Himalaja

Frühstück mit Aussicht

Geschrieben am Mittwoch, Juni 27, 2012 - 10:00

Die Strecke zum Laurebina La führte zu Beginn durch wunderschöne Rhododendrenwälder, in denen man sich teilweise wie in einem Märchen fühlte. Durch die Farben und Düfte der Blumen und Bäume glaubte ich in einer Zauberwelt zu sein. Als ich am Nachmittag mein Ziel erreichte, konnte ich wegen der dichten Wolkendecke die weißen Gipfel der Berge um mich herum leider nicht zu sehen. Enttäuschung machte sich breit.

Also übernachtete ich in einer Hütte, auf über 4000 Meter Höhe, die Temperaturen lagen weit unter Null Grad Celsius. Eine Heizung gibt es hier oben natürlich nicht - es war bitterkalt. Richtig geschlafen habe ich nicht, und so war ich am nächsten Morgen schon sehr früh auf den Beinen. Ich warf einen Blick durch das Fenster. Die Sonne schien und - was für eine schöne Übberaschung: Die Berge waren in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Der Langtang Lirung (7227 Meter), der Ganesh Himal (7422 Meter), der Manaslu (8163 Meter) - davon hatte ich immer geträumt und jetzt konnte ich sie mit meinen eigenen Augen sehen.

Ich setzte mich auf eine Bank vor der Hütte. Ein älterer Mann kam zu mir. Schweigend tranken wir eine Tasse Tee und genossen zusammen einfach diese fantastische Aussicht. Ohne Zweifel war dies mein kältestes aber auch mein schönstes Frühstück.

Autor:
Paola Poggiali