Frankreich
Bretagne: Die beliebteste Ecke für Naturfans

Die Menschen der Bretagne sind stolz auf ihr Land und ihre Kultur. Durch die Bewahrung von Natur und Umwelt hat sich dieser Landstrich viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt.

Die Bretagne gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Frankreich, und doch haben die Bretonen viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt. Es mag daran liegen, dass die Menschen stolz auf ihr Land und ihre Kultur sind. In den letzten Jahren wurden die besonderen Dünenlandschaften geschützt, aus den alten Küstenpfaden der Zöllner wurden attraktive Wanderwege und die Kanäle mit ihren Treidelpfaden neu entdeckt. Sie ermöglichen es, bei einer Fahrt auf dem Hausboot oder mit dem Rad entlang der Uferwege abzuschalten und zur Ruhe zu kommen.

In der Gastronomie besinnt man sich auf die heimischen Produkte und alten Rezepte der Region. Das Angebot ist vielfältig, und die "Früchte des Meeres" kommen täglich frisch auf den Tisch. Auf dem Markt einzukaufen ist in der Bretagne fast schon ein Muss. Die Atmosphäre ist ganz speziell, und immer wieder sind köstliche Produkte "à la maison", also hausgemacht, zu entdecken. Das Probieren der Ware ist an jedem guten Verkaufsstand selbstverständlich. Unter dem breiten Angebot findet man mehr und mehr biologische Produkte.

Übernachten

La Grée des Landes - Éco-Hôtel Spa Yves Rocher

Die Bewahrung von Natur und Umwelt stehen wie bei Yves Rochers Kosmetikunternehmen auch bei diesem Hotel im Vordergrund. "Das Éco-Hôtel Yves Rocher steht für eine besondere Beziehung des Menschen zur Natur", so heißt es in der Präsentation. "Dieses bio-klimatische Hotel ist ein beispielhafte Projekt hinsichtlich ökologischer Konzepte." In dem modernen, 2009 eröffneten Hotel in La Gacilly in der südlichen Bretagne werden ökologische Aspekte mit dem Spa-Konzept zu einer neuen, zukunftsweisenden Symbiose. Ziel ist es, das Bewusstsein des Gastes für den Erhalt einer gesunden Umwelt und den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde zu schärfen.

Die Bretagne hat große Erfahrung in der sinnvollen Nutzung der Heilwirkung des Meeres und das Hotel die besten Voraussetzungen, diese Anwendungen in einem traumhaften Ambiente anzubieten. Im Haus werden u. a. Entspannungskuren und Massagen mit ätherischen Ölen angeboten. Die 9 ha große Grünanlage, der nahe gelegene Botanische Garten und das Vegetarium tragen zu einem naturnahen Aufenthalt bei. Die Küche des Hotel-Restaurants "Les Jardins Sauvages" achtet unter der Leitung des talentierten Kochs Gilles Le Gallés natürlich darauf, hauptsächlich Bioprodukte zu verarbeiten.

• La Gacilly • Cournon • Tel. 02 99 08 50 50 • 29 Zimmer • €€€

Gîte Bellour

Der traditionell bewirtschaftete Biobauernhof liegt ruhig und doch nur 20 Min. vom Meer entfernt. Liebevoll wurde das alte bretonische Bauernhäuschen mit naturfreundlichen Materialien wie Hanf - ein nachwachsender Rohstoff - und Kalk renoviert. Das Wohnzimmer ist richtig gemütlich und durch den traditionellen Kamin auch ein behaglicher Urlaubsort für die Übergangszeit. Wer mit Kindern anreist, braucht sich keine Gedanken zu machen, dass Langeweile aufkommt. Auf dem Bauernhof gibt es viele Tiere und einen großen Garten zum Toben mit Schaukel und Sandkasten.

Gîte Bellour • Lannéanou, Le Favet • Tel. 02 98 78 11 41 •
ab 310 €/Woche

Essen und Trinken

Scarabée Biocoop

In der Hauptstadt Rennes wurde eine Kooperative gegründet, die Bioprodukte der Region vertreibt. Neben dem Laden gibt es einen Restaurantbereich, der einfach, aber liebevoll eingerichtet wurde. Die Auswahl der Mittagsgerichte ist zwar gering, dafür stehen täglich neue Gerichte zur Wahl. Natürlich alles aus regionalem biologischem Anbau. Zu Philosophie der Gemeinschaft gehört es, dass immer auch ein schmackhaftes Gericht für Vegetarier angeboten wird. Nur mittags geöffnet.

