Hamburg

ITU World Triathlon Hamburg

Geschrieben am Dienstag, Juli 23, 2013 - 11:00

Es ist Samstag, der 20. Juli 2013. Für viele Sportskanonen ist heute ein ganz besonderer Tag. In Hamburg findet zum zwölften Mal der ITU World Triathlon statt. Amateure, sogenannte Jedermänner, und Profis können bei diesem Event Jahr für Jahr ihre sportlichen Ambitionen ausleben und an ihre körperlichen Grenzen stoßen. Marius (23) und Henning (22) sind zum ersten Mal dabei und sichtlich nervös. Wochenlang haben sie gemeinsam trainiert, gefastet und sich gegenseitig motiviert, um an diesem schönen Sommertag die olympische Distanz zurückzulegen: 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen. Mir geht beim Gedanken daran schon die Puste aus!

Triathlon Hamburg
Anja Haertel
Die erste Startgruppe schwimmt ihrem großen Ziel entgegen.
Um acht Uhr morgens erklingt der Eröffnungscountdown am Jungfernstieg und die ersten etwa 120 Jedermänner starten in den Wettkampf. Wie ein Fischschwarm schaufeln sich dutzende Armpaare ihren Weg durch die 24 Grad warme Alster. Zur gleichen Zeit macht sich schon die nächste Gruppe bereit und wartet darauf, ebenfalls loszukraulen. Etwa 20 Minuten dauert es, bis die ersten Schwimmer am Rathausmarkt wieder aus dem Wasser steigen und, so schnell die Füße tragen, hinüber in die Wechselzone laufen. Dort warten die Rennräder auf die Athleten.

Mit dem Fahrrad geht es eine gute Stunde durch die Hansestadt, unter anderem die Hafenstraße in St. Pauli entlang, über die Reeperbahn und schließlich wieder zurück in die Wechselzone am Ballindamm. Jetzt noch laufen? Ich frage mich, wo diese Menschen ihre Kraftreserven herzaubern! Ein Blick in die teilweise schmerzverzerrten Gesichter verrät, dass diese Frage nicht ganz unberechtigt ist.

Triathlon Hamburg
Anja Haertel
Glückliche Absolventen der Olympischen Distanz: 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen.
Um zehn Uhr sitze ich schließlich auf der großen Tribüne auf dem Rathausmarkt und warte auf das Eintreffen der ersten Läufer. Zwei Stunden und zehn Minuten braucht der Schnellste der ersten Gruppe - ein beachtliches Ergebnis. Für jeden Einzelnen freue ich mich wahnsinnig mit und klatsche begeistert. Die Willensstärke der Sportler ist faszinierend. Als Marius und Henning erschöpft im Ziel ankommen, fällt die Anspannung von ihnen ab. Im Athleten-Bereich lassen sie sich ihre Zeit in die frisch erworbene Medaille eingravieren, die sie vermutlich für den restlichen Tag um den Hals tragen werden. Erst jetzt realisieren sie langsam, was sie Großartiges geleistet haben und sie sind sich einig: Die Strapazen haben sich gelohnt.
Anzeige
Anzeige