Palma de Mallorca Fünf sportliche Landhotels

Trimm dich in der Wildnis - beim Golfen

Falls sie zu den privilegierten Personen gehören, die bei jedem Reiseziel vorher klären müssen, wo sie mit ihrem Hubschrauber aufsetzen können - dieses Haus hat extra für Sie einen eigenen Landeplatz: La Reserva Rotana ist ein exklusives Hotel, Ausstattung und Service sind erstklassig, die Weinberge des Anwesens geben eine delikate Syrah-Traube her, unter den Besuchern des Hotel-Restaurants ein beliebtes Souvenir.

Die Immobilie ist im Besitz der Prinzessin Loretta zu Sayn-Wittgenstein und ihres Ehemanns Juan Theler, die auf ein edles Erscheinungsbild achten; eine antike Holzkassettendecke im Foyer, in einem Kamin, heute blitzsauber, ruht ein riesiger Keilerschädel.Weiter führt der Weg ins Afrikazimmer, wo Felle von Zebras und Leoparden und Trophäenköpfe von Gnu, Löwe und Impala - vom Hausherrn selbst erlegt - dem Raum ein leichtes kolonialistisches Flair verleihen. ( Falls Sie einen eierschalfarbenen Leinenanzug besitzen: Bringen Sie ihn mit.) Aus den hohen Fenstern des ebenerdigen Salons fällt der Blick auf die sanft abwärts geschwungene Golfanlage "Rotana Greens" mit neun Löchern, von den Gästen jederzeit und kostenlos zu benutzen. Erfahrene Lehrer bieten Kurse jeden Niveaus.

Cognac und Zigarre im Pool - nach dem Wandern

Warme Sonne, kühles Wasser - gleich vor dem Pool scheint der Abhang hinabzustürzen. Weit schweift der Blick hinab vom Tramuntana- Gebirge, irgendwo spielen meckernde Ziegen mit dem Echo der Berge, fern im Tal liegt die Ortschaft Campanet. Fast wirkt es, als sei der Pool das Zentrum des Hotels Albellons, den Rest habe der Architekt drumherum gebaut, der Mensch muss ja auch mal schlafen und essen. So war es natürlich nicht, 1965 hat der Großvater des heutigen Betreibers Juan Vicens die Anlage gekauft, damals eine menschenverlassene Ruine, nach dem Bürgerkrieg verwüstet und vergessen. Seit 1995 hat Vicens das Gut zu einem sehr familiären Betrieb ausgebaut: Seine Eltern passen auf die Kinder auf und helfen beim Einkauf, seine Frau kümmert sich um die Zimmer und er um die Gäste. Der Großmutter verdankt Vicens das Klavier im Salon, ein antikes Instrument mit verschnörkelten, bronzenen Kerzenhaltern.

Oft gespielt wird es nicht. Wer hierher kommt, der will hinaus in die Natur: Viele Gäste der Finca Albellons lieben das Wandern, gleich hinter dem Grundstück führen die Pfade die Berge hinauf; das Gelände erlaubt unterschiedlich schwierige Touren für alle Leistungsstufen, und auf Wunsch macht eine Deutsch sprechende Bergführerin maßgeschneiderte Vorschläge. Abends locken frische Spezialitäten aus der Region die Heimkehrer an die Tische des Restaurants - wie wäre es zum Abschluss des Tages mit einem spanischen Weinbrand oder einer Zigarre? Im Pool natürlich.

Die Kinder machen mit - beim Reiten

Wenige Fincas liegen so abgeschieden wie die Predio Son Serra, ein paar Kilometer entfernt vom Städtchen Muro im Norden. Einen Straßennamen gibt es nicht, und seien Sie nicht überrascht, wenn das Navigationssystem Sie irgendwann fragt, ob Sie mal für einen Moment rechts ranfahren können, weil es sich gern kurz mit seinen Satelliten beraten möchte.

Nicht nur die verkehrsarme Lage macht das Haus zum perfekten Familienhotel: Jedes der Gästezimmer kann mit einem weiteren Bett möbliert werden, der Clou aber sind die sieben Pferde. Sie sind bei Eltern beliebt, weil sie bei Kindern beliebt sind; regelmäßig schlüpfen kleine Gäste morgens aus den Betten, um ihre neuen langmähnigen Freunde zu striegeln, zu füttern oder den Stall auszumisten. (Oft handelt es sich dabei um dieselben Kinder, die sich 48 Stunden zuvor nur unter Androhung von Playstation-Entzug dazu bringen ließen, ihr Zimmer aufzuräumen.) Nach dem Frühstück führen begleitete Ausritte durch schattige Pinienwälder, krautige Wiesen und über die weichen Strände der Umgebung.

