Wie das Porter-Bier "erfunden" wurde

In den Liberties hat man den Geruch von Guinness ständig in der Nase. Die Brauerei bestand anfangs aus einem Kupferkessel, einem Maischbottich, einer Getreidemühle, zwei Malzhäusern, zwölf Pferden sowie einem Dachboden mit 200 Tonnen Heu. Arthur Guinness braute zunächst helles Bier und englisches Ale. Erst später stieg er auf das dunkle Porter um, das in London durch einen Unfall entstanden war. Einer kleinen Brauerei war die Gerste beim Trocknen verbrannt, und weil man es sich nicht leisten konnte, sie wegzuwerfen, wurde Bier daraus gebraut. Es war furchtbar bitter und konnte nicht zum vollen Preis verkauft werden. Das billige Gesöff erlangte bei den "Porters", den Gepäckträgern im Londoner Covent Garden, eine solche Beliebtheit, dass es nach ihnen benannt wurde.

Arthur Guinness verfeinerte die Herstellungsmethode und röstete die Gerste behutsam, sodass das Bier genießbar war. Aus den Steuerunterlagen geht hervor, dass erstmals im Jahr 1778 Porter bei Guinness gebraut wurde. Aus dem Porter wurde schließlich das stärkere Stout, das den Firmennamen in aller Welt bekannt gemacht hat. Damit war er so erfogreich, dass die Brauerei Ende des 18. Jahrhunderts erheblich expandierte. Seitdem säumen die großen, blauen Eingangsportale die Thomas Street zu beiden Seiten. Die Brauerei zieht sich bis an den Fluss Liffey hinunter, aus dem sie auch das Wasser bezieht. Im 19. Jahrhundert war Guinness bereits die größte Brauerei Irlands und Anfang des 20. Jahrhunderts sogar die größte der Welt. Einen anderen Rekord stellt die Brauerei mit dem "Guinness-Buch der Rekorde" auf. Es ist in zwei Dutzend Sprachen übersetzt und wird bei über 60 Millionen verkauften Exemplaren nur von der Bibel übertroffen.

Arthur Guinness engagierte sich auch politisch, vor allem aus Eigeninteresse. Er unterstützte Henry Grattan, einen Abgeordneten des irischen Parlaments, der gegen die Zwangsvereinigung mit Großbritannien im Jahr 1800 war. Wichtiger für Guinness war, dass sich Grattan für eine Senkung der Biersteuer einsetzte. Guinness repräsentierte bis zu seinem Tod die Brauereigilde in der Dubliner Stadtverwaltung. Zwar setzte er sich für die Emanzipation der Katholiken ein, die drastischen Restriktionen unterworfen waren, aber er war gegen die irische Unabhängigkeit und vertrat die Ansicht, dass Irland unter englischer Kontrolle bleiben sollte.