Schleswig-Holstein Wolfgang Kubicki über seine Wahlheimat

Schleswig-Holstein – das Bundesland, in dem ich zuhause bin – ist kantig und rau. Windig, bis hin zu stürmisch. Im Sommer unbeschreiblich schön. Im positiven Sinne übersichtlich: Alles liegt nah bei einander, man muss keine großen Distanzen überwinden. Die Menschen in diesem nördlichsten Zipfel der Bundesrepublik sind ein bisschen mundfaul, aber auch unglaublich charmant, humorvoll, bodenständig und auf das Wesentliche konzentriert.

Die Liebe hat mich als gebürtigen Braunschweiger vor etlichen Jahren nach Schleswig-Holstein, verschlagen. Zu meiner ersten Frau, zum Meer, zu Strande bei Kiel, zu den Menschen, deren Vertrauen man sich hart erarbeiten muss. Das mag nicht unbedingt einladend klingen, und doch sind wir Schleswig-Holsteiner – ich zähle mich mittlerweile voll dazu – ein geselliges Völkchen.

Das zeigt sich an den außergewöhnlichsten Veranstaltungen: Wenn sich zum Beispiel zehntausende Metal-Fans in Wacken im Kreis Steinburg zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt (!) treffen und zusammen feiern, dann ist das einfach atemberaubend. Und erstaunlicherweise familiärer und friedlicher, als so manches Vorurteil uns glauben machen würde. Alle eint die Musik und – ganz in  meinem Sinne – das Gefühl von Freiheit!

Steife Brise auf der Fähre nach Föhr
Lukas Spörl
Steife Brise auf der Fähre nach Föhr
Oder wenn sich an der Westküste Schleswig-Holsteins, in Brunsbüttel an der Mündung der Elbe in die Nordsee, wiederum tausende Zuschauer versammeln, um die Wattolümpiade zu sehen. Hunderte Wattleten werfen sich dann bei Ebbe in den unterschiedlichsten Disziplinen in den Wattschlick und treten gegeneinander an. Der Erlös geht in die Beratung und Information Krebskranker. Eine tolle Veranstaltung, die für den guten Zweck ist und außerdem noch für bannig veel Spooß sorgt. Sollten Sie unbedingt einmal besuchen! Oder Sie kommen zur Kieler oder Travemünder Woche oder zur Rum-Regatta in Flensburg.

Die Gastfreundschaft der Schleswig-Holsteiner ist legendär. Das wissen auch die Wassersportler. Zu unserem Land zwischen den Meeren gehören sie wie Wind und Wellen, Pech und Schwefel, Salz und Pfeffer oder Yin und Yang. Ich wohne nicht umsonst direkt gegenüber vom Strander Hafen: Wenn ich von meinem Haus auf die Segelschiffe und Motorboote in der Kieler Förde schaue, wie sie fröhlich auf dem Wasser hin und her schaukeln, entspanne ich mich und komme zur Ruhe. Da ist diese scheinbar unendliche Weite – man schaut auf den Horizont und glaubt, man könnte immer weiter fahren, das Meer würde nie aufhören – Freiheit pur!

Isabela Pacini
Plattes Land mit Vielfalt
Dann steige ich gern in mein Motorboot und gebe Gas: Einige sagen dazu "Kubicki spielt wieder wilde Sau"; ich mag Geschwindigkeit nun mal und bin gern schnell unterwegs. Zugegeben: Diese Ausflüge sind – aufgrund meines vollen Terminkalenders – mittlerweile eher selten. Aber ich fahre raus, wann immer es möglich ist: Rüber über die Förde, zur "Ostküste" nach Laboe, um Fisch zu essen, mit Blick auf das berühmte Laboer Ehrenmal. Hm, lecker! Oder entlang der Ostseeküste in Richtung Norden nach Dänemark. Auf Höhe der Stadt Kappeln links abbiegen in die Schlei, eine Art Förde, die sich bis zur Stadt Schleswig durch das Schleswig-Holsteinische Hügelland erstreckt und dabei die Landesteile Angeln und Schwansen voneinander trennt. Eine wirklich atemberaubende Naturlandschaft, die so typisch ist für Schleswig-Holstein. Besonders im Frühling kann man auf dieser Tour die vielen sonnig-gelben Rapsfelder bestaunen, eingerahmt vom saftigen Grün und unter knall-blauem Himmel. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres!

