Italien Sardinien: Ökologisch sinnvoll

Cala di Luna auf Sardinien

Seit Jahrhunderten grasen Schafe unter freiem Himmel, reifen Früchte und Gemüse unter Verzicht von künstlichen Düngemitteln unter südlicher Sonne und werden Käse und Schinken in handwerklich bewährter Tradition hergestellt. Die naturbelassenen Produkte wie Obst, Bodenfrüchte, Käse und Schinken findet man auf den Märkten oder direkt bei den Erzeugern in den Dörfern der Insel.

Nur wenige Kilometer abseits der Touristenpfade im Inselinneren stößt man auf Landhotels und Restaurants, die regionale und traditionell angebaute Produkte in ihrer Küche verarbeiten. Auf eine lange Tradition können auch die Winzer der Weinkellerei Meloni Vini zurückblicken. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts pflegen sie in Selargius in der Provinz Cagliari die sardischen Rebsorten; ihre seit dieser Zeit ohne Chemikalien und umweltverträglich angebauten Weine werden immer wieder geprüft und mit Preisen ausgezeichnet.

Hotels auf Sardinien

Hotel Le Dune
Im Südwesten der Insel, zwischen Capo Pecora und Capo Frasca, wurden einst Erze abgebaut. Heute sind die Minen stillgelegt. In einem der alten Gebäude, die heute alle unter Denkmalschutz stehen und teilweise zu Nationaldenkmälern erklärt wurden, hat sich ein hervorragendes Hotel etabliert. Die Zimmer sind mit antiken Möbeln aus dem 17. Jh. ausgestattet. www.hotelledune.it

omuAxiu
Schon der Anblick dieses Anwesens löst Begeisterung aus. Diese mehr als 200 Jahre alte Anlage aus Hotel, Restaurant und Museum - erbaut mit Steinen in den für Sardinien so typischen warmen Farbtönen - bürgt für Ruhe und Erholung. Der Gutshof, seit dem 17. Jh. in Familienbesitz, strahlt dieselbe Freundlichkeit und Wärme aus wie die Menschen, die ihn betreiben. Gäste werden mit traditionell zubereiteten Wildspeisen, hausgemachter Pasta und mit im Holzofen gebackenen Brot verwöhnt. Auch die Likörweine sind eine Spezialität des Hauses. Das Hotel bietet behagliche Zimmer im sardischen Stil. www.omuaxiu.it

Mandra Edera
Unweit des Ortes Abbassanta hat sich zwischen kleinen Korkeichenwäldchen das Landhotel Mandra Edera etabliert. Langeweile kommt in dieser Oase der Ruhe garantiert nicht auf, vor allem nicht für Kinder. Seit mehr als 100 Jahren werden hier Pferde gezüchtet, auf denen kleine und große Gäste die Landschaft erkunden können. Geführte Wanderungen durch die abwechslungsreiche Landschaft werden für wenig Geld angeboten. Wellness und Golf gehören ebenfalls zum Angebot des Hauses. Die Küche fühlt sich der sardischen Tradition verpflichtet: Obst und Gemüse stammen aus eigenem Anbau, Fleisch- und Milchprodukte aus der Region. Mehr Infos über das Landhotel Mandra Edera: www.mandraedera.com

Restaurants auf Sardinien

Ristorante Pizzeria Al Parco di Zuradili
Ausflügler verirren sich nur selten hierher, da Marrubiu nicht an den Strecken liegt, die Sardinien-Urlauber üblicherweise passieren. Zwischen Cagliari und Oristano, in der Nähe der Ortschaft Terralba, wartet dieses Restaurant, in dem auf landestypische Spezialitäten großer Wert gelegt wird - sorgfältig zubereitet aus den Produkten der Region. Und die zeigt sich am Golfo di Oristano fruchtbar und reichhaltig - das Meer, die Berge, die offene Ebene liegen schließlich direkt vor der Tür. In familiärer Atmosphäre werden die Gäste hier von Lucia und Paolo mit ihrer schmackhaften Küche regelrecht verwöhnt: Schaf und Ziege liefern die Milch, aus der der biologisch erzeugte "pecorino sardo" hergestellt wird; die Pizza wird im Holzofen gebacken, der süffige Rotwein ist der Cannonau-Traube zu verdanken und der "mirto sardo" den aromatischen Beeren der Myrte. Mehr Infos über das Restaurant (nur auf Italienisch): www.sardegnaenatura.it

Einkaufen auf Sardinien

Bresca Dorada
Vor über 20 Jahren begannen Enrico Diana und Paolo Melis, in der herrlichen Landschaft von Muravera, 50 km von Cagliari entfernt, mit 800 Bienenvölkern besten sardischen Honig zu produzieren. 1990 kam die Produktion des wohlschmeckenden sardischen "mirto" hinzu, jenem Myrthen-Likör, der nur auf Sardinien hergestellt wird. Die Geschäftsidee, sich auf diese beiden typisch sardischen Produkte zu spezialisieren, wurde ein Erfolg. Heute werden, neben Honig und "mirto", noch weitere Liköre erzeugt - alle nach strengen ökologischen Richtlinien. Infos über Bresca Dorada (nur auf Italienisch und Englisch): www.brescadorada.it

