Thailand Phuket: Grünes Potenzial

Thailand und insbesondere Phuket stehen schon allein aufgrund des Baubooms und der damit verbundenen jahrelangen Zerstörung des tropischen Waldes nicht auf der Liste der Regionen, in denen das Wort "Umweltschutz" besonderen Stellenwert genießt. Doch auf der Insel ist in den letzten Jahren einiges im Wandel.

Viele Hotels erkennen ihr "grünes Potenzial" und werden beispielsweise mit dem "Green Globe Certificate" der internationalen Reise- und Tourismusindustrie oder dem Zertifikat "Umweltchampion" der TUI ausgezeichnet. Sie reduzieren schon allein aus Kostengründen aufwendige Beleuchtung und versuchen Wasser zu sparen. Beispielsweise wird der Gast dazu angehalten, Handtuch und Bettwäsche nicht täglich wechseln zu lassen. Viele Tauchschulen arbeiten besonders umweltbewusst, indem sie ihre Gäste zu einem umsichtigen Umgang mit den Riffen sowie der Flora und Fauna auffordern und an Säuberungsprogrammen teilnehmen. Freiwillige Helfer aus aller Welt kümmern sich um Gibbons, die wieder ausgewildert werden sollen.

Übernachten

Evason Phuket & Six Senses Spa

Inmitten eines tropischen Gartens findet man im Südosten Phukets in Rawai Beach eine ganz besonders harmonisch angelegte Hotelanlage, deren lichtdurchflutete Zimmer und gastfreundlicher Service keinen Wunsch offen lassen. Für Entspannung aller Sinne sorgt das Six Senses Spa mit seinem umfangreichen Verwöhnprogramm. Für seine Mithilfe, den Treibhauseffekt zu drosseln, Trinkwasser zu sparen sowie das Trennen und Recycling von Abfällen wurde das Hotel mit dem "Green Globe Certificate" der internationalen Tourismusindustrie ausgezeichnet.

• Rawai Beach, 100 Viset Rd. • Tel. 076/38 10 10 • • 260 Zimmer • €€€€

Katathani Phuket Beach Resort

Sehr gut ausgestattete Zimmer im typischen Thai-Stil mit viel Holz und warmen Farbtönen, Meer- oder Gartenblick, eine schöne Park- und Poolanlage sowie ein gutes Wassersportangebot (mit eigener Tauchschule) machen den Aufenthalt im Katathani Phuket Beach Resort zum Genuss. Das Hotel am Kata Noi Beach wurde im Dezember 2009 mit dem Preis "Umweltchampion " der TUI für umweltschonende und zukunftsorientierte Hotelführung ausgezeichnet. Diesen Titel verdiente sich das Hotel durch ihre Bemühungen, Waschmittel zu reduzieren, Brauchwasser zur Bewässerung der Anlagen aufzubereiten, organische Düngemittel zu verwenden, Biodiesel aus benutztem Küchenöl herzustellen und Heißwasserüber Solarzellen sowie Biogas aus Küchenabfällen zu gewinnen.

• Kata Noi Beach, 14 Kata Noi Rd. • Tel. 0 76/33 01 24 • 479 Zimmer • €€€

Banyan Tree Phuket

Auf dem weitläufigen Grundstück des Banyan Tree Phuket liegen 150 Villen im traditionellen thailändischen Stil verstreut, die jeden erdenklichen Luxus auf 170 bis 270 qm bieten. In jedem privaten Garten steht ein Whirlpool oder Pool unter freiem Himmel. Eine besondere Attraktion sind die Spa-Pool-Villen, deren "schwimmendes "Schlafzimmer von gläsernen Wänden umgeben ist und inmitten eines Seerosenteichs liegt. Das Luxusresort darf sich "Eco-Friendly Resort" nennen, da die Anlage auf den Überresten einer ehemaligen Zinnmine entstanden ist. Somit wurde wertvolles Land sowie die Vegetation geschont und eine ausgediente Tagebaustätte zu einer idyllischen Parklandschaft umgewandelt.

• Bang Tao Beach, 33 Moo 4, Srisoonthorn Rd. • Tel. 0 76/32 43 74 • 150 Villen • €€€€

Aktivitäten

Gibbon Rehabilitation

Das Gibbon Rehabilitation Centre ist ein durch Spenden finanziertes Projekt der "Wild Animal Rescue Foundation of Thailand" und liegt am Ostrand des Khao Phra Thaeo National Park. Ziel der Organisation ist es, gefangen gehaltene Gibbons an ein Leben in Freiheit zu gewöhnen und sie anschließend in ihren natürlichen Lebensraum zu entlassen. Die meist in Privatbesitz gefangen gehaltenen und später konfiszierten kleinen Menschenaffen werden tierärztlich betreut, da sie oft mit Menschenkrankheiten (Hepatitis, Masern etc.) infiziert sind. Nachdem sie wieder gesund genug sind, werden sie an andere Gibbons gewöhnt, u. a. in den täglich stattfindenden "Unterrichtsstunden", deren Ziel es ist, den Tieren beizubringen, was Freiheit bedeutet - angefangen von der Nahrungssuche bis hin zum Erkennen und Ausweichen von Gefahrensituationen. Besucher können an einer informativen Führung durch das Rehabilitationszentrum teilnehmen und die Gibbons von einer Aussichtsplattform beobachten.

