Mallorca

Die "Schlangenstraße" nach Sa Calobra

Geschrieben am Freitag, August 15, 2014 - 12:00

Hier müssen Mallorca-Besucher einfach mal runter: Der Weg zur Bucht von Sa Calobra gehört zu den atemberaubendsten Passstraßen Europas.

Der Name der Bucht ist Programm: Sa Calobra heißt das Ziel, auf deutsch: die Natter. Und wie eine Schlange, so windet sich auch die Straße auf unzähligen Schleifen und Kehren in die Tiefe. Gut zwölf Kilometer lang drückt sich der Asphalt durch wilde Karstlandschaft. Bis der kleine Strandort erreicht ist, hat der Autofahrer 800 Höhenmeter bewältigt. Doch vorher muss er höllisch aufpassen, dass er auf den abenteuerlichen Serpentinen und bei den atemberaubenden Ausblicken nicht die Spur verliert.

Andreas Leicht
Der Krawattenknoten: Nach dieser 270-Grad-Kurve, bei der die Straße unter sich selbst hindurchführt, schlängelt sich der Weg in die Tiefe nach Sa Calobra
Allein zwölf Haarnadelkurven warten auf der MA-2141, die in den Bergen im Nordwesten Mallorcas zwischen Soller und dem Kloster Lluc nahe des Stausees Gorg Blau abzweigt. Schon am Anfang wird’s spektakulär: Mit dem Nus de sa Corbata, dem "Krawattenknoten", hatte sich der italienische Ingenieur Antonio Paretti, der die Strecke 1932 plante und baute, was Besonderes ausgedacht: In einer 270-Grad-Kurve führte er die Straße unter sich selbst hindurch. Die Idee soll ihm beim Binden seiner Krawatte gekommen sein – und war für ihn die offenbar einzige Möglichkeit, den Weg weiter zur Bucht von Sa Calobra zu bauen.

Andreas Leicht
Die "Schlangenstraße": Über eine gut zwölf Kilometer lange Strecke mit zwölf spektakulären Haarnadelkurven geht es 800 Meter runter in die Bucht von Sa Calobra
Wem so eine Kurverei in den Bergen leicht auf den Magen schlägt oder die Angst vor entgegenkommenden Reisebussen lähmt, sollte auf die Tour vielleicht verzichten. Für alle anderen unternehmungslustigen Mallorca-Urlauber gilt: Machen! Denn von solch’ beeindruckenden Passstraßen gibt es nicht viele in Europa. Und wer am späten Nachmittag die "Schlangenstraße" in Angriff nimmt, hat Platz auf der Straße – denn die Busse sind dann schon wieder weg.

Andreas Leicht
Die kleine Bucht von Sa Calobra ist Endpunkt der Serpentinenstraße
Außerdem wartet am Ende nicht nur die schöne Cala Sa Calobra, sondern auch der noch viel schönere Abstecher zum Torrent de Pareis. Nach rund 500 Metern Fußweg gelangt man zu dieser  Mündungsschlucht, nach der Samaria-Schlucht auf Kreta die zweitgrößte im Mittelmeerraum. Und kann sich erst einmal nicht satt sehen an dem winzigen, wunderschönen Kiesstrand, der sich da in dem ausgetrockneten Flussbett zwischen zwei steil aufragende Felsen klemmt.
Auch hier ist der Nachmittag die beste Tageszeit. Die Sonne strahlt direkt übers Meer in die Bucht, der Strand leert sich langsam. Herrlich glitzert das klare Wasser. Und manches Mal bläst der Wind von den Bergen wie ein Fön die Luft durch die enge Öffnung der Schlucht, dass man gar kein Handtuch zum Abtrocknen braucht – aber beide Hände, um seine Sachen festzuhalten.

Andreas Leicht
Paradies für Strandfans: 500 Meter Fußweg von Sa Calobra entfernt liegt im ausgetrockneten Flussbett des Torrent de Pareis eine winzige Bucht
Also: Packen Sie die Badehose ein und ein kleines Picknick. Sie werden es genießen. Und erfrischt und gesättigt fährt es sich ohnehin besser die Serpentinen wieder hoch.
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