In den kleinen, roten Backsteinhäusern planten Rebellen Aufstände

Die Gassen mit ihren kleinen, roten Backsteinhäusern standen im Lauf der Jahrhunderte oft im Mittelpunkt der turbulenten irischen Geschichte: Hier planten Rebellen Aufstände, versteckten ihre Waffen und gründeten sozialistische Parteien.

Um die Rebellen abzuschrecken, wurde Robert Emmet 1803 vor der St Catherine's Church in Nachbarschaft der Brauerei in der Thomas Street öffentlich hingerichtet. Emmet, der aus einer wohlhabenden protestantischen Familie stammte, die ein Haus am St Stephen's Green 29 besaß, wollte durch einen Aufstand mehr Rechte für Katholiken erzwingen. Er plante, sich die Hilfe von Napoleon zu sichern, doch als eine Bombe im Haus eines seiner Mitstreiter frühzeitig explodierte, musste Emmet sofort handeln und konnte nicht auf Napoleons Truppen warten. Die Rebellion scheiterte kläglich, 20 Soldaten und 50 Rebellen kamen ums Leben.

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Emmet war 25 Jahre alt, als er gehängt und nach seinem Tod geköpft wurde. Sein Mut, trotz der Aussichtslosigkeit eine Rebellion anzuzetteln, machte ihn zur Legende. Heute erinnert eine Statue an ihn im St Stephen's Green. Der Park, der den Anwohnern vorbehalten war, wurde auf Initiative von Arthur Guinness' Urenkel Arthur Edward Guinness 1877 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er kam für die beträchtlichen Kosten der Umbauarbeiten auf.

Auch heute noch gehören die Liberties mit ihren Kneipen, kleinen Läden und Straßenhändlern zum Lebendigsten, das Dublin zu bieten hat. Allerdings leidet das Viertel unter der Rezession, zahlreiche Antiquitätengeschäfte mussten schließen, doch der Charme der schmalen Straßen und Gassen ist noch relativ intakt. Das fanden wohl auch der Schauspieler Jeremy Irons und seine Frau, die Schauspielerin Sinéad Cusack, die ein Haus in der John Dillon Street gekauft haben, gleich beim Iveagh Market, einem viktorianischen Fisch- und Gemüsemarkt, der 1906 mit dem Geld der Guinness-Dynastie gebaut wurde, aber seit vielen Jahren leer steht. Die Stadtverwaltung plant jedoch, das imposante Gebäude zu renovieren und wieder als Markt zu nutzen. Die Oscar-Preisträgerin Brenda Fricker lebt ebenfalls in den Liberties. Als ihre Hobbys listet sie Hunde, Lyrik und das Trinken von Guinness-Bier auf.