Weltreise In 10 Tagen um die Welt

MERIAN.de: Sie sind in zehn Tagen um die Welt gereist, wo waren Sie überall?
Christoph Karrasch: Insgesamt habe ich fünf Orte bereist, einen Ort pro Kontinent. Die Reise wurde als interaktives Projekt aufgezogen. Meine Follower konnten eine Route aus fünf Orten zusammenstellen. Die meistgenannten Orte bildeten so meine Route. Zuerst ging es nach Lima in Peru, dann nach Las Vegas, von da aus nach Auckland auf Neuseeland, gefolgt von Kathmandu in Nepal, und zuletzt war ich in Kapstadt. Ungefähr zwei Tage war ich an jedem Ort. Wobei die Zeitspanne immer mal variierte. Ich war ganz zu Anfang circa 18 Stunden in Lima und 42 Stunden in Auckland. Zusätzlich dazu habe ich mir noch Aufgaben stellen lassen.


MERIAN.de: Und, haben Sie die Aufgaben der Follower erfüllt?
Der Gedanke dieser Reise war, von meinen Followern auf Ideen gestoßen zu werden, auf die ich so nicht gekommen wäre. Das hat sich dann auch bewahrheitet. Eine meiner Aufgaben war es etwa ein Meerschweinchen zu essen - das habe ich aber dann nicht gemacht. Meine Reiseführerin hatte vorgeschlagen ein lebendes Tier zu kaufen und später darüber zu entscheiden. Aber nachdem wir es quer durch die Stadt getragen hatten, ihm einen Namen und zu Essen gaben, habe ich es nicht übers Herz gebracht das Meerschweinchen zu schlachten. Auch wenn das bei den Peruanern ganz alltäglich ist.

MERIAN.de: Demnach kann man in der kurzen Zeit etwas erleben?

Christoph Karrasch
Kinder traf Karrasch in einem Township in Südafrika auch.

Total! Meine Motivation war, nicht 24 Stunden an einem Ort zu verbringen, sondern zehn Tage auf dieser Welt. Und mit 10 Tagen, was zu beweisen war, lässt sich eine Menge anstellen. Ich hab mich als Hobbit verkleidet, bin von dem Skytower in Auckland aus fast 200 Metern Höhe gesprungen, habe gelernt Haka zu tanzen, habe mir die Maori Schnitzerei beibringen lassen und vieles mehr.

MERIAN.de: Wie haben Sie diese anstrengende Reise verkraftet? Hatten Sie gar keinen Jetlag?
Tagsüber ging es, egal in welcher Zeitzone ich mich befand, sehr gut, einfach weil der Tag mit Aufgaben gefüllt war. Aber natürlich, sobald ich zur Ruhe kam, beispielsweise am Flugterminal, überkam mich die Müdigkeit. Zum Teil auch so stark, dass ich mich so gerade eben ins Flugzeug schleppen konnte. Allerdings machte ich die verlorene Zeit im Flieger wett.

MERIAN.de: Sind Sie unterwegs mal krank geworden?
Ja, in Las Vegas hat es mich echt aus den Latschen gehauen, ein Grippevirus. Der hat mich so gelähmt, dass ich alle Unternehmungen abgesagen musste und letztlich auch im Krankenhaus war. Einen Programmpunkt habe ich dennoch wahrgenommen: bei einem deutschen Magier in der Show auftreten. Das ließ ich mir nicht nehmen.

MERIAN.de: Gab es auf Ihrer Reise eine gefährliche Situation?

Christoph Karrasch
In einem Waisenhaus in Kathmandu besuchte er die Kinder, unterhielt und musizierte mit ihnen.

Mehr oder weniger. Bei der letzten Station in Kapstadt wollten wir bei dem Bau der Townships helfen. Vor Ort wurde uns geraten, besser nicht allein hineinzugehen, weil eine Schießerei stattgefunden hatte. Also warteten wir auf eine Begleitung. Das vermittelte eine gewisse Dramatik, die ich nicht erwartet hatte, zumal sich der Ort auch nicht bedrohlich anfühlte. Nach drei Stunden haben wir es dann aufgrund der aktuellen Lage abgebrochen.

MERIAN.de: Gibt es ein besonders positives Erlebnis?
Neuseeland war toll, die Landschaft wunderschön, und das Land an sich ist einfach traumhaft. Kathmandu war jedoch am intensivsten, weil es besonders fremdartig erschien. Wenn man sich die provisorischen Stromleitungen und improvisierten Autowerkstätten am Straßenrand ansieht, kann man sich nicht vorstellen, dass alles funktioniert. Kathmandu ist für mich ein Ort, den Leute wohl meinen, wenn sie von der großen, weiten Welt sprechen. In Gedanken bin ich derzeit oft dort und denke an das schlimme Erdbeben.

MERIAN.de: Mit welchen Erwartungen sind Sie die Reise angegangen?
Ich hatte mich vor der Reise gefragt, was wohl hängen bleibt, wenn man so intensiv reist. So kurz und knapp mit so vielen unterschiedlichen Eindrücken. Ich wollte wissen, wie die Erde aussieht, wenn man sie als einen großen Urlaubsort sieht. Es war spannend zu sehen, was man mit der kurzen Zeitspanne tatsächlich alles anfangen kann.

MERIAN.de: Was war das Besondere an der Reise?
Auf eine Sache kann ich das nicht runterbrechen. Es war zum Beispiel toll, in Las Vegas auf einer Bühne zu stehen und in Kapstadt vom Tafelberg herunterzuschauen. Der schönste Ort, den ich bisher gesehen habe. Von Anfang an stand natürlich außer Frage, dass man für eine Weltreise mehr Zeit braucht, aber das ganze Projekt fand ich einfach irre. Nichtsdestotrotz: Wenn ich das nächste Mal zehn Tage frei habe, werde ich wahrscheinlich lieber nach Mallorca oder an den Gardasee fahren.

MERIAN.de: Dann fahren Sie auch noch ganz "normal" in den Urlaub?
Na klar, ganz normal und nicht so weit weg. Ziemlich unspektakulär in ein Ferienhaus am Gardasee, wo ich nur ausspanne.

MERIAN.de: Gibt es einen Ort den Sie unbedingt noch mal sehen wollen?
Während der Routenplanung wurde ganz oft Papua-Neuginea vorgeschlagen. Am Ende lag es in der Rubrik Asien sogar auf Platz drei. Ich habe mich vorher nie mit dem Land beschäftigt, aber da so stark dafür abgestimmt wurde, bin ich neugierig geworden. Das ist der nächste Traum, den ich mir reisetechnisch erfüllen möchte.
 

Christoph Karrasch
 

Christoph Karraschs Buch "#10Tage – In 10 Tagen um die Welt" ist ab dem 8. Mai 2015 aus dem Ullstein Verlag erhältlich.
 

 

 

 

 

 

 

Autor:
Lisa Neumann