Außer vielleicht, diese Landschaft per Motorrad zu erkunden. Das habe ich früher öfter gemacht. Wer schon einmal im Naturpark Hüttener Berge, direkt zwischen den Städten Rendsburg, Eckernförde und Schleswig, unterwegs war, weiß was ich meine. Man fühlt sich ein bisschen wie in eine andere Welt versetzt – weit weg von Sandstränden, Trubel und Meer. Üppige Vegetation erwartet die Besucher, es ist fast ein wenig verwunschen, wie im Märchen. Biker können über zahlreiche Hügel cruisen, es gibt unzählige wunderschöne Wanderrouten, und vom 98 Meter hohen Aschberg hat man einen phänomenalen Blick auf die übrige Landschaft. Oder Sie fahren in die Holsteinische Schweiz, den Naturpark zwischen Kiel und Lübeck. Die liegt zwar quasi genau auf der anderen Seite, also südlich der Landeshauptstadt Kiel – ist aber genauso grün, genauso reizvoll, genauso schön!

Deutscher Bundestag/Elke Schwalbach
Wolfgang Kubicki
Bei  praller Natur fallen mir als passioniertem Golf-Spieler auch einige wunderbare Golfplätze in Schleswig-Holstein ein, auf denen ich gern spiele und mich messe. Wer diesem Sport frönt, muss auf den Plätzen in Hohwacht, im Kreis Plön, direkt an der Ostsee, in Altenhof bei Eckernförde, ebenfalls direkt an der Ostsee und mit einem riesigen Bestand sehr alter Eichen, im Golfclub Am Donner Kleve in St. Michaelsdonn an der Nordseeküste oder auch – für mich als Strander quasi um die Ecke – im Golfclub Uhlenhorst gewesen sein. Ein Ausflug lohnt sich in jedem Fall! Und vielleicht entdecken Sie – sollte Sie die Leidenschaft nicht sowieso schon gepackt haben – das Golfspielen für sich.

Wer alles zusammen erleben will – tolle Natur, Wind und Wasser, kulturelle und sportliche Events, kulinarische Vielfalt und interessante Menschen -, der kommt nach Sylt, Deutschlands wohl beliebteste Insel. Die Insel, von der man immer wieder sagt, sie sei eigentlich gar kein Teil Schleswig-Holsteins, sondern eher ein "Vor-Ort" Hamburgs. Die Insel, die so reizvoll ist, dass Hunderttausende jedes Jahr wieder dorthin reisen.

Mir zeigt das vor allem eines ganz klar: Schleswig-Holstein hat eine Menge zu bieten. Es ist die Mischung aus rauer Schönheit und genussvoller Gelassenheit, die Schleswig-Holstein und die Schleswig-Holsteiner so liebenswert macht. Wenn man zum Beispiel im Herbst bei Kälte, Nieselregen und mit Schnupfen über den Eckernförder Fischmarkt schlendert und einem die Fischer entgegen rufen "Na, hastu snööf?", dann ist man nach dieser Begegnung definitiv munter und gut gelaunt. Und wenn das nicht hilft, dann vielleicht ein Pharisäer – Kaffee mit Rum und einem Sahnehäubchen oben drauf.

In diesem Sinne: Begegnen Sie Schleswig-Holstein und seinen Bewohnern mit offenen Augen und Ohren. Dann werden Sie immer wieder kommen und es lieben – so wie ich es liebe!

Ihr Wolfgang Kubicki

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Autor:
Wolfgang Kubicki