Österreich
Von Hütte zu Hütte in Vorarlberg

In den Bergen zu übernachten ist ein Gefühl, das man mit nach Hause nimmt. Die frische, angenehm kühle Luft, das Alleinsein, das Kitzeln der Sonnenstrahlen in der Früh - und die Berghütten bieten dabei fast so viel Komfort wie Hotels.

Lünersee im Brandnertal.
walser-image.com/Vorarlberg Tourismus
Von Hütte zu Hütte wandern - vorbei am Lünersee im Brandnertal.

Die Sterne sind so hell, als hätte jemand kleine Glühbirnen in den Himmel gesteckt. Diese absolute Stille, ein Geräusch, das man verlernt hat zu hören. Weit und breit gibt es kein anderes Licht. In der Ferne schimmert die Silhouette der Berge. Abends sitzt man mit Bergsteigern zusammen und hört Geschichten von früher, als es noch keine Skilifte gab. Man trinkt selbst gebrannten Schnaps und genießt eine Brettljause: geräucherte Würste, Brot und Käse, und man übernachtet im Schlafsack. Die Zeiten, in denen es auf Berghütten nur Matratzenlager gab, sind längst vorbei. Zum Zähneputzen muss man nicht mehr raus an den Gebirgsbach. Die meisten Hütten bieten den Komfort von Stadthotels.

LÜnersee im Brandnertal am Vorarlberg.
Herbert Flatz/Vorarlberg Tourismus
Wandern am Lünersee im Brandnertal.
In Vorarlberg gibt es 50 bewirtschaftete Alpinhütten, Einkehr mit Übernachtung dort ist ein guter Tipp für einen Spontanurlaub übers Wochenende. Dennoch sollte man auf den Wetterbericht achten: Die Hütten liegen in hochalpinen Regionen, wo auch im Juli und August mal 20 Zentimeter Schnee über Nacht fallen können.

Die Schutzhütten des Österreichischen Alpenvereins und Deutschen Alpenvereins stehen jedem Wanderer offen. In den Hütten ist die Hüttenordnung zu beachten, so ist zum Beispiel die Verwendung von Schlafsäcken Vorschrift. Speziell im Frühsommer und im Herbst sollte man sich vor Antritt einer Tour im Tal erkundigen, ob die Hütten im Wandergebiet geöffnet sind, da sich aufgrund der Schneelage die Öffnungszeiten verschieben können. Größere Gruppen sollten sich rechtzeitig anmelden, damit der Hüttenwirt die Plätze reservieren kann. Alle Hütten bieten über die genannte Bettenzahl hinaus auch einfache Lagerplätze an.

Eine Auswahl der schönsten Hütten im Vorarlberg

Freschenhaus: Ideal für Familien ist diese Hütte auf 1846 Metern. Mit dem Bus (Linie 65) geht es bis nach Laterns-Bonacker, Haltestelle Krone. Von dort führt ein Wanderweg zur Hütte. Gehzeit: zwei Stunden.

Blick von der Versailspitze auf die Silvretta-Hochalpenstraße.
Kevin Artho/Vorarlberg Tourismus
Blick von der Versailspitze auf die Silvretta-Hochalpenstraße.
Wiesbadener Hütte: Nicht ganz so abgeschieden wie die anderen Hütten, deshalb ein guter Einstieg in das Hüttenleben. Von Partenen im Montafon fährt man auf der Silvretta-Hochalpenstraße bis zur Bielerhöhe. Von dort wandert man in zwei Stunden druch das Ochsental zur Hütte.

Kaltenberghütte: Wer im Klostertal, in Wald am Arlberg oder in Klösterle, abends in die Berge schaut, sieht ein Licht oberhalb der Baumgrenze. Es ist jenes vom schönsten Balkon des Tales, von der Kaltenberghütte auf 2089 Metern in Langen am Arlberg. Wer nicht gern wandert, fährt mit dem Auto bis zum Arlbergpass (St. Christoph am Arlberg), von dort führt ein Spazierweg zur Hütte (etwa 1,5 Stunden, 300 Höhenmeter).

Bradnertal im Vorarlberg.
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Leuchtende Farben: Abendstimmung im Bradnertal.
Mannheimer Hütte: Die höchste gelegene Hütte Vorarlbergs ist eine der modernsten: Die Mannheimer Hütte im Rätikon liegt auf 2679 Metern oberhalb des Lünersees im Brandnertal direkt am Brandner Gletscher. Wer mit der Seilbahn zum See fährt, schafft die Tour in drei Stunden. Nur für geübte Wanderer.

Artikel erschienen: Juli 2013