Wahrscheinlich machen Sie sehr rasch die Bekanntschaft von Felipe, dem siebenjährigen heimlichen Hausherrn: Der blond gelockte Charmebolzen ist für Mallorcas Hotellerie das, was der Duracell-Hase für Batterien ist: ein unermüdliches Energiebündel. Gern bietet er Führungen durch die Gärten an. Als Sohn des Inhabers Dieter Süssmann und seiner aus der Ukraine stammenden Frau spricht Felipe Deutsch, Russisch, Katalan. Und wenn Sie ihn lieb bitten, wird er für Sie ein Lied auf Katalan singen und dazu Gitarre spielen - an den Akkorden kann man noch arbeiten, aber die Darbietung ist allerliebst. Falls Sie mit Kindern herkommen, werden Sie ihnen eines Abends klar machen müssen, dass es morgen wieder nach Hause geht. Machen Sie sich auf etwas gefasst.

Glatte Straßen und Meeresgischt - beim Radfahren

Diskret umfasst eine mannshohe Mauer aus hellem Stein das Anwesen, stumm öffnet sich das schwarze gusseiserne Tor dem Besucher, in der Ferne erhebt sich der gedrungene Turm eines Gutshauses über die grünen Felder: Son Cosmet.

Man betreibt dezentes Understatement, hier, vor den Toren des Städtchens Campos im Süden Mallorcas. Son Cosmet ist ein altes Landgut aus dem 13. Jahrhundert, 150 Hektar groß, man hält ein wenig Nutzvieh, ein angegrauter Golden Retriever begrüßt mit freundlichem Schwanzwedeln die Gäste - insgesamt ist Son Cosmet ein stiller Ort; Reservierungen von Familien mit kleinen Kindern sieht man nicht so gern. Mit Liebe zum Detail wurden die Zimmer des renovierten Haupthauses gestaltet, unter gläsernen Kronleuchtern schimmert die seidene Bespannung der Fauteuils, antike Himmelbetten mit kunstvoll gedrechselten Pfosten und fein verzierten Stoffen versprechen feudale Träume. Das Personal bemüht sich auf Schritt und Tritt um aufmerksamen Service: Die Gäste sollen sich fühlen wie Fürsten, und so werden sie auch behandelt.

Auch Fürsten müssen fit sein, und seine günstige Lage hat Son Cosmet zu einem Geheimtipp unter Radfahrern gemacht: Die Straßen der näheren Umgebung sind neu und asphaltiert, breite Seitenstreifen erlauben sichere und komfortable Touren, und es sind nur rund sieben Kilometer bis zum beliebten Strand Es Trenc und zum kleinen Küstenörtchen Sa Ràpita, wo die Straße so nah am Meer entlangführt, dass Ihnen an stürmischen Tagen die Gischt auf den Lenker sprüht. Bringen Sie Ihr eigenes Rad mit oder leihen Sie es sich in Campos: Son Cosmet hat zwar zwei eigene Räder. Die sehen jedoch nicht so aus, als würden sie es noch mal bis an den Strand schaffen.

Auf die Liege - zur Wellness

"Mach es wie die Sonneuhr, leg dichleg dichin die Sonne und tue den ganzen Tag nichts in die Sonne und tue den ganzen Tag nichts anderes, als einen Schatten zu werfen." Fast genau so will es das Sprichwort, und daher wirkt es passend, dass gleich zwei Sonnenuhren an der Fassade den neuen Gast begrüßen: Sa Bassa Rotja hat sich das körperliche und seelische Wohlbefinden seiner Gäste zum Ziel gemacht, und bewusster Müßiggang ist nun mal die Überholspur, die zum inneren Gleichgewicht führt. Nichteingreifen, Geschehenlassen, dazu raten asiatische Philosophien, und dafür eignet sich eine gepolsterte Liege auf der Terrasse hervorragend.

Auch Yoga und Ayurveda, als Heilkünste beliebt, haben ihre Wurzeln im Osten. Andreas Dörr beherrscht sie beide - auf Sa Bassa Rotja betreibt er das Institut Vedamar, seine stillen Räume in weichem Licht und gedeckten Farben gehören zum Hotelbetrieb. Dörrs Team besteht aus genau den Leuten, auf die Ihr verhärteter Trapezmuskel gewartet hat: Mit Kräuterpulvermassage, Stirnölguss und einem wirksamen Übungsrepertoire geht's hinab in die Tiefen von Seele und Gewebe, bis Ihre Wirbelsäule weich und geräuschlos schwingt wie die Zypressen, die sich am Rand der Felder im Abendwind wiegen.

Dabei reichen oft ein paar stille Momente in der Natur, um den Alltag mit seinen Computern und Handys hinter sich zu lassen. Diese Welt liegt gleich hinter dem Haus, wo die Feldwege beginnen, von Palmen gesäumt, vorbei an stillen Orangen- und Zitronenhainen. Nehmen Sie einen Apfel mit, bevor Sie losgehen: Sie werden eine Weide passieren, wo ein neugieriger Schimmel auf ein Leckerli wartet, und wenn Sie ihn mit leeren Händen streicheln, wird er sich pikiert abwenden. Jemand muss ihn im Laufe der Zeit verwöhnt haben, aber das ist ja nicht verwerflich. Jeder ist doch hier, um verwöhnt zu werden.

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Autor:
Burkhard Maria Zimmermann