Mit Stil Importverbot für Souvenirs - jetzt!

Die Kassiererin in meinem Supermarkt ist gerade von einem zweiwöchigen Türkei-Urlaub zurückgekehrt. Das Buffet war üppig, der Strand steinig, dafür der Pool super. Ich weiß das so genau, weil sie das neulich einer Kollegin an der Kasse nebenan erzählt hat.

Außerdem war sie deutlich brauner als sonst und trug diese immens großen Ohrringe mit viel goldenem Gedöns und den typisch türkisfarbenen Steinen darin. Eigentlich ganz hübsche Dinger - wenn man sie zu einem weißen Sommerkleid trägt, irgendwo in einer Strandbar mit ebenso türkisfarbenem Wasser im Hintergrund. Aber zum weiß-roten Kittel mit pflaumenfarben getönten Haaren in einer Kassenwabe im Prenzlauer Berg? Nein. Da hilft auch kein noch so sonniges "Sammeln Sie Herzen?"

Es gibt Leute, die regen sich nach Ende ihrer Ferienzeit über langes Parkplatzsuchen auf, das konstant schlecht gebliebene Kantinenessen, Besuche bei Freunden, die mit einer 854 Bilder langen Slideshow über den Borkum-Urlaub langweilen - alles schlimm, aber weitaus schlimmer sind all die Souvenirs, die nun stolz wie Jagdtrophäen präsentiert werden: Männer schlendern im Hawaiihemd durchs Einkaufszentrum, Frauen liegen im Freibad im Sarong aus dem Thailand-Urlaub herum oder noch übler: Sie tragen plötzlich diese komischen Flechtfrisuren mit kleinen Perlen darin.

Für alles Mögliche gibt es Importbeschränkungen, aber von den Hippiemärkten dieser Welt darf hemmungslos alles eingeschleppt werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Damit sollte sich der Zoll mal befassen.

Eigentlich finde ich es ja toll, wenn man etwas von seinen Reisen mitbringt. Das sind schöne Erinnerungen, und die Flasche Raki oder die Kaktusmarmelade verlängern vielleicht sogar ein bisschen das Urlaubsgefühl, meinetwegen auch das Holzbesteck aus dem Township in Südafrika. Dass es das meiste auch in irgendeinem Krimskrams-Laden zu Hause gibt? Geschenkt. Aber für die meisten dieser hübschen Mitbringsel gilt letztlich das gleiche wie für Bruce-Willis-Filme: "Don't try this at home."

Im Mekong-Delta ist das vietnamesische Reisbauernhütchen noch ein guter Sonnenschutz, und die Einheimischen winken einem immer so freundlich zu; weil sie das ungefähr so albern finden wie wir Chinesen in Lederhosen. Spätestens am Flughafen sollte man jedoch sämtliche Devotionalien gut im Gepäck verstaut haben. Oder sich beim Check-in einmal anschauen, welche Sorte Tourist dann noch ein Reishütchen stolz mit sich herumträgt - der Vergleich hilft immer.