Budapest Ungewöhnliche Stadtführungen

Entdecken Sie Budapest mal ganz anders - bei einem Streifzug durch versteckte Gärten, im Kajak auf der Donau oder nachts mit dem Fahrrad. Unsere Tipps für Ausflüge in Budapest in Ungarn.

Kanutour auf der Donau in Budapest.

In die Gärten

Der Anbieter "Imagine Budapest" hat sich darauf spezialisiert, die weniger bekannten Ecken der Stadt zu zeigen. Auf dem Rundgang "Beyond Budapest" kann man mitten im Zentrum Privatgärten und Hinterhöfe besichtigen, die ansonsten verschlossen sind. Ein Guide erzählt dazu Spannendes über Geschichte, Vegetation und Architektur. "Imagine Budapest" hat auch historische Touren mit verkleideten Schauspielern im Programm: So kann man sich von einem königstreuen Soldaten die Stadt zeigen oder von einem Kleinganoven über Verbrechen im Burgviertel informieren lassen - oder mit einem Trunkenbold aus vergangenen Zeiten auf Kneipentour gehen.

Den Fluss entlang

Mit dem Team von "Unique Budapest" kann man die Stadt von der Donau aus erleben. Allerdings nicht auf einem Ausflugsschiff - sondern im Kajak. Bei der Tour gleitet man auf dem Fluss unter Brücken hindurch und an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei und erfährt dabei viel Interessantes - etwa über die Geschichte der Margareteninsel. Der Veranstalter hat auch Touren an Land im Programm, sie folgen den Spuren von Franz Liszt oder führen in Budapests Mode- und Designszene.

Für den Gaumen

Genussfreudige kommen bei der Spezialitäten-Tour von "Budapest Underguide" auf ihre Kosten: Man probiert in der Markthalle ein lángos (in Fett ausgebackenes Brot), trinkt in einer Ruinenkneipe einen pálinka (Obstbrand) und isst in einer Metzgerei eine ungarische Wurst vom Grill. Zum Nachtisch geht es in ein Café auf der Andrássy út - oder ins jüdische Viertel, wo man einen flódni kosten kann (deutsch: "Fluden", ein Schichtkuchen mit Apfel, Mohn, Walnuss und Zwetschgenmus). Auf anderen Touren des Veranstalters besucht man zum Beispiel kleine Designläden oder wird mit einem Trabi zu den Überresten der kommunistischen Ära chauffiert.

 

Radtour in Budapest.
Gerald Hänel
Radtour in Budapest: Viele Routen führen über den Prachtboulevard Andrássy.

Auf dem Rad

Viele Budapester sind enthusiastische Fahrradfahrer. Kein Wunder also, dass sich die Stadt auch per Rad bestens entdecken lässt - zumindest abends, wenn der Verkehr nachgelassen hat. Die Touren von "Cruise All Night" starten um 21 Uhr, fast drei Stunden lang führen sie entweder durch Buda oder Pest. Auf der Pester Seite legt man rund 17 Kilometer zurück und passiert dabei klassische Sehenswürdigkeiten wie die St.-Stephans-Basilika, den schön illuminierten Heldenplatz und die Prachtstraße Andrássy.

Ins Multikulti-Viertel

Die meisten Touristen kennen den VIII. Bezirk, weil Reiseführer vor ihm warnen: Nicht hingehen, hier gibt es Kriminelle und Prostituierte! Gegen dieses Vorurteil wollen die Macher von "Budapest Beyond Sightseeing" angehen: Auf ihrem dreistündigen "soziokulturellen Spaziergang" erlebt man das multikulturelle Leben des Viertels, in dem einst viele Aristokraten wohnten. Ein kontrastreicher Ausflug zu ehemaligen Palästen und Hinterhöfen, der auch in das Haus einer musizierenden Roma-Familie führt.

Am Set

Wer wissen will, ob Eddie Murphy und Owen Wilson für den Film "I-Spy" (2002) wirklich die Kuppel der Nationalgalerie im Burgviertel bestiegen haben und wo Arnold Schwarzenegger für "Red Heat" (1988) mit seiner Schreckschusspistole herumgeballert hat, ist bei den Stadtführern von "Moviewalking" richtig. Sie zeigen die Orte, an denen Szenen bekannter Hollywoodfilme aufgenommen wurden. Und das sind viele: Imposante Architektur, mehrere Filmstudios, niedrige Produktionskosten und seit 2003 auch Steuervergünstigungen haben Budapest zu einem äußerst beliebten Drehort für Blockbuster-Produktionen gemacht.