Lexikon Puerto Rico

Puerto Rico (amtlich auf Spanisch: El Estado Libre y Asociado de Puerto Rico, Englisch: Commonwealth of Puerto Rico) ist eine Außenbesitzung der USA, die aus der Hauptinsel Puerto Rico und den zugehörigen Inseln Mona im Westen und Vieques und Culebra im Osten besteht.

Natur und Klima:

Die naturräumliche Großgliederung der rund 8897 Quadratkilometer großen Insel Puerto Rico ("Reicher Hafen") zeigt ein zentrales Faltengebirge (bis 1338 Meter). Durch seine Lage in den Randtropen hat Puerto Rico ein wechselfeuchtes Klima. Puerto Rico hat einen regenreichen Nordteil und einen trockeneren Südteil.

Bevölkerung:

Ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung sind Weiße, meist spanischer Herkunft; 20 Prozent sind Schwarze und Mulatten. Die Auswanderung nach den USA, vor allem nach New York, war lebhaft; inzwischen gibt es eine bemerkenswerte Rückwanderung. Rund 3,8 Millionen Einwohner leben in Puerto Rico.

Wirtschaft:

Innerhalb eines Vierteljahrhunderts hat sich Puerto Rico vom Agrarland mit Zuckerrohr-Monokultur zum Industriestaat entwickelt. Da die 1941 eingeleitete Bodenreform nur in Ansätzen verwirklicht wurde, dominiert in der Landwirtschaft noch immer der Großgrundbesitz. Dagegen gelang es, die Landwirtschaft von der Monokultur auf eine vielseitigere Produktion umzustellen: Außer Zuckerrohr sind jetzt Ananas, Tabak und Kaffee als wichtige Exportkulturen getreten. Für den Eigenbedarf werden vor allem Maniok, Mais und Süßkartoffeln angebaut. Die Viehzucht konzentriert sich auf Rinder, Schweine und Geflügelhaltung.

War einst die Nahrungsmittelindustrie der führende Industriezweig, so besitzen jetzt die chemische Industrie - insbesondere Petrochemie und Erdölverarbeitung -, die Textilindustrie und der Maschinenbau weit größere Bedeutung. Ihre Produktion ist fast ausschließlich für Märkte in den USA bestimmt. Der Fremdenverkehr gewinnt seit 1960 zunehmend an Bedeutung

Puerto Rico verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Wichtigste Häfen sind San Juan, Mayagüez und Ponce. Isla Verde, der Flughafen von San Juan, ist ein Knotenpunkt des Flugverkehrs zwischen Nord- und Südamerika.

Geschichte:

1493 von Kolumbus entdeckt, seit 1508 von Spaniern kolonisiert; 1873 Abschaffung der Sklaverei. 1897 erhielt Puerto Rico innere Autonomie. Nach dem spanisch-amerikanischen Krieg (1898) wurde es von den USA annektiert. 1917 erhielt es beschränkte Selbstverwaltung, die 1948 erweitert und 1952 zum Dominion-Status umgewandelt wurde.

1967, 1993 und 1998 lehnte die Bevölkerung in Volksabstimmungen sowohl die völlige Unabhängigkeit Puerto Ricos als auch die Umwandlung zum 51. Bundesstaat der USA ab und sprach sich für die Beibehaltung des seit 1952 geltenden Status aus.


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