Belize

Dschungeltiere, wo seid ihr?

Geschrieben am Montag, Februar 10, 2014 - 15:00

Es ist ein magischer Ort – der Dschungel im Naturschutzgebiet Cockscomb, mit seinen grünen Pflanzen und kleinen Wasserfällen. Unsere Mission: Tiere sehen.

Dschungel Naturschutzgebiet Cockscomb, Belize
Anna Albrecht
Belohnung: Der Ausblick über den Dschungel
Als wir am Vormittag im Jaguar-Reservat und Naturschutzgebiet Cockscomb in Belize ankommen, brechen wir sofort zu unserer ersten Wanderung auf. Etwa eine Stunde lang geht es bergauf, doch die Mühe wird belohnt: mit einen wunderbaren Blick über den Dschungel. Wie schön ruhig es hier ist. Natur pur und weit und breit keine Menschenseele. Da das Reservat recht unbekannt ist, verlieren sich nur wenige Touristen hierher. Einzig ein Wildschwein hören wir grunzen. Wir verhalten uns unauffällig und hoffen, dass wir von ihm unbemerkt bleiben.

Nach einem ereignisreichen Tag steht uns eine Nachtwanderung bevor, die wir auf eigene Faust unternehmen wollen. Ein Ranger bietet uns seine Begleitung an und schon machen wir uns auf den Weg: Der Ranger geht vorweg und wir tapsen im Entenmarsch hinterher.

Es ist wirklich dunkel hier, man sieht die Hand vor Augen nicht. Ich werde ein bisschen nervös und fühle mich an die Nachtwanderungen in der Grundschulzeit erinnert. Jeden Moment könnte irgendetwas Unerwartetes passieren. Wäre ich jetzt allein, würde ich wahrscheinlich umkehren, doch ich reiße mich zusammen, vertraue dem Ranger und versuche, mich weniger auf meine Angst sondern mehr auf die vielen Geräusche zu konzentrieren. Es funktioniert: Beinahe habe ich das Gefühl, mit dem Dschungel eins zu werden. Wie wunderbar es um uns herum zirpt, raschelt, quietscht, ächtzt und knackt.

Dschungel Naturschutzgebiet Cockscomb, Belize
Anna Albrecht
Tagsüber im Dschungel
Plötzlich raschelt es ganz nah über uns. Wir sehen im Licht der Taschenlampe ein paar Augen aufblitzen, die vermutlich zu einem Affen gehören. Keine zehn Minuten später regt sich wieder etwas im Gebüsch. Diesmal ist es ein Reh, das von uns gestört die Flucht ergreift.

Der Ranger zeigt uns Tierspuren, die uns am Tage gar nicht aufgefallen waren: Ein Reh war hier und ein Wildschwein. Am meisten aber freuen wir uns über die Abdrücke eines Jaguars. Schade, dass wir dem Tier nicht in wahrer Gestalt begegnet sind. Der Ranger erklärt, dass sich Wildkatzen sehr gut verstecken können. Sie halten sie sich zwar häufig in der Nähe von Menschen auf, doch gesehen werden wollen sie nicht.

Die einzigen Tiere, die wir in dieser Nacht zu Gesicht bekommen, sind Spinnen und Mücken. Letztere haben uns netterweise ein paar Andenken an die Dschungelnacht zurückgelassen.

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