Fijis

Die Kunst des Kava-Trinkens

Geschrieben am Dienstag, September 16, 2014 - 10:22

Auf Fischi geht nichts über das abendliche Zusammenkommen, um gemeinsam zu musizieren und das Nationalgetränk Kava zu teilen. Schon am ersten Abend auf Fiji werde ich zu einer Kava-Zeremonie eingeladen.

Ich bin etwas skeptisch, was das Getränk angeht. In einer großen Schüssel steht der Kava in der Mitte und sieht aus wie Pfützenwasser. Kava wird aus einer Pfefferpflanze hergestellt und in Pulverform aufbewahrt. Kurz vor dem Trinken wird es mit Wasser gemischt und gesiebt und in einer großen Schüssel gesammelt. Danach geht es reihum. Ein Einheimischer füllt mir eine Kokosnussschale voll Kava und reicht sie mir. Vorher soll ich einmal in die Hände klatschen und "Bula" sagen, das heißt sowohl "Hallo" als auch "Prost". Danach muss ich die Schale in einem Zug zu leeren, um sie schließlich zurück zu geben, mich mit "Vinaka" zu bedanken und dreimal in die Hände zu klatschen.

Die tägliche abendliche Runde mit Gesang und Kava
Anna Albrecht
Die tägliche abendliche Runde mit Gesang und Kava
Der Ausschenker selbst trinkt als letztes der Runde und danach wird gesungen. Die Fijianer sind alle ausgesprochen gute Sänger und singen ihre traditionellen Lieder mit der Gitarre begleitet. In diesen geht es meistens entweder um die Geschichte Fidschis oder die Liebe.
Wirklich gut schmeckt mir der Kava nicht und zusätzlich betäubt er den Mund. Mir gefällt jedoch die Idee, dass sich alle am Abend versammeln, zusammen singen und den Kava gemeinsam trinken. Alleine tut man dies nicht. Auch die Einheimischen scheinen das Getränk nicht zu genießen, doch auf Nachfrage sagen sie mir, dass das eben ihre Tradition sei - und auch wenn es niemandem schmeckt, behalten sie diese Tradition dennoch bei.
Abends gibt es Kava, tagsüber frische Kokosnuss
Anna Albrecht
Abends gibt es Kava, tagsüber frische Kokosnuss
Auf die Frage, woher diese Tradition kommt, gibt es keine wirkliche Antwort. Es gibt verschiedene Versionen. Eine besagt, dass vor langer Zeit ein wichtiger Mann in Fiji gelebt hat. Er war ein sehr guter Mann und bereicherte das Volk durch seine Art. Als er starb und begraben wurde, wuchs nach einer Nacht aus seinem Grab und dort, wo der Kopf lag die Pfefferpflanze, aus der der Kava gewonnen wird und aus seinen Füßen Zuckerrohr, der viel auf Fidschi angebaut wird. So gab er selbst nach seinem Tod dem Volk zwei wichtige Produkte.
Als die Schüssel Kava ausgetrunken ist, sind alle müde. Kava entspannt die Muskeln und sorgt dafür, dass man gut schlafen wird. Die Zeremonie wird mit fijianischen Worten beendet, es wird sich eine gute Nacht gewünscht und glücklich gehen alle schlafen.
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