Sardinien

Paradies für Zweiradfahrer

Geschrieben am Freitag, Juli 25, 2014 - 14:15

Sardinien ist wegen seiner gut ausgebauten, kurvenreichen Straßen ein Paradies für Zweiradfahrer und bestens beispielsweise mit einer Vespa zu bereisen.

Gericht in
Joachim Waßmann
Gericht in "La Tavernetta"
Gefrühstückt wird "italienisch" an meiner Lieblingsbar "La Tavernetta" direkt am Strand mit einem Cappucino und einer Brioche. Dann geht es in das Marmor- und Granitsteingebirge Monte Albo.  Die beiden Orte Punta Catarina und Monte Turuddo erreichen 1227 m Höhe. Bevor es in die Serpentinen geht, lohnt ein Stopp in dem Ort Posada mit einer malerischen Altstadt und mittelalterlicher Burg.

Joachim Waßmann
Essen am Monte Albo
Danach geht es steil bergauf. Unterwegs sollte man immer mal wieder das Panorama genießen, das Meer mit seinen Schaumkronen, die Berge und den klaren Himmel darüber, wo bestenfalls ein Steinadler seine Bahnen zieht. Gegen Mittag erreiche ich meine Freunde von der Cooperativa Montalbo Escursioni (eine Organisation für geführte Bergwanderungen), die auch regionale Küche anbieten. Bei denen habe ich mich angemeldet, um klassisch etwas sardisches Brot, Wein und Käse zu naschen. Ich bestelle den leckeren "casu marzu".  Das ist eine sardische Käse-Spezialität, für den weiße Maden den Hauptteil der Arbeit verrichten. Wer den überreifen Schafskäse, der von Maden besiedelt wird, ungesehen verzehrt, gerät ins Schwärmen. Wer aber das Auge mitessen lassen will, wird eventuell an seine Grenzen stoßen.

Madenkäse
Joachim Waßmann
Madenkäse "casu marzu"
Nach rund einer weiteren Stunde Fahrtzeit erreicht man das verschlafene Bergnest Lodè. Auf dem Weg dahin begeistert eine abwechslungsreiche Landschaft. Um die Mittagszeit erreiche ich mein Ausflugsziel Su Romanzesu. Das ist eine sieben Hektar große, bis in die Römerzeit bewohnte Kultstätte mit Tempeln und Wohnhäusern, im Volksmund auch "Ort der Hexen" genannt. Natur und antike Kultur verschmelzen hier zu einem Gesamtkunstwerk, unauffällig betreut von einer Kooperative aus dem nahen Bitti, das auch Infomaterial auf Deutsch bereit hält. Ein Besuch ist absolut lohnenswert, weil sichtbar ist, wie Sarden und Römer sich arrangierten und miteinander lebten.

Gutes Fischrestaurant: Nautilus
Joachim Waßmann
Fantastisch leckerer Fisch im Restaurant Nautilus
Der Rückweg führt mich nach Buddusò, einem Zentrum der Granit- und Korkproduktion. Auf dem Weg liegt eine der schönsten Nuraghen, Turmbauten der Insel. Die Wehrtürme stammen aus vorrömischer Zeit. Wer ganz tief in die sardische Geschichte einsteigen will, findet ganz in der Nähe Felsengräber aus dem 4. Jahrtausend vor Chr. .

Joachim Waßmann
Nettes Ambiente im Restaurant Nautilus
Ich verlasse die immer noch 800 Meter messende Hochebene, fahre hinab zum Posada-See und auf direktem Weg nach Ottiolu, ein kleiner, aber feiner Jachthafen in der Nähe meines Ferienhauses in Budoni. Das Restaurant "Nautilus" bietet eine der besten Fischküchen der Welt, wie ich finde. Im Sommer sollte man unbedingt einen Tisch reservieren. Mehr Infos zum Hafen finden Sie auch auf meinem Blog  (www.inside-sardinien.de) unter Ottiolu – für Aktivurlauber und Nachtschwärmer.

Joachim Waßmann
Reiterhof Su Meriacru
Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte den Traumstrand Berchida und den Reiterhof Su Meriacru ansteuern (Anfahrt: Von Budoni aus knapp 30 Minuten auf der SS 125 nach Capo Comino fahren, von hier gelangt man auf holprigen Wegen zum Reiterhof Su Meriacru und zum Berchida-Strand). Der Strand ist ausgewiesenes Naturschutzgebiet und gänzlich naturbelassen. Heißt: Kein Gebäude, kein Restaurant, keine Eisbude. Nichts! Belohnt wird man für den Verzicht auf Snacks und Erfrischungen mit feinem, weißen Sand und kristallklarem, türkisgrünen Wasser. Dazu machen die Macchia und Kiefern die "Spiaggia Berchida" zum perfekten Platz, um jeglichen Stress von sich abfallen zu lassen.

Auf dem Reiterhof kann man Strandausritte buchen. Und bei Hunger und Durst hat der Reiterhof auch das passende Angebot und das im allerschönsten Ambiente. Im paradiesischen Garten genieße ich gerne Brot, Joghurt und Honig vom Erdbeerbaum. Meine Familie liebt es deftig und wendet sich den lokalen Spezialitäten zu.

Sardinien-Kenner Joachim Waßmann
Sardinien-Kenner Joachim Waßmann
Info zum Sardinien-Kenner Joachim Waßmann
:

"Meine Leidenschaft für Sardinien geht zurück auf das Jahr 1967. Damals kam ich studienhalber mit der Insel in Kontakt. Richtig entfacht wurde sie dann 1973, als ich nach Rom zog und mich meine dreimonatigen Sommerferien nach Budoni verschlugen. Ich kam, sah und … blieb. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Ich liebe "meine" Insel und die Sarden mit all ihren Stärken und Schwächen. Für interessierte Sardinienbesucher gebe ich hier ein paar Insider Tipps abseits der gängigen Empfehlungen."

In seinem Blog www.inside-sardinien.de gibt Joachim Waßmann noch viele Tipps für einen Besuch auf Sardinien.

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