Marokko

Die Bretter, die die Welt bedeuten

Geschrieben am Freitag, März 14, 2014 - 11:00

Wo einst die Straßen mit Gold gepflastert waren, tummeln sich heute die Kreativen: ein Spaziergang über die "Golden Mile" in Melbourne.

Esel in Marokko
Alena Zielinski
Unberechenbare Verkehrsteilnehmer: Auch Esel und Hunde laufen über die Straßen von Taghazout.
Die Taxifahrt wollte einfach nicht enden. Zuerst brachte der Fahrer alle seine Freunde in die benachbarten Dörfer, während hinter dem Fenster die Westküste Marokkos vorbeizog. Wilde Hunde und Esel, vereinzelt ragten Arganbäume zwischen den Sträuchern auf, aus denen die Einheimischen Öl gewinnen. Mich setzte er erst als Allerletzte ab.

Panorama-Beach
Alena Zielinski
Ab geht es in die Wellen - endlich!
Ankunft in Taghazout. Das kleine Fischerdorf ist ein Hotspot für Surfer. Kein Wunder: Zum großen Strand sind es von der Hauptstraße nur wenige Minuten zu Fuß und von dort nur noch 200 Meter zu Surfspots wie Panorama und Hash Point, 500 zum Mysterien und Anchor Point. Seit Wochen stieg bei mir die Vorfreude, jetzt kann ich es kaum noch abwarten und will gleich am ersten Tag mit dem Surfbrett in die Wellen. Schnell den Rucksack in die Unterkunft geschmissen, in den Neoprenanzug geschlüpft - und ab zum Strand! Die Taxifahrt ist längst vergessen. Jetzt zählt nur noch das Wasser.

Surfer
Alena Zielinski
Die GoPro Sportkamera am Brett schießt spektakuläre "Selfies" - zum Glück kurz bevor ich von der Welle gewaschen wurde.
Am ersten Tag laufe ich herunter zum Panorama Beach. Ich montiere meine GoPro Sportkamera am Brett und stürze mich in die Wellen. Am Anfang bin ich noch ein wenig rostig, aber von Welle zu Welle und Tag zu Tag bekomme ich das Gefühl für die Brandung zurück.

 Anchor Point
Alena Zielinski
Auf den Felsen am Anchor Point lassen sich die Surfer am besten beobachten.
Mein Lieblingsspot wird in den nächsten Wochen der Anchor Point, benannt nach einer Fabrik für Schiffsanker, die hier einmal stand. Alleine der Weg dorthin - natürlich barfuß - ist ein Erlebnis. Zwischen den glatten Felsen entdecke immer wieder Krabben und Muscheln, die in den Wasserpfützen wohlig rumlungern, mich aber nicht dabei stören, wenn ich von hier den anderen Surfern bei ihren Kunststücken zusehe.

 Sylt am Anchor Point
Alena Zielinski
Felsmalerei: Westerland an der marokkanischen Westküste.
Am Anchor Point schaue ich mir auch immer den Sonnenuntergang an. Schnell kommt man dabei mit den Einheimischen ins Gespräch und in der Ferne meine ich noch den Gesang des Muezzin zu hören. An einem dieser Abende entdecke ich einen Felsen, auf dem eine Welle, Mond und Sterne eingeschliffen sind. Darunter steht in Großbuchstaben: SYLT. 

Ich muss lachen - aber zurück nach Westerland will ich noch lange nicht. Ich bleibe lieber noch ein bisschen am Anchor Point.

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