grüner reisen Zürich: Es wird grün in der Stadt

4400 Hektar umfasst der öffentliche Grünraum, und zu den weit über 20.000 Straßenbäumen der Stadt Zürich kommen nochmals etwa 50.000 Bäume in Parks, Friedhöfen und anderen öffentlichen Anlagen hinzu. Auch die Seeanlagen sind ein einzigartiger Erholungsraum mit vielfältigen Erlebnismöglichkeiten. Schwimmen gehen, das ist in Zürich anders als anderswo: 18 Badis gibt es in der Stadt mit einer Wasserqualität, die für gut bis sehr gut befunden wird.

Selbst führende Politiker und Banker benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel, die in Zürich klassenlos sind. Dazu kommt die Aktion "Züri rollt": Fahrräder können gegen Hinterlegung eines Pfands unentgeltlich ausgeliehen werden. Und es scheint, als ob in Zürich die gute vegetarische Küche erfunden wurde: Seit 1898 gibt es das Hiltl, das älteste vegetarische Restaurant Europas, das inzwischen zu einem hippen Restaurant geworden ist und sich mit "tibits" ein zweites Standbein geschaffen hat.

ÜBERNACHTEN

Hotel Adler
Mitten im quirligen Niederdorf, direkt neben dem Grossmünster, in Zürichs Altstadt liegt das kleine Drei-Sterne-Hotel Adler, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Jedes Zimmer ist mit einem Wandgemälde des Künstlers Heinz Blum ausgestattet, das eine Sehenswürdigkeit der Zürcher Altstadt zeigt. Trotzdem sind die Zimmer modern, und zudem sind hier ökologische Maßnahmen durchgeführt: Auf der Dachfläche wird das gesamte Regenwasser aufgefangen, in zehn Tanks gespeichert und für die Toilettenspülung verwendet. So können die 59 Toiletten des Adler in einem Jahr täglich fünfmal mit Regenwasser gespült werden! Die Minibar wird in jedem Zimmer von einem eigens entwickelten und patentierten ökologischen Kühlsystem gekühlt. Alle Beleuchtungskörper in den Zimmern und Gängen sind mit Kontaktleuchtstofflampen ausgerüstet, die eine Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent bewirken. Das Licht in den Gäste-Toilettenanlagen und in den Hotelkorridoren wird zudem über Bewegungsmelder eingeschaltet. Es brennt also nur dann, wenn sich Gäste in diesem Bereich aufhalten. Info: Kreis 1 • Rosengasse 10 • www.hotel-adler.ch • Doppelzimmer ab 163 Euro

ESSEN UND TRINKEN

Alpenrose
Tine Giacobbo und Katharina Sinniger, Köchin und Gastgeberin, bewiesen viel Mut, als sie 1994 das Restaurant im Kreis 5 eröffneten und prachtvoll herrichteten. Ihre Grundregel, nach Schweizer Rezepten mit Produkten aus der Schweiz zu kochen und dazu Weine von ausgesuchten Winzern in der Schweiz anzubieten, war ein exzellenter Griff. Die Cuisine du terroir, das Kochen mit regionalen Erzeugnissen - meist auch Bioprodukten - wird hier zelebriert. Die Speisekarte verrät dem Gast, woher die Lebensmittel kommen und liest sich wie eine Reise zu den besten Schweizer Bauernhöfen. Kalbs- und Schweinebraten gehört zum festen Repertoire, Fisch bringt Fischer Ruf vom Zürichsee, und wenn Schonzeit ist, gibt es keinen Fisch auf der Karte. Seit der Eröffnung immer noch ein Hit: der Schoggikuchen! Info: Restaurant Alpenrose • Kreis 5 • Fabrikstr.12/Ecke Limmatstraße • Tram: Quellenstraße • Tel. 044/2 71 39 19 • Di, Sa 18-24, Mi-Fr 11-24, So 18-23 Uhr

Hilt
Es steht sogar im Guinessbuch der Rekorde, denn es ist Europas ältestes vegetarisches Restaurant. Mit Gastroprofi Rolf Hiltl, vierte Generation der Hiltls, hat der Lifestyle die Ideologie längst überholt. Er hat die vegetarische Küche hip gemacht; denn hier sind unter einem Dach vereint: Restaurant, Take-away, Club, Salon, Disco und Kochschule. Rund um die Uhr pilgert man hierher, um sich am Hiltl-Buffet zu bedienen, dazu gibt es wechselnde Mittags- und Abendsmenüs. Köstlich sind die frisch gemixten Gemüse- oder Obstcocktails. 60 Teesorten im Angebot! Im Hiltl werden weitgehend Lebensmittel aus der Schweiz oder dem nahen Europa verwendet und der Großteil der Milchprodukte hat Bio-Qualität. Info: Kreis 1 • Sihlstr. 28 • Tram: Sihlstraße • Tel. 044/227 70 00 • Mo-Do 6-24, Fr, Sa 6-4, So 8-24 Uhr

