festgelegt. Sie ist in sechs Etappen unterteilt, die in sieben Tagen geschafft werden müssen. Der Lauf führt im Allgemeinen durch felsige Ebenen, ausgetrocknete Flussbetten und über Sanddünen. Maximal 800 Athleten dürfen teilnehmen. Verpflegung und Überlebensausrüstung wie Schlafsack und Schlangenbiss-Set müssen die Läufer das ganze Rennen über mit sich tragen. Es werden nur Wasser und offene Zelte zur Verfügung gestellt.

Maldon Mud Race, Großbritannien, 29. April:

Sie kämpfen für einen guten Zweck, müssen sich dafür aber durch glitschigen Matsch in ausgefallenen Kostümen robben: Die Engländer bereiten wieder ihr verrücktes Schlammrennen vor, das jährlich stattfindende Maldon Mud Race. Bei dem Rennen durchqueren 250 Teilnehmer so schnell wie möglich das 400 Meter breite Flussbett des Blackwater River - das Ganze unter den Augen von Tausenden johlenden Zuschauern. Der Eintritt ist frei und einige Teilnehmerplätze sind noch zu vergeben. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.maldonmudrace.com

Billabong Rio Pro in Rio de Janeiro, Brasilien, 9.-20. Mai:

Die riesigen Wellen des Atlantiks werden diesen Mai wieder von Profis auf ihren Brettern bezwungen, denn dann trifft die Surf-Elite in Brasiliens Metropole Rio de Janeiro ein. In mehreren Durchläufen zeigen die weltbesten Surfer, Männer und Frauen getrennt, ihre besten Tricks und Sprünge auf dem Wasser. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von über 300.000 Euro.

24-Stunden Rennen von Le Mans in Frankreich, 16.-17. Juni:

In diesem Jahr startet zum 80. Mal das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Es gehört zu den wichtigsten Langstreckenrennen für Sportwagen. Dabei geht es aber nicht nur um das fahrerische Können der Teilnehmer, auch die technische Seite des Autos muss den Anforderungen Stand halten: Reifen und Bremsen werden nämlich während des Rennens extrem beansprucht. Der Wettkampf beginnt um vier Uhr nachmittags und endet um die gleiche Zeit am nächsten Tag.

Race Across America, Kalifornien - Maryland, USA, 12.-25. Juni:

Mitte Juni startet wieder das größte Radrennen Amerikas. Auf einer Strecke von über 4800 Kilometern führt das Race Across America einmal quer durch die USA, von Oceanside in Kalifornien nach Annapolis in Maryland. Mitmachen kann jeder, ob als Einzelkämpfer oder in einem Team von bis zu acht Leuten. Wie man sich die Strecke dabei zeitlich einteilt, ist jedem selbst überlassen. Zieleinlauf muss jedoch nach neun Tagen sein. Im Schnitt werden also 530 Kilometer pro Tag zurückgelegt.

The X Games in Los Angeles, Kalifornien, USA, 28. Juni – 1. Juli:

Für Extremsportverrückte steigen diesen Sommer in Los Angeles wieder die X Games. Auf dem Programm stehen Motorcross, Skateboarding und BMX Biking. Den Athleten ist dabei wohl eines gemein – die Vorliebe zu waghalsigen Tricks. Die X Games sind mittlerweile so bekannt, dass sie auch in Frankreich und China stattfinden.

Badwater Ultramarathon in Kalifornien, USA 16.-18. Juli:

Im Juli findet der wohl härteste Ultramarathon der Welt in Kaliforniens Wüste statt. Die über 200 Kilometer lange Strecke führt von Badwater im Death Valley, das 85 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, bis zum Whitney Portal auf 2530 Meter Höhe am Mount Withney in Kalifornien. Bei glühender Hitze mit Temperaturen von über 50 Grad Celsius müssen die Läufer einen Höhenunterschied von über 4000 Metern überwinden. Um zu gewinnen, muss man die Strecke mindestens innerhalb von 60 Stunden zurücklegen.

Ironman, Kailua-Kona, Hawaii, 13. Oktober:

Der für Triathleten größte Tag im Jahr startet diesen Herbst wieder auf Hawaii - der Ironman, eines der schwierigsten Ausdauerrennen der Welt. 1800 Spitzensportler, die sich vorher durch weltweite Wettkämpfe der Ironman-Serie qualifizieren mussten, nehmen die harte Herausforderung von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen an. Die Schwimmstrecke führt durch stürmisches Meerwasser, die Rad- und Laufstrecke durch anspruchsvolle, mit Lava bedeckte Gebiete. Hinzu kommen extreme Wetterbedingungen auf der Insel, neben Temperaturen von über 40 Grad Celsius, können auch starke Winde die Athleten behindern. Infos unter www.ironmanworldchampionship.com

Iditarod Hundeschlittenrennen in Alaska, Anfang März 2013:

Eisige Temperaturen, einsame Wälder, winterliche Dunkelheit: Um als Musher (Schlittenhundeführer) am längsten Hundeschlittenrennen der Welt teilzunehmen, muss man schon einiges aushalten. Auch 2013 startet der Wettkampf wieder von Anchorage aus und führt auf einer Strecke von 1850 Kilometern durch die Weiten Alaskas. Es geht über hohe Bergkämme, durch Tundralandschaften und an der zerklüfteten Küste entlang. Das Rennen entstand eigentlich aus einer Not heraus: Im Winter 1925 brach in dem Ort Nome eine Diphtherie-Epidemie aus, man benötigte dringend Medikamente aus Anchorage. So machten sich die Musher mit ihren Huskies auf, um Leben zu retten. Den Weg nannte man Iditarod Trail - Iditarod stammt aus der Sprache der Ingalik, ein indigenes Volk in Alaska, und bedeutet „ferner Ort“.  Infos unter www.iditarod.com

Artikel erschienen: März 2012