• Khao Phra Thaeo National Park • tgl. 10-16 Uhr • Eintritt frei, Spenden erbeten

Khao Phra Thaeo National Park

Der Phra-Thaeo-Bergrücken liegt etwa 500 m hoch im Nordosten der Insel. Das etwa 2500 ha große Gebiet wurde schon in den 1980er-Jahren unter Naturschutz gestellt, um zumindest einen Rest des tropischen Regenwaldes auf Phuket zu erhalten. Hier trifft man auch heute noch auf das grundlegende Prinzip dieses Ökosystems: Biodiversität (d.h. großer Artenreichtum) bei gleichzeitiger geringer Individuenzahl. Sind es am Boden eher Moose und Farne, die im satten Grün stehen (und das auch nur, wenn genügend Licht vorhanden ist), so erheben sich die nahezu astlosen Bäume in Höhen von über 40 m, um eben etwas Licht zu bekommen. Reicht das Licht am Boden nicht aus, suchen sich die Pflanzen ihren Lebensraum in der Höhe, wie die epiphytischen Orchideenarten und Vogelnestfarne auf den Ästen der Baumriesen.

Da die tropischen Wälder Südostasiens zu den artenreichsten der Erde gehören (mit bis zu 250 Arten/ha), sind nach wie vor viele Pflanzenarten nicht katalogisiert und falls doch, dann meist nur unter ihrem botanischen Namen. Dazu gibt es gute Broschüren am Parkeingang. Ähnlich artenreich sieht es in der Tierwelt aus. Affen, darunter Gibbons, Makaken und Languren, zahlreiche Vogel- und Reptilienarten sowie die allgegenwärtigen Insekten geben sich hier ein Stelldichein.

Ein Highlight des Parks ist der Ton Sai Waterfall. Vom Parkplatz am Informationsbüro aus geht es zu Fuß weiter, zum Teil recht steil bergan. Festes Schuhwerk mit möglichst rutschfester Sohle ist zumindest nach Regenfällen unerlässlich. Wer möchte, kann in dem natürlichen Pool unterhalb des Wasserfalls ein Bad nehmen. Je früher man aufbricht, desto größer ist die Chance, hier Warane, bunte Vögel und Affen zu sehen. An Sonn- und Feiertagen ist der Besucheransturm groß. Der zweite Wasserfall, der schmale, nur knapp 18 m hohe Bang Pae Waterfall, ist zwar nicht riesig, das klare und kühle Wasser bietet aber dafür eine angenehme Erfrischung mit Dschungelambiente - und man darf sich ein klein wenig wie Tarzan fühlen.

Der Park kann über zwei Eingänge besucht werden. Der westliche Zugang von Thalang führt zum Informationsbüro der Parkverwaltung, wo man Broschüren über Flora und Faune mitnehmen und Guides buchen kann. Wer den östlichen Zugang zum Bang Pae Waterfall wählt, kann den Besuch mit einem Rundgang durch das Gibbon Rehabilitation Centre kombinieren.

Anfahrt Eingang West: In Thalang zweigt von der Thepkrasattri Rd. die ca. 4 km lange Zugangsstraße zur Parkverwaltung ab. Sie führt durch mehrere Kautschukplantagen. Folgen Sie der Beschilderung "Ton Sai Waterfall" • Anfahrt Eingang Ost: Zwischen Bang Rong und Pa Khlok zweigt von der Straße 4027 die ca. 1 km lange Zugangsstraße ab. Folgen Sie der Beschilderung "Bang Pae Waterfall" • tgl. 6-18 Uhr • Eintritt 200 Baht

Tauchen

Sehr viele Touristen kommen nicht nur wegen des Strandurlaubes, sondern vor allem zum Tauchen auf die Insel. Die Andamanensee bietet schließlich hervorragende Tauchreviere, sei es, dass sie sich nur knapp vor der Küsten befinden oder bei größeren Touren mit Booten angefahren werden müssen. Die 2004 gegründete Organisation "Green Fins Thailand" hat sich zum Ziel gesetzt, die Korallenriffe Thailands zu schützen und zu erhalten, indem sie Richtlinien für umweltschonendes Tauchen aufstellt und deren Umsetzung verfolgt. Derzeit befinden sich 18 Tauchbasen auf Phuket, die das Label "Green Fins" tragen dürfen. Die Anbieter achten z. B. auf einen sehr guten Ausbildungsstandard der Taucher. Dazu zählt beispielsweise, dass weder die Tauchlehrer selbst noch ihre Sprößlinge mit der Tarierung Probleme haben. Damit wird sichergestellt, dass sie im Wasser "schweben" können, statt sich aus Versehen auf Korallen zu setzen oder zu knien. Des Weiteren sorgen die Lehrer dafür, dass die Taucher einen Abstand zu den Tieren behalten, und sie führen stets nur kleine Gruppen.

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Dieser Text von EberhardHomann und Klaudia Homann ist ein Auszug aus dem MERIANlive-Reiseführer "Phuket".

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