Sorbetto ice-cream!
Mitte der Achtzigerjahre fuhr Heinz Entzeroth mit Fahrrad und Eiswaggon durch Zürich. Er hatte Koch gelernt, aber dann als Kellner in der Kronenhalle gearbeitet. In seiner Freizeit verkaufte er an der Seepromenade Eis, das er vom Lieferanten der Kronenhalle bekam. Als ihm die Qualität nicht mehr zusagte, begann er sein eigenes Eis zu machen. Zehn Jahre später kaufte er einen Laden in der Neptunstraße. Heute die Zentrale von "Sorbetto". Für das Sorbet verwendet Entzeroth nur Früchte, Wasser und Zucker, niemals Konservierungsstoffe. Er nimmt nur natürliche - zum Teil biologische - Produkte. Heraus kommen so herrliche Sorten wie Grüner-Tee-Sorbet, Ginger-Lime, Tomatensorbet oder Zitrone- Basilikum. Zudem bereitet er auch Eis aus Milch und Rahm vom Biohof. Neben den herkömmlichen Sorten wie Schokolade und Vanille bietet er auch Maroni-, Zimt- oder Wasabi-Eis an. Seine gelb-weiß gestreiften Eisbecher gibt es in vielen Läden der Stadt und natürlich an der Quelle selbst. Unbedingt probieren! Info: Kreis 7 • Neptunstr. 49 • Tram: Englisch-Viertelstraße • Tel. 044/2 62 75 75

EINKAUFEN

Freitag
Schon allein das Zürcher Stammhaus zu besuchen ist ein Erlebnis: Am Rande des Werksgeländes erhebt sich ein 26 m hoher Turm aus 17 neben- und übereinandergestapelten Containern. Auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man weit über Zürichs Dächer schauen kann. 1993 waren die Brüder Markus und Daniel Freitag auf der Suche nach einer Umhängetasche. Vor den Fenstern ihrer Wohngemeinschaft an der Hardbrücke rollten die Laster vorbei. So kam den beiden die Idee, aus LKW-Planen Taschen zu produzieren. Als Tragegurt benutzten sie gebrauchte Autogurte, als Einfassung diente ein alter Fahrradschlauch. Aus einer Plane lassen sich 30 Taschen herstellen. Mittlerweile gehört "Freitag" zu den Schweizer Klassikern wie Käse, Schokolade und Uhren. Inzwischen werden nicht nur die wasserdichten Umhängetaschen produziert, sondern Damen- und Herrentaschen, Kulturbeutel, Laptoptaschen und Accessoires. Alle aus gebrauchten Materialien, die auf der Straße zu Hause waren. Info: Kreis 5 • Geroldstr. 17 • S-Bahn: Hardbrücke

St. Peter Apotheke
In der schönen Jugendstilapotheke lagern etwa 200 Tinkturen und über 250 verschiedene Kräuter, im Keller befindet sich das Lager für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): pflanzliche, mineralische und tierische Heilmittel, die nach Rezept gemischt werden. Im Jahr 1989 gründete Silvia Briggen die St. Peter Apotheke. Die Apothekerin, Anthroposophin und Homöopathin führt zwar mit ihrem Team, das 40 Mitarbeiter umfasst, auch Produkte der Schulmedizin im Sortiment, doch ihre Leidenschaft gilt der Komplementärmedizin. Das Angebot an homöopathischen und anthroposophischen Heilmitteln ist das größte der Schweiz. Dazu werden auch Naturkosmetik und Tees verkauft, garantiert ohne Rückstände und von bester Qualität. Die Kunden werden ausführlich beraten. Info: Kreis 1 • St. Peterstr. 16 • Tram: Paradeplatz

AKTIVITÄTEN

Wildnispark
Der Sihlwald liegt mitten im Ballungsraum Zürich. Der Mini-Nationalpark bildet den größten zusammenhängenden Buchenmischwald der Schweiz. Die durch Gletscher geformte Landschaft bietet ein interessantes Wandergebiet und wechselt von steilen Abhängen und Schluchten zu Wiesen und kleinen Waldseen. Beim Spaziergang im Sihlwald stoßen Sie auf Gegenden mit geschichtlichem oder sagenumwobenem Hintergrund, auf atemberaubende Aussichtspunkte oder lauschige Plätzchen. Seit die Natur ab dem Jahr 2000 weitgehend sich selber überlassen wird, verwandelt sie sich immer mehr in ein urtümliches Märchenreich. Das Totholz dient vielen Pflanzen und Tieren als Nährboden und Lebensraum. 2009 wurde der Wildnispark eröffnet, der für Familien besondere Attraktionen bietet: Mit dem Wildpark Langenberg verfügt der Sihlwald über einen Zoo, in dem Wildtiere wie Bären, Biber und Luchse in riesigen, naturnahen Gehegen beobachtet werden können, als bewegten sie sich auf freier Wildbahn. Im Besucherzentrum Sihlwald zeigt die Ausstellung "Vom Nutzwald zum Naturwald" die Vergangenheit und Gegenwart des Sihlwalds und wirft einen Blick in die Zukunft. Jeden Sonntag finden Führungen statt. Das Waldgebiet ist jederzeit zugänglich. Info: Besucherzentrum Sihlwald: Sihlwald, Sihltalstrasse 1684 • S-Bahn: Sihlwald • Tel. 0 44/720 38 85 • Mitte März-Okt. Di-Sa 12-17.30, So ab 9 Uhr; Langenberg: Langnau am Albis • Albisstr. 4 • Tel. 044/7 22 55 22

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Dieser Text von Eva Gerberding ist ein Auszug aus dem MERIANlive-Reiseführer "Zürich".

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