Bergpark Wilhelmshöhe

Wasserspiele sind Unesco-Welterbe

Geschrieben am Montag, Juni 24, 2013 - 16:37

Die Herkules-Statue im Bergpark
Tim Langlotz
Schon von Weitem zu sehen: die Herkules-Statue.
Ich war einer der letzten, der die Kasseler Wasserspiele sehen konnte, bevor sie der Menschheit vererbt wurden. Wahrscheinlich wird es jetzt noch voller im Schlosspark der Wilhelmshöhe - bisher war die gewaltige Anlage ja eher ein Geheimtipp. Allerdings einer, den viele kannten, die die Autobahn zwischen Frankfurt und Hamburg befuhren. Von der aus ist er zu sehen, der Herkules: Diese merkwürdige Schneise, die sich durch Kassel zieht, den Berg hinaus, und die in einer Art riesiger Pickelhaube zu enden scheint: das ist jetzt Welterbe der Unesco. Der Pickel ist der Herkules aus Bronze, immerhin acht Meter hoch und die Schneise ist die Wilhelmshöher Allee, auf der die Fürsten zum Schloss ritten. Nur wenige sind bisher in die Bremsen gestiegen und in Kassel-Nord abgefahren. Ich schon, ich wusste ja, was mich erwartet: Die berauschendsten Wasserspiele, die irgend ein Schloss zu bieten hat.

Ach, Sie waren schon in Versailles? In der Villa d'Este in Rom? Sie haben die Wasserspiele im russischen Peterhof gesehen? Na und? Alles Planscherei, verglichen mit Kassel. Im Wilhelmshöher Bergpark können Sie dem Wasser folgen, stundenlang. Wie es durch barocke Becken und romantische Ruinen läuft, fällt, rauscht, aufschäumt und in die Höhe rast. Ein ganzer Berg voller Illusionen und Kunstwerke. Und das ganze ist zudem noch ein Heidenspaß, den man mit vielen Menschen teilt, die auch gern ein paar Spritzer abbekommen. Also das nächste Mal runter von der Autobahn. Noch ist der ganz große Besucherstrom noch nicht angerollt. Aber bald kommt er.
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