Madre Natura
Im Jahr 2004 eröffnete das erste Geschäft in Sassari, das sich auf Bio-Lebensmittel spezialisiert hat. Das Angebot des auch optisch ansprechenden kleinen Ladens reicht von biologisch angebautem Obst und Gemüse aus der Region bis hin zu süßen Verführungen, Getränken und natürlich Pasta. Sassari, Via Marsiglia 4 • Mo-Fr 10-12 und 15-18 Uhr

Meloni Vini
Eine Winzerfamilie hat sich auf beste Öko-Weine spezialisiert: Zu empfehlen ist vor allem der Cannonau di Sardegna, ein Bio-Rotwein, dessen Ausbau und Reifung teilweise in Holz- und in Edelstahlfässern erfolgt. Die Erntemengen werden von der Familie Meloni begrenzt. Infos über das Weingut Meloni Vini: http://melonivini.com

Azienda Agricola Zootecnica
Eigentlich war die Azienda Agricola Zootecnica einmal eine kleine Dorfkäserei. Heute stellt Michelangelo Marongiu seinen Schafskäse in einer weiß gekachelten, hochmodernen Käserei her - immer noch nach altbewährten Rezepten, lediglich in größeren Mengen. Frisch gemolkene Schafsmilch wird hier vor zu "pecorino sardo", "fiorde sardo", "ricotta salata" (gesalzener Frischkäse) und "crema di fiore sardo" (pikanter Schmelzkäse) verarbeitet. Infos über die Käserei Azienda Agricola Zootecnica (nur auf Englisch und Italienisch): www.agricolailparco.it

Feste und Events auf Sardinien

Cantine Aperte
Mit einer Kantine, wie man sie in Deutschland kennt, hat dieser Begriff nichts gemein. "Cantine Aperte" bedeutet "offene Keller" - eine clevere Geschäftsidee, die ursprünglich aus Italien stammt und nun auch erfolgreich auf Sardinien praktiziert wird. Initiiert wurde dieser Event von der Organisation Movimento Turismo del Vino National; um Gästen und Einheimischen den traditionellen Weinanbau der Region näher zu bringen. Wenn Ende Mai alle Weingüter der Insel ihre Tore öffnen, kann man einen Blick in die Keller werfen, sich von den Winzern den Weinanbau erklären oder einfach nur seinen Gaumen von den besten Weinen verwöhnen lassen. Jeweils am letzten Sonntag im Mai. 

Aktivitäten auf Sardinien

Riserva Naturale di Monte Arcosu
Jahrzehntelang lebten in der Gegend der Sulcis, 20 km südwestlich von Cagliari, viele der sardischen Hirsche und Rehe - ein Rehwild, das es nur noch auf Sardinien und Korsika gibt. Durch Wilderei wurden die Bestände drastisch dezimiert. Mangelnde Kontrollen führten dazu, dass jeder in das Areal eindringen und die Tiere abschießen konnte, bis die Hirsche und Rehe fast ausgerottet waren. Den Aktivitäten der Organisation World Wide Fund for Nature (WWF) ist eine grundlegende Veränderung zu verdanken: Sie erwarb ein rund 3600 Hektar großes Areal und richtete dort den Naturpark Monte Arcosu ein. Mit dem Erfolg, dass sich die Hirschpopulation nach und nach erholte. Heute ist das Gebiet für Besucher zugänglich. Mit einem einheimischen Führer oder auch mit Karte und ganz auf sich gestellt lässt sich der Park erkunden. Es gibt verschiedene Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auf den Naturlehrpfaden lassen sich Greifvögel beobachten (unter anderem Steinadler), Marder und Wildkatzen, hier und da ein Wildschwein und mit etwas Glück auch der "cervo sardo", der sardische Hirsch. Ein unvergessliches Erlebnis sind die von der Cooperativa Il Caprifoglio organisierten Workshops für Hobbyfotografen und die geführten Nachtwanderungen.

Anfahrt: Von Cagliari aus folgen Sie der SS 195 Richtung Pula, biegen nach ca. 8 km in Richtung Industriegebiet Macchiareddu-CASIC ab und nehmen dann die Abzweigung Richtung Oasi di Monte Arcosu. Uta, Loc. Sa Canna • Tel. 0 70 96 87 14 • während der Paarungszeit der Hirsche geschlossen (Aug./Sept.) • Eintritt 6 €, Kinder 3 €. Mehr Infos finden Sie auf der Website www.isolasarda.com

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Dieser Text von Friederike von Bülow ist ein Auszug aus dem MERIANlive-Reiseführer "Sardinien".

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