Fuerteventura

Schleudergang mit Bodyboard

Geschrieben am Montag, November 18, 2013 - 15:30

Bodyboarden auf Fuerteventura
Anika Haberecht
Beim Bodyboarden sollte man einen Neoprenanzug tragen, da es sonst zu Schürfwunden kommen kann.
Mit dem Bodyboard, einer Art verkürztes Surfbrett, wage ich mich raus in die Wellen. Die Fahne am Strand ist rot, doch wo Schwimmen verboten ist, sind die Bedingungen zum Wellenreiten oft genau richtig. Etwa anderthalb Meter hoch ist der Wasserberg, der auf mich zukommt. Nervenkitzel überkommt mich, je näher die Welle auf mich zurollt. Kurz bevor sie bricht, muss ich sie erwischen. Ich habe Glück: Im richtigen Moment drehe ich mich landwärts, paddel genug und werde dann von der Welle mit ordentlich Wucht bis an den Strand getragen. Ein Riesenspaß ist das. Nochmal!

Die zweitgrößte Kanareninsel Fuerteventura ist nicht nur Strandurlauber ein beliebtes Ziel. Dank des stetigen Windes tummeln sich Wellenreiter, Wind- und Kitesurfer an den Küsten und Stränden der Insel. Im Norden nahe der Ortschaften Corralejo und El Cotillo sowie im Süden bei Costa Calma trifft man besonders viele Wassersportler an.

Playa Blanca Fuerteventura
Anika Haberecht
Erste Wellenreitversuche: Playa Blanca an der Ostküste Fuerteventuras.
Wer als Anfänger weder Zeit noch Geld für einen Surf- oder Kitekurs aber trotzdem Lust auf Wellenreiten hat, kann sich auf einem Bodyboard versuchen und sich von den Wellen an Land tragen lassen. Die Boards aus Hartschaumstoff sind handlich und leicht. Drehungen und Sprünge können natürlich nur die Fortgeschrittenen, doch erste Erfolgserlebnisse stellen sich auch für Anfänger schnell ein. Man lernt fix, wann es gut ist, eine Welle zu nehmen und wann nicht. Natürlich sollte man dabei immer aufpassen, dass die Strömungen nicht zu stark sind.

Ich kann nicht genug bekommen und paddel nach zweieinhalb Stunden noch immer im Wasser umher. Die Flut kommt rein und die Wellen werden größer. Dann aber verschätze ich mich und lerne am eigenen Leib kennen, was in Surfersprache immer nur die "Waschmaschine" heißt: Die Welle verschluckt mich, zieht mich in Richtung Meeresboden und schleudert mich dabei so sehr herum, dass ich vergesse, wo oben und unten ist. Mein Board ist weg, schwimmt aber dank der mit meinem Arm verbunden Leash irgendwo an der Oberfläche. "Jetzt nur nicht nervös werden", denke ich. Dann spüre ich Boden unter meinen Füßen, kann mich abstoßen und finde so den Weg an die Wasseroberfläche. Bevor die nächste Welle folgt, kann ich gerade noch Luft holen, mein Board schnappen und mich in Sicherheit bringen. Kurz darauf passiert mir das Gleiche noch einmal, diesmal schleudert mich die Wucht sogar mit dem Kopf auf den Meeresboden. Ich muss einsehen, dass meine Kraft für heute wohl am Ende ist. Aber es war sicher nicht mein letztes adrenalinreiches, wenn auch nicht ganz ungefährliches Bodyboard-Erlebnis.

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