Lexikon Antarktis

Die wichtigsten dieser Inselgruppen sind Südgeorgien, Südsandwich, Südorkney und Südshetland, die sämtlich britischer Besitz sind. Auf die Antarktis erheben Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und Norwegen territoriale Ansprüche; die USA und Russland erkennen keine Ansprüche anderer Staaten an.

Natur:

Die Antarktis besteht aus dem antarktischen Kontinent (Antarktika), Inseln und Meeren. Nach den jüngsten Forschungen ist nur die Ostantarktis ein echter Kontinent, die Westantarktis dagegen ein aus einer Reihe von Inseln bestehender Archipel. Beide werden von einer Inlandeismasse bedeckt, die eine mittlere Höhe von 2000 bis 2500 Meter aufweist und 80 Prozent der Süßwasservorräte der Erde bindet. Die Mächtigkeit des Eises überschreitet teilweise 4700 Meter. Die zu den Küsten gerichteten Eisbewegungen nähren die schwimmenden Schelfeistafeln, an deren Rändern riesige Tafeleisberge abbrechen und langsam nach Norden driften.

Die größten Schelfeistafeln befinden sich im Rossmeer und im Weddellmeer. Das Transantarktische Gebirge (bis 4350 Meter hoch) trennt die Westantarktis von der Ostantarktis. Die Westantarktis mit dem Ellsworthhochland (im Mt. Vinson bis 5140 Meter hoch) ist ein eisbedeckter Archipel. Die Antarktische Halbinsel im Nordwesten ist eine Fortsetzung der Anden Südamerikas.

Klima:

Die Temperaturen des sommerkalten Kontinentalklimas steigen selten über 0 Grad. Die Antarktis ist das kälteste Gebiet der Erde mit Minimalwerten bis 88 Grad.

30 bis 600 mm Niederschläge jährlich fallen meist im Sommer als Schnee. Stürme mit bis zu 90 Metern pro Sekunde Geschwindigkeit sind häufig. 98 Prozent der Antarktis ist von Eis und Schnee bedeckt.

Pflanzen- und Tierwelt:

Auf wenigen eisfreien Flächen kann sich unter dem extrem kalten und um Teil sehr trockenen Polarklima nur eine dürftige Vegetation aus Moosen und Flechten entwickeln. Landtiere fehlen fast völlig, dagegen kommen Pinguine, Robben und Wale in großer Zahl vor. Im März, wenn auf der Südhalbkugel der Erde der Herbst beginnt, verlassen die Kaiserpinguine das Meer und wandern in kleinen und größeren Trupps zum Ort ihrer Brutkolonie, der meist auf dem Packeis vor der Küste liegt.

Wirtschaft:

Der Walfang war lange der einzige Wirtschaftszweig der Antarktis, ist aber stark zurückgegangen und seit 1985 untersagt. Auf den Abbau der Bodenschätze (unter anderem Erdöl, Kohle, Eisen, Kupfer, Nickel) soll laut Antarktis-Vertrag bis zum Jahr 2041 verzichtet werden. Im Gegensatz zur Arktis ist die Antarktis unbewohnt; die Besatzungen der wissenschaftlichen Forschungsstationen sind die einzige Bevölkerung.

Entdeckungsgeschichte:

Durch die abseitige Lage und die extremen klimatischen Verhältnisse wurde die Antarktis erst spät entdeckt. Der Brite Edward Bransfield betrat 1820 als erster Mensch den Kontinent. Ihm folgten unter anderemEntdeckungsfahrten von James Weddell, Jules-Sébastien-César Dumont d'Urville, Charles Wilkes, James Clark Ross, Erich von Drygalski, Robert Falcon Scott, Ernest Henry Shackleton. Am 14. Dezember 1911 erreichte der Norweger Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol.

Die eigentliche Erforschung des Kontinents begann mit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr (1957/58) und der Gründung zahlreicher permanenter Forschungsstationen. 1957/58 gelang dem Briten Vivian Fuchs gemeinsam mit dem Neuseeländer Emund Hillary die Überquerung des gesamten antarktischen Kontinents auf dem Landweg. 1981 errichtete Deutschland seine erste Forschungsstation (Neumayer-Station) in der Antarktis.


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