• Rennes, 132, Rue Eugène Pottier • Tel. 2 99 67 38 63 • Mo-Sa 11.45-14 Uhr • €

Einkaufen

Fleur de Sel

Die obere weiße Salzschicht der Salinen von Guérande gilt als ein besonders wertvolles Naturprodukt, die graue Schicht darunter wird wegen ihrer vielen Mineralien wie ein Schatz behandelt. Wie seit Jahrhunderten wird das Salz in den Sommermonaten aufwendig von Hand mit langen Holzrechen geerntet und getrocknet. Wer einmal diese Handarbeit verfolgt hat, wird verstehen, warum es als "Weißes Gold" bezeichnet wurde. Unter der Markenbezeichnung "L'Armoricain" wird es in den Geschäften in und um Guèrande verkauft. Bei einer Rundfahrt durch die Salinen, die am schönsten mit dem Fahrrad ist, sind an den Ständen die Produkte auch direkt zu bekommen. Dank der Subventionen arbeiten heute noch etwa 250 Menschen in den Salinen. Auch wenn ihre Kollegen im Süden Frankreichs effektiver produzieren, wird durch diese Maßnahme der Regierung ein altes Gewerbe am Leben erhalten und das Naturreservat sinnvoll genutzt.

 

Familientipps

Urlaub mit dem Pferdewagen

Es gibt keine schönere Art, die grüne Bretagne zu entdecken, als gemütlich im "Zigeunerwagen", der von einem trainierten Pferd gezogen wird. Keine Abgase, die die Luft verschmutzen, kein Motorengeräusch, nur das rhythmische Klack, Klack, Klack der Pferdehufe. Diese Urlaubsform ist nicht nur eine Möglichkeit die Umwelt zu schonen, sie entschleunigt das Leben, bringt eine ganz neue Ruhe und schafft eine besondere Verbindung zur Natur. Den ganzen Tag ist man an der frischen Luft und kommt doch gemütlich vom Fleck. Die Route kann entlang der alten Kanäle führen, auf Forstwegen durch urige Wälder, durch das abgelegene wellige Hügelland, immer hautnah an der Natur. Und alles, was für einen rustikalen Urlaub benötigt wird, ist im rollenden Heim verstaut, einschließlich des Lieblingsspielzeugs der Kinder. Und dort, wo es einem gefällt, da hält man einfach an, genießt die Umgebung, breitet die Decke aus für ein Picknick im Grünen. Einige der "Zigeunerwagen" sind sogar mit einer Dusche versehen.

 

Aktivitäten

Accueil Paysan

"Empfang auf dem Lande" heißt die Organisation, die ähnliche Ziele verfolgt wie die Initiative "Bienvenue à la ferme". Hier steht jedoch der menschliche Austausch im Vordergrund. Ein Empfang auf einem bretonischen Bauernhof kann sehr unterschiedlich sein. Die einen laden ein, mit ihnen zu speisen, andere teilen gerne im Gespräch ihre Erfahrungen in der Landwirtschaft. Immer ist es eine gute Möglichkeit zu erfahren, wie die Frauen und Männer auf einem bretonischen Bauernhof leben und arbeiten. Zu erkennen sind sie an dem runden grünen Schild mit der Aufschrift"Accueil Paysan".

 

Bienvenue à la ferme

Willkommen auf dem Bauernhof! Schon lange setzen viele Bauern in der Bretagne auf Nachhaltigkeit und verzichten auf eine intensive Landwirtschaft. Einige davon bieten Besuchern die Möglichkeit, sich selbst ein Bild davon zu machen. Bauernhöfe, die mit dem Symbol der Initiative "Bienvenue à la ferme" (grünes Schild mit gelber Blume) gekennzeichnet sind, laden zu einem Besuch ein. Auf den Anwesen werden Produkte aus eigener Herstellung verkauft, mitunter besteht sogar die Möglichkeit, bei der Herstellung dabei zu sein und zu erleben, wie Käse gemacht oder Brot auf traditionelle Weise gebacken wird. Einige Bauernhöfe laden zu einer bretonischen Nachmittagspause mit Cidre, Crêpes und Puddingkuchen "far breton" ein. Manchmal besteht die Möglichkeit, auf einem der Höfe zu übernachten. Über 300 landwirtschaftliche Betriebe haben sich dieser Idee bereits angeschlossen.

 

Parc Naturel Régional de Brière

Die Moorlandschaft im Süden der Bretagne wurde über die Jahrhunderte von der Natur geformt und von Menschenhand genutzt. Wer das größte Torfmoor Frankreichs bei einer Bootsfahrt ("promenade en barque") durchstreift, taucht in eine ganz andere Welt ein. Mit flachen Holzkähnen, so wie einst die Bewohner dieser Landschaft es taten, kann man fast lautlos die Natur erkunden. Aus dieser Perspektive sind seltene Tiere und Pflanzen teilweise ganz nah zu er leben. Ohne ein Boot bietet der botanische Lehrpfad bei St-Malo-de-Guersac die Möglichkeit, viele seltene Vögel zu beobachten, die in der speziellen Landschaft zu Hause sind oder als Zugvogel jedes Jahr von weit her kommen, um hier zu brüten. 1970 wurde das gesamte Gebiet unter Schutz gestellt und für einen sanften Tourismus erschlossen. Das alte Ensemble im Weiler Kerhinet (im Osten an der D 47) wurde wieder vollständig restauriert und im Ort Île de Fédrun ein Haus so eingerichtet, wie die Menschen der Brière damals gelebt haben.

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Dieser Text von Dirk Schröder ist ein Auszug aus dem MERIANlive-Reiseführer "Bretagne"

 

Artikel erschienen: Juni 2010