Vatikanstadt

Wissenswertes über die Vatikanstadt

Staatsgebiet:

Das überwiegend von der Leoninischen Mauer umgebene Staatsgebiet liegt am rechten Tiberufer im Westen Roms. Die Hälfte des Areals nehmen Gartenanlagen ein. Herzstück ist jedoch der Petersplatz mit der Peterskirche sowie der Vatikanspalast mit der Sixtinischen Kapelle und den Vatikanischen Museen. Als exterritoriale Gebiete gehören mehrere Kirchen und Paläste in Rom sowie die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo am Albaner See zum Staatsterritorium.

Bevölkerung:

Staatsbürger der Vatikanstadt sind ausschließlich die in Rom residierenden Kurienkardinäle, die diplomatischen Vertreter im Ausland, die Prälaten und Ordensgeistlichen der Kirchenregierung, die Angehörigen der Schweizergarde sowie eine kleine Anzahl Zivilangestellte.

Staat und Politik:

Auf Basis des Staatsgrundgesetzes von 2001 ist die Vatikanstadt eine absolute Wahlmonarchie. Sie ist das weltliche staatliche Territorium des selbständigen Völkerrechtssubjekts des Heiligen Stuhles, des Papstes und der Einrichtungen der Römischen Kurie. Staatsoberhaupt sowie Träger der gesetzgebenden, ausführenden und richterlichen Gewalt ist der Papst, der von den wahlberechtigten Mitgliedern des Kardinalskollegiums auf Lebenszeit gewählt wird. Der Papst leitet die Gesamtkirche mit den Behörden der Römischen Kurie, wozu unter anderem das Staatssekretariat mit dem Kardinalstaatssekretär gehört.

Wirtschaft und Verkehr:

Der Staatshaushalt finanziert sich aus den Zuwendungen der Diözesen sowie aus Erträgen des umfangreichen Aktien- und Immobilienbesitzes. Zusammen mit den Erlösen aus dem Briefmarken- und Münzverkauf und den Eintrittsgeldern für die Museen werden damit unter anderem der eigene Rundfunksender, die vatikanische Tageszeitung, die Verwaltung, der Unterhalt der Gebäude sowie das Post- und Gesundheitswesen finanziert. Der Vatikan ist durch einen eigenen Bahnhof an das italienische Eisenbahnnetz angeschlossen.

Geschichte:

Die Vatikanstadt erhielt ihren Status als souveräner, völkerrechtsfähiger Staat durch die 1929 zwischen Papst Pius XI. und dem Königreich Italien abgeschlossenen Lateranverträge. Nach dem Tod von Pius XI. 1939 wurde der Römer Eugenio Pacelli zum Papst (Pius XII.) gewählt. Im Zweiten Weltkrieg bildete der Vatikan einen Knotenpunkt für internationale Kontakte. Der ab 1958 amtierende Papst Johannes XXIII. leitete mit dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) die Erneuerung der römisch-katholische Kirche ein. Paul VI. (1963 bis 1978) führte das Konzil zu Ende und engagierte sich für die Entwicklungsländer sowie für soziale Gerechtigkeit. Sein Nachfolger, Johannes Paul I., starb 1978 nach nur 33 Tagen im Amt.

Mit dem polnischen Erzbischof Karol Wojtyla wählte das Kardinalskollegium danach erstmals seit 455 Jahren wieder einen nichtitalienischen Papst. Er nahm den Namen Johannes Paul II. an. Durch zahlreiche Auslandsreisen unterstrich er das weltpolitische Gewicht der römisch-katholischen Kirche. Nach seinem Tod 2005 wurde der deutsche Kurienkardinal Joseph Ratzinger als Benedikt XVI. neuer